
Jürgen Molnar ist Kapitalmarktstratege beim Broker Robomarkets.
Der Krug geht so lange zum Brunnen, bis er bricht. Und der DAX testet so lange die 24.000er Marke, bis diese bricht. Vor dem Wochenende könnte es dem Index schwerfallen, erneut so viele Schnäppchenjäger zu motivieren, den Markt wieder über diese Barriere zurückzukaufen. Lässt die Kauflaune auf einem erreichten Kursniveau nach, muss der Markt auf tieferem Terrain neue Kraft für einen weiteren Anstieg sammeln. Kurzfristig orientierte Anleger dürften in den kommenden Stunden deshalb weitere Chips vom Tisch nehmen, während der Markt auf der anderen Seite durch viele ruhige Hände vor panikartigen Verkäufen geschützt sein dürfte. Die nächste Haltelinie verläuft nur gut zwei Prozent tiefer bei 23.500 Punkten.
Wir stellen den Marktkommentar von Jürgen Molnar, Kapitalmarktstratege bei Robomarkets, vor.
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An der Wall Street zeigt sich ein ähnliches Bild, wenn auch noch mit einem neuen Rekord beim S&P 500. Doch die Aufwärtstendenz verliert auch hier an Dynamik, potenzielle Käufer wirken eher lethargisch statt motiviert. Positiv ist zu werten, dass Gewinnmitnahmen nach dem eher verhaltenen Ausblick von Nvidia sowohl in der Aktie als auch im Gesamtmarkt ausblieben. Die Kursfantasie im Thema Künstliche Intelligenz dürfte aber ihren Höhepunkt zunächst erreicht haben. Das Thema bleibt zwar en vogue, die hohen Bewertungen aber werden zunehmend hinterfragt.
In Europa droht auch deshalb eine Fortsetzung der lethargischen Stimmung, da mit Frankreich erneut ein wichtiger Player wackelt. Das Land steht vor Neuwahlen, nachdem Premierminister Bayrou in gut einer Woche die Vertrauensfrage im Parlament stellen will. Die Renditen 30-jähriger französischer Staatsanleihen klettern mit 4,5 Prozent auf den höchsten Stand seit 2011, der Aktienmarkt hält sich noch erstaunlich stabil. Zwar verweisen Ökonomen auf die bereits seit Längerem eingepreiste höhere Risikoprämie für französische Assets. Doch Anleger an Europas Börsen, die den Anschein erwecken, nur auf Gründe für weitere Verkäufe zu warten, könnten die politischen Turbulenzen in Paris als eine willkommene Gelegenheit ansehen.