
Es gibt Jahre, in denen Märkte so tun, als wären sie ein Wellnesstempel – ruhig, entspannt, kaum Puls. Und dann gibt es den Bitcoin. Wer 2025 auf der Suche nach Nervenkitzel war, fand ihn nicht im DAX, sondern dort, wo Kurse lieber Achterbahn fahren als Seitwärtsgänge einlegen. Die Kryptowährung lieferte erneut ein Spektakel ab, das am Ende überraschend wenig Ertrag brachte. Erst runter, dann hoch, erneut zurück – und am Ende des Jahres kaum Veränderung. Die Märkte haben eben ihren eigenen Sinn für Humor.
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Doch 2026 könnte anders werden. Nicht lauter, aber entscheidender. Denn hinter den Kursschwüngen verbirgt sich eine Frage, die größer ist als jedes Chartmuster: Ist Bitcoin bereit für die nächste Entwicklungsstufe – oder hat er seinen Zenit im aktuellen Zyklus bereits hinter sich?
Der Zyklus im Rückspiegel – und die Statistik als unbequemer Beifahrer
Wer die Historie ernst nimmt, muss akzeptieren, dass der Markt seine eigenen Rhythmen kennt. Rund anderthalb Jahre nach jeder sogenannten „Halbierung“, bei der die Belohnung für Bitcoin-Miner sinkt, erreicht die Kryptowährung typischerweise ein neues Hoch. Anschließend folgte bisher ein Krypto-Winter mit Verlusten von 60 bis 80 Prozent über etwa 13 Monate, wobei die Münze meist ihren Vier-Jahres-Durchschnitt testete. Dieses Muster hat sich schon mehrfach wiederholt – so regelmäßig, dass man es ungern ignoriert.
Seit der letzten Halbierung sind nun jene berühmten 17 Monate vergangen. Sollte das historische Muster Bestand haben, hat Bitcoin sein Hoch im Herbst bereits gesehen. Der statistische Durchschnitt würde ein Jahr des Ausatmens bis Oktober/November 2026 bedeuten. Aktuell verläuft der Vier-Jahres-Mittelwert bei etwa 55.000 USD, was vom derzeitigen Kursniveau einen weiteren Rückschlag von rund 40 Prozent darstellen würde. Klingt dramatisch, doch die langfristige Perspektive sieht wieder gut aus. Auf jeden Krypto-Winter folgte bisher eine Erholung von rund 15 Monaten bis zum nächsten Halving-Termin, der voraussichtlich im Frühjahr 2028 stattfinden wird.
Über all dem schwebt die US-Notenbank. Bitcoin reagiert stark auf die Geldmenge im globalen Finanzsystem. Wenn Liquidität knapp wird, bekommt die Kryptowährung keine Luft. Wenn die Geldschleusen hingegen geöffnet werden, hat sie historisch gesehen profitiert.
2026 könnte zum Wendepunkt werden. Bleibt die Inflation hartnäckig, dürfte die Fed die Zinsen hochhalten – ein Bremsklotz für alle risikoreichen Anlagen. Wahrscheinlicher erscheint jedoch eine Lockerung, weil ab Mai ein neuer Fed-Chef voraussichtlich eine lockere Geldpolitik bevorzugt. Hier sehen Sie den Favoriten für das Amt. Für Bitcoin wäre das ein Befreiungsschlag: In einer Welt schwächerer Währungen glänzt hartes Geld besonders.