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Tradingideen

Tesla rasiert die Börsenlieblinge

Die Rekordparade der KI-Lieblinge gerät ins Stocken. Viele Titel haben ihre Hochs aus den Augen verloren und werden gerade einem Belastungstest unterzogen. Aber eben nicht alle.

2026 startet für deutsche Anleger mit Fokus auf die Heimatbörse fulminant. Der DAX knabbert an der 25.000er-Marke und selbst zyklische Titel wie Infineon springen auf Mehrjahreshochs. Die Deutsche Bank gar notiert das erste Mal seit eineinhalb Jahrzehnten über ihrem Buchwert. In den USA ging es bei Tech-Aktien in den letzten drei Monaten dagegen überraschend gegen den DAX eher seitwärts. Ein Grund sind die ersten KI-Rückschläge. „Oracle etwa hat seit dem September-Hoch fast die Hälfte an Wert eingebüßt — das Minus übertrifft alle Rückschläge seit der Dot-Com-Ära“, rechnet Stefan Riße von Acatis vor. Für Anleger ist dies ein Warnsignal, aber zugleich eine potenzielle Chance. Wer in den vergangenen zwei Jahrzehnten die Rücksetzer von 30 bis 40 Prozent kaufte, freute sich bisher schon nach kurzer Zeit über satte Gewinne.

Bedenken nehmen zu

Die Gründe für die Kursverluste sind klar: Wichtige Kapitalgeber bekomme offenbar kalte Füße und ziehen sich aus milliardenschweren Rechenzentrumsprojekten zurück, das Umsatzwachstum in der Cloud liegt hinter den Erwartungen, und die Investitionen in KI steigen rasant. „All dies sorgt für Nervosität, nicht nur bei Oracle, sondern auch bei anderen KI-Lieblingen wie Broadcom, Meta oder Nvidia, die unter hohen Ausgaben und Sorgen vor überzogenen Bewertungen leiden“, so Thomas Soltau vom Smartbroker. Dies ändert nichts daran, dass gerade jene volatileren Aktien beim Broker auf der Hitliste der aktiven Anleger ganz oben stehen.

Oracle am härtesten getroffen

Immerhin zeigt ein Blick auf langfristige Verträge und laufende Projekte: Oracle bleibt handlungsfähig, auch wenn die enge Verflechtung im KI-Sektor Unsicherheiten birgt. Gespräche von OpenAI über eine neue Finanzierungsrunde mit einer Bewertung von rund 750 Milliarden US-Dollar könnten die Lage entspannen, frisches Kapital in dreistelliger Milliardenhöhe würde Unsicherheit mindern und dem gesamten Sektor Auftrieb verleihen.Doch es muss nicht immer KI sein. Tesla zum Beispiel zieht aktuell die Aufmerksamkeit auf sich, ganz ohne den klassischen KI-Hype. Die Aktie erklomm jüngst ein neues Rekordhoch und liegt seit Jahresbeginn 2025 rund 20Prozent im Plus. „Damit schlägt sie Apple, Microsoft, Amazon und Meta — nur Nvidia und Alphabet bleiben voraus“, so Lars Reichel von gettex. Hauptfantasie liefert der Robotaxi-Bereich: In Austin testet Tesla erstmals Fahrzeuge ohne Sicherheitsfahrer auf öffentlichen Straßen, ein Schritt, den Elon Musk als Beginn dieser Phase beschreibt. Analysten sehen darin einen wichtigen Meilenstein, denn der Übergang von betreuten zu unüberwachten Fahrten gilt als entscheidender Validierungsschritt für autonome Dienste.

Robotaxis treiben den Kurs

Morgan Stanley erwartet für 2026 bereits eine deutliche Ausweitung der Robotaxi-Flotte auf bis zu etwa 1.000 Einheiten, langfristig sind mehrere hunderttausend bis über eine Million Fahrzeuge denkbar, sobald Skalierung und Regulierungsfragen geklärt sind. Bei aller Euphorie sollte nicht übersehen werden, dass der Bereich noch nicht kommerziell breit ausgerollt ist. Tesla setzt ausschließlich auf kamerabasierte Systeme, was Herausforderungen bei Sicherheit und regulatorischer Zulassung mit sich bringt. Und die Konkurrenz schläft nicht: Waymo, Alphabets Robotaxi-Tochter, plant eine massive Expansion und will über 15Milliarden US-Dollar einsammeln, während Amazons Zoox ebenfalls in den Startlöchern steht.

Unter Technikern wird die Tesla-Aktie derzeit ebenfalls heiß diskutiert. Auf mehreren Zeitebenen lassen sich technische Formationen ableiten, die auf kurzfristige Kursziele um 550US-Dollar hinweisen, mittelfristig sogar 700 bis 760US-Dollar möglich erscheinen lassen, was ausgehend vom aktuellen Niveau einem Plus von rund 50 Prozent entsprechen würde. Zumindest in der Theorie. Ganz praktisch gesehen gehört Tesla auch zu den Lieblingen deutscher Anleger. Trotz DAX-Rekord liegt Tesla am Börsenplatz gettex verlässlich vor SAP, Allianz, Infineon oder Telekom. Lediglich an Rheinmetall kommt man nicht vorbei, denn dort ebbt die Nachrichtenlage auch 2026 nicht ab.

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