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1) Rückblick auf Sonntag: Was war die Annahme, wie reagierte der Markt?
Auslöser waren die jüngsten Ankündigungen von Donald Trump – u. a. zu Grönland und möglichen neuen Zöllen.
Montag: schwache Nasdaq-Futures, in den USA Feiertag (MLK Day) – also kein direkter Verkaufsdruck aus New York. Die Abgaben kamen moderat über den DAX.
Ich hatte die 25.000 Punkte als realistische Marke genannt – genau dort pendelte der DAX.
Dienstag: erneut schwache US-Vorbörsen, der DAX rutscht Richtung 24.500.
2) Runde Marken – warum sie wichtig sind
Nach dem Sprung über runde Schwellen (15.000 / 20.000 / 25.000) werden diese Niveaus oft noch einmal getestet – manchmal auch kurz unterschritten.
Status: Der DAX ist wenige Tage nach dem Ausbruch wieder unter 25.000 gefallen und testet das Level nun von unten. Lehrbuch.
3) Volatilität – die These hat gehalten
Ich hatte höhere Schwankungen für Montag/Dienstag erwartet.
- VDAX vs. Freitag: +≈41 %
- Aktueller Stand: knapp 22➡️ These bestätigt: Die Volatilität ist sichtbar angesprungen. Wer Turbo-Longs auf die US-Volatilität (VX) im Depot hatte, konnte profitieren.
Wichtig: Volatilität ist eine Kurve, kein Einzelwert. Kurz- und Langfrist können deutlich abweichen. In großen Unsicherheitsphasen (z. B. 2020) war die Kurve auf allen Laufzeiten erhöht.
4) Einordnung: erhöht, aber keine Panik
- VDAX/VX ~22 = erhöht, nicht extrem.
- Langfristiger Mittelwert: ca. 15–17
- Spitzen: VIX nahe 50 (Apr. 2025), während der Corona-Spitze teils nahe 100.➡️ Aktuell sprechen wir von Abkühlung, nicht von Alarm.
5) Marktlage: Wo Chancen entstehen
Wir sind bewusst mit hoher Cashquote ins Jahr gestartet. Jetzt sehen wir:
- klare Rücksetzer bei Netflix, Spotify, Meta, Amazon
- Schwäche bei Chipwerten wie Nvidia
- Rheinmetall kommt vom Hoch zurück
- Software (SAP, Microsoft & Co.) unter Druck
➡️ Korrektur = Auswahlfenster.
6) Vorgehen: Qualität zuerst, Timing danach
Die zwei Fragen, die zählen:
- Will ich dieses Unternehmen grundsätzlich besitzen?
- Wann stimmt das Chance-Risiko-Verhältnis?
Beispiel Salesforce: starke Marke, strukturelles Wachstum, kaufen in Korrekturen – nicht, weil man das Tief errät, sondern weil das Verhältnis attraktiv wird. Tiefs trifft niemand zuverlässig.
7) Portfolioführung statt Glaskugel
Handlungsfähig bleiben:
- behutsam an schwachen Tagen nachkaufen
- Cash-Reserven für tiefere Marken (24.000 / 23.000 / 22.000)
- Irgendwann ist man voll investiert – und akzeptiert, dass der Markt noch etwas nachgibt.
Historischer Anker 2020: Voll investiert um 9.800, kurzfristig auf 8.200 gefallen – langfristig war alles unter 10.000 ein Geschenk.
8) Derivate: Disziplin schlägt Bauchgefühl
Inline-Optionsscheine (Absicherung):
Erreichen sie die „Mitte“ und reagieren kaum noch positiv, ändert sich das Profil – dann bewusst entscheiden: halten oder raus.
Discount-Optionsscheine:
- aktuell preislich attraktiv
- antizyklisch einsetzen
- Beispiel: DAX Discount-Call (z. B. Basis 23.000 / Cap 23.500 / Laufzeit Dez 2026)
- Faustregel: Discount-Calls an schwachen Tagen, Discount-Puts an starken Tagen kaufen.
9) Lernen am Markt – heute ist ein guter Tag
- Risikobarometer der Börse München im Blick behalten
- Bären-Monitor (z. B. UBS) für VDAX/VIX nutzen
- 15:30 Uhr (US-Start) beobachten: steigt die Volatilität oder fällt sie?
Solche Tage sind Lehrstunden: Man versteht, wie Kurse, Volatilität und Anlegerverhalten zusammenwirken – und warum Prozess > Prognose ist.
Fazit
- Runde Marken werden geprüft – der Test unter 25.000 war erwartbar.
- Volatilität ist hoch, nicht extrem – das schafft Chancen.
- Vorgehen: Qualität definieren, schrittweise agieren, Cash steuern, Derivate strukturiert einsetzen.
Gute Trades – und einen klaren Kopf für die nächsten Schritte.