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Tradingideen

Siemens – was ist da los?

By 17. Februar 2026Keine Kommentare

Siemens liefert derzeit ein perfektes Beispiel dafür, warum Börse nicht nur „Zahlen lesen“ ist, sondern auch „Bewertungen verstehen“. Die Aktie hat zuletzt deutlich nachgegeben und zeitweise rund vier Prozent verloren – nicht, weil Siemens plötzlich ein schlechtes Unternehmen wäre, sondern weil der Markt anfängt, den Preis zu hinterfragen. Ein Analyst von Panmure Liberum, Joachim Klement, nennt genau das Problem beim Namen: Siemens werde mit dem größten Aufschlag gegenüber Vergleichsunternehmen seit etwa einem Jahrzehnt gehandelt und liege damit „deutlich über einem Niveau, das sich rechtfertigen lässt“. Gleichzeitig verweist er darauf, dass zwei der drei Sparten unter einer gedämpften Auftragslage leiden – der Kurs also nicht nur von der Qualität des Konzerns abhängt, sondern davon, wie breit die Nachfrage tatsächlich trägt. 

NEU – unser täglicher komptakter Börsendienst 

Das Spannende: Die positiven Argumente sind real. Siemens profitiert vom Ausbau der Rechenzentren in Europa, die KI-Welle macht Infrastruktur und Energieeffizienz zu Wachstumsthemen – und die Industrieautomatisierung kann, wenn Investitionen wieder anziehen, zusätzlichen Rückenwind geben. In den jüngsten Zahlen betonte Siemens selbst einen starken Start ins Geschäftsjahr 2026, ein hohes Auftragsbuch und hob den Ausblick an – Reuters hob dabei besonders die KI-getriebene Nachfrage nach Rechenzentrums-Technologie hervor. 

Und genau hier entsteht der Konflikt, der für Anleger entscheidend ist: Wenn gute Nachrichten schon eingepreist sind, reicht „gut“ nicht mehr – dann muss es „noch besser“ sein. Ein hoher Bewertungsaufschlag funktioniert nur, wenn Auftragseingänge und Ausblick breit überzeugen. Sobald die Auftragslage in Teilen zäh bleibt oder der Ausblick nicht stark genug nachzieht, kippt die Gleichung: Nicht das Unternehmen wird schlechter, aber die Aktie wird zu teuer für das gelieferte Tempo. Das ist der Kern der aktuellen Siemens-Debatte – und der Grund, warum Rücksetzer plötzlich so schnell kommen können.

Genau für solche Situationen ist unser Dienst gemacht. In Saurenz Daily/Saurenz Finance bekommen Sie nicht zehn Meldungen, sondern die eine Einordnung, die zählt: Was ist bei Siemens wirklich Treiber – Rechenzentren, Automatisierung, Auftragseingänge? Was ist Bewertungsrisiko? Und vor allem: Welche Konsequenz hat das für das Depot – abwarten, staffeln, absichern, oder den Rücksetzer bewusst nutzen? Einmal am Tag, zwischen 16 und 17 Uhr, mit dem Wichtigsten aus Deutschland und den USA – damit Sie klar entscheiden, statt nur zuzuschauen.

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