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Tradingideen

Gold, Nvidia, Rheinmetall – warum Stimmung den Markt bestimmt

Like symbol on USA flag. Like to American nation. New votes of United States presidential election. Immigration to United States concept.

Liebes liebes Börsenbriefteam, Top-Job in den letzten vier Wochen. Das schrieb uns heute Morgen ein Leser, und er stellte darauf ab, dass wir die Märkte, wie er fand, sehr gut gesehen haben. Ich möchte dieses Kompliment nutzen, um unsere Herangehensweise der vergangenen Wochen noch mal zu erklären.

Und speziell darauf einzugehen, dass wir weniger die Märkte gehandelt haben als vielmehr die Emotionen der Marktteilnehmer.

Emotionen und Marktdaten

Analysen wie diese erstellen wir täglich für unsere Abonnenten – Testen Sie unseren Börsendienstwir positionieren uns neu!

Es gibt dazu ein paar ganz konkrete Beispiele. Das erste Beispiel ist die Auswertung von Franz Georg, die wir vor rund zehn Tagen an dieser Stelle hatten, als wir massiv auf die guten Chancen am Aktienmarkt hingewiesen haben, weil Franz Georg uns eine Auswertung des Put-Volumens schickte und gleichzeitig der Risikoaversion der Marktteilnehmer.

Warum ist das so wichtig aus unserer Sicht? Weil Zahlen wie diese echtes Geld reflektieren. Und dies ist für euch in unserem Börsenbrief durch uns als Mittler so wichtig, weil echtes Geld und echte Käufe in Put-Optionsscheinen und in Absicherungen reflektieren, wie Marktteilnehmer wirklich eingestellt sind und wie ihre emotionale Befindlichkeit ist und wie sie auf eine Krise reagieren. Das Gleiche gilt, wenn man Aktienmärkte im Überschwang hat und Investoren sich sehr positiv äußern, dann kann man Daten heranziehen, um zu sehen, dass der Markt schon sehr stark überkauft ist.

Medien, Stimmung und Fehlentscheidungen

Aus unserer Sicht ist das deshalb wichtig, und wir machen es mal an dem zweiten Beispiel fest, nämlich die Zitierung eines Kenneth Rogoff und vieler anderer Crash-Prognostiker, die am letzten Märzwochenende durch den Markt geisterten. Solche Äußerungen und Zitate werden medial immer dann gespielt, wenn die Stimmung am Boden ist. Dann sucht man nach einer Bestätigung für das, was am Markt passiert.

Und diese Bestätigung wird von denen geliefert, die endlich nach langer Zeit einmal vermeintlich richtig liegen. Deswegen ist das, was in einem solchen Crash auch Geld kostet, nicht der temporäre Rückgang der Aktienmärkte, sondern das Zuhören von Schwarzmalern und Crashprognostikern. Für den nächsten Crash kann man sich ein geflügeltes Wort merken, das uns Nikolas heute Morgen noch mal reingerufen hat und das so amüsant wie richtig ist.

Der Pessimist ist der einzige Mist, auf dem nichts wächst. Dies passt auch zu jenen, die nach einem Absturz immer vorrechnen, warum alles noch schlimmer wird und die Argumente dafür liefern, warum es ja so schlimm ist.

Strategie, Timing und Fazit

Heute ist ein klassischer Tag dafür, dass kaum jemand den Hauptakteur von The Big Short herausgraben würde.

Dabei wäre jetzt, nachdem die Märkte sich aufgrund der Kausa Iran massiv erholt haben, an der Zeit zu überlegen: Ist diese Erholung möglicherweise zu weit gegangen? Reflektiert sie die Umstände explizit? Müsste man jetzt nicht wiederum antizyklisch in seinem Portfolio ein paar taktische Sicherungen einziehen?

Wenn man sein Portfolio etwas wetterfest gestalten möchte für die nächsten Monate, dann müsste man Discount-Put-Optionsscheine jetzt kaufen, bei DAX 24.200 – nicht bei DAX 22.000.

Dies macht einen immensen Unterschied für die eigene Portfoliogestaltung. Und mal ganz nebenbei: Der Unterschied zwischen DAX 22.000 und DAX 24.000 ist mehr als eine durchschnittliche Jahresrendite. Es ist also entscheidend, ob ich mein Portfolio, wenn ich große Summen bewege, in Panik oder in Gier kaufe.

Das Argument mancher Investoren, dass es im Grunde genommen egal ist, wann ich Aktien kaufe, trifft nur dann zu, wenn man wirklich sehr geglättet einsteigt und nahezu an allen Punkten einsammelt – ähnlich eines Sparplans. Dann stimmt diese Aussage.

Wer sich allerdings von Emotionen zu stark leiten lässt und dann kauft, wenn die Stimmung gut ist, oder nicht einkauft oder gar verkauft, wenn die Stimmung schlecht ist, der wird langfristig in seinem Portfolio eine schlechte Rendite einfahren.

Ein gutes Beispiel ist übrigens auch der Bitcoin, von dem man seit zwei oder drei Wochen nahezu gar nichts mehr hört. Als er auf Höchstständen war, las man nahezu stündlich davon. Dies reflektiert, dass möglicherweise die, die verkaufen wollten, schon raus sind, und sorgt dafür, dass diejenigen, die sich langfristig positionieren möchten, in den Markt eingestiegen sind.

Und um es auf die deutsche Politik herunterzubrechen: Die Probleme der SPD sind nicht gelöst, nur weil ein paar Tage lang die Causa Iran oder der Feminismus oder Wahlen in der Ostsee die Titelblätter beherrschten. Wenn diese Themen gegessen sind, dann wird man auch da wieder auf die reale Politik schauen.

In diesem Sinne: Bleiben Sie immer antizyklisch und lassen Sie sich nicht von Schwarzmalern die Rendite ruinieren.

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