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Bayern macht Anleger glücklich

Außer Spesen nichts gewesen gilt seit zwölf Monaten bei DAX-Anlegern. Doch mit bayrischer Gewichtung sieht es besser aus.

Für DAX-Investoren war das letzte Jahr ein Nullsummenspiel. Eine Familie aber sticht heraus. Unter deutschen Anlegern können alle glücklich sein, die der Siemens-Familie die Treue gehalten haben. Denn mit einem Eins-zu-eins-Investment über ETFs oder Indexpapiere war in den vergangenen zwölf Monaten wenig zu holen. Anlagezertifikate wie Bonuspapiere oder Discountzertifikate brachten weit besseren Ertrag und konnten ihre Stärken in einem Seitwärtsmarkt voll ausspielen. Dass die Performance deutscher Aktien nicht noch schlechter aussah, verdankt man einem Konzern aus Bayern. Der Blick aufs erste Halbjahr ist eindeutig.

Siemens regiert

Die älteren Börsianer werden sich noch an die Zeiten erinnern, als beim Technologiekonzern Siemens ein sogenannter Konglomeratsabschlag vorgenommen wurde und man auf dem Frankfurter Parkett öfter hörte, dass Siemens ein Gemischtwarenladen mit zusätzlich noch angeschlossener Bank sei. Eine Art Dr. Oetker, nur aus südlicheren Gefilden. Das hat sich merklich verändert, denn wenn man auf die Bilanz des ersten Halbjahres schaut, so muss man knallhart sagen: Ohne die beiden Siemens-Parteien Siemens und Siemens Energy würde der DAX ziemlich mau aussehen. Beide haben ihn kräftig nach oben gezogen und das mehr als ausgeglichen, was der Verlust eines Drittels der Marktkapitalisierung bei SAP hervorgerufen hat. „Entsprechend ist SAP seine Spitzenposition als Schwergewicht im DAX auch los und Siemens spielt die Rolle Nummer eins“, so Andreas Lipkow von CMC Markets.

Hinzu kommt, dass im DAX noch eine weitere Siemens-Firma mit höchster Marktkapitalisierung vertreten ist, denn auch da werden sich die Älteren erinnern: „Infineon war mal ein Teil von Siemens ehe die Abspaltung im Jahr 2000 an die Börse gebracht wurde“, erinnert Experte Lipkow. Dass die vierte Siemens im DAX mies aussieht, tut dem Ganzen wenig Abbruch, denn die Gewichtung und Marktkapitalisierung von Siemens Healthineers wiederum ist derartig gering, dass es den DAX nicht besonders viele Punkte kostet. Infineon aber mit 116 Prozent Kursplus im ersten Halbjahr hat den DAX nach oben katapultiert und sticht damit sehr positiv hervor.

Siemens-Schwäche mit dem Juli-Start?

Für das zweite Halbjahr gibt es nun zwei Lesarten. Die positive Lesart wäre, dass ehemalige Schwergewichte wie die Münchner Rück und das aktuelle Schwergewicht SAP ihre merkliche Underperformance wettmachen und flankiert von der Deutschen Bank den DAX im zweiten Halbjahr nach oben ziehen. Die negative Lesart wäre, dass Siemens und Infineon den Rückenwind durch KI nicht mehr so spüren wie im ersten Halbjahr und möglicherweise Gewinnmitnahmen einsetzen. Dies könnte den DAX drücken. Doch die Siemens-Familie ist selbstredend nicht allein.

Commerzbank kaum bewegt

Eine Aktie, die im DAX ebenfalls noch auffällt, ist die Commerzbank, die ungeachtet der Übernahmeschlacht der UniCredit lediglich 3 Prozent im ersten Halbjahr per saldo zulegen konnte und damit eine hervorragende Position für Anlagepapiere und Discount-Call-Optionsscheine war, aber nicht unbedingt die beste Wahl für klassische Optionsscheine und Turbos, wenn man auf den nackten Ertrag blickt. Es war eben ein perfektes Halbjahr für Renditejäger bei Anlagezertifikaten.

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