Zu Wochenbeginn ist der DAX bei 26.091 Zählern in den Handel gestartet. Das waren 45 Punkte weniger gegenüber dem Schlusskurs vom vorherigen Handelstag. Zu Handelsbeginn sackte der deutsche Leitindex bis auf 26.038 Indexpunkte ab. Sein Tageshoch markierte er am Vormittag bei 26.172 Punkten. Den Handel beschloss der Leitindex bei 26.107 Zählern. Das bedeutete ein Minus von 30 Punkten beziehungsweise 0,1 Prozent.
DAX und MDAX sind mit leichten Einbußen in die neue Woche gestartet und bleiben damit etwas auf Abstand zu ihren jüngsten Rekordständen. Geopolitische Spannungen rund um den Iran-Krieg bleiben im Hintergrund präsent, nachdem die US-Regierung einen neuen Sanktionsschub gegen Teheran angekündigt hat, um die blockierte Straße von Hormus wieder zu öffnen. Im weiteren Wochenverlauf rücken vor allem der anstehende Quartalsbericht von Nvidia, neue US-Preisdaten sowie der Auftritt des US-Notenbankchefs in Jackson Hole in den Fokus, da hiervon Hinweise für die künftige Geldpolitik und die Finanzierungskosten des KI-Sektors erwartet werden. Am deutschen Aktienmarkt standen Halbleiterwerte unter Druck, nachdem KI-Titel in Asien und den USA schwächer tendierten. Autowerte wie Volkswagen gerieten ins Hintertreffen, während der Konzern seine Belegschaft auf tiefgreifende Einschnitte einstellt und eine Reihe von Betriebsversammlungen vorbereitet. Aktien von Qiagen rutschten nach einem kurzen Kurssprung infolge einer Chef-Personalie und der Bestätigung des Ausblicks ins Minus, und Papiere des Raumfahrtunternehmens OHB setzten ihre seit dem SpaceX-Börsengang laufende Korrektur fort. Auf europäischer Ebene schloss der EuroStoxx 50 leicht im Minus, während die Leitbörse in Zürich kaum verändert und London moderat fester aus dem Handel ging. Der MDAX verlor 79 Punkte oder 0,2 Prozent auf 32.032 Zähler. Für den EuroStoxx 50 ging es um 0,2 Prozent auf 6.448 Punkte nach unten. Der Euro liegt heute früh bei 1,1670 Dollar. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs am Montag auf 1,1664 Dollar fest, nach 1,1699 Dollar am vorherigen Handelstag. Am Rentenmarkt verharrte die Umlaufrendite bei 3,21 Prozent.
Deutsche Einzelaktien
An der Spitze des DAX stand Beiersdorf mit einem Plus von 2,1 Prozent. Die Deutsche Bank legte 2,1 Prozent zu, während Daimler Truck um 2,1 Prozent anstieg. Am unteren Ende der Skala lag Infineon mit einem Minus von 3,2 Prozent, belastet durch den Druck auf Halbleiter- und KI-Werte nach schwächeren Vorgaben aus Asien und den USA. Qiagen verlor 3,1 Prozent, hier wirkten die Verunsicherung durch den angekündigten Führungswechsel belastend. Siemens Energy gab 3 Prozent nach, da die Aktie im Zuge von Risikoabbau bei Wachstums- und KI-Titeln im Rahmen einer allgemeinen Sektor-Rotation zurückgestellt wurde. Wacker Chemie führte den MDAX mit einem Plus von 4,1 Prozent an, gestützt von einer Umschichtung hin zu Chemie- und Rohstoffwerten, die die gesamte Branche stärker in den Fokus rückte. Lufthansa gewann 2,4 Prozent, hier sorgten der Tod von Großaktionär Klaus-Michael Kühne und Spekulationen über dessen Beteiligung für zusätzliche Aufmerksamkeit, zumal zugleich der Reisesektor robust tendierte. Evonik verteuerte sich um 2,3 Prozent, während andere Industriewerte zurückblieben. Am Ende der Rangliste landete Renk mit einem Minus von 2,9 Prozent. Der Rüstungselektronikspezialist Hensoldt verlor 2,6 Prozent, was die jüngste Schwäche ausgewählter Rüstungswerte im Index widerspiegelte. Aixtron büßte 2,5 Prozent ein, da der anhaltende Branchendruck auf Halbleiter- und KI-Werte nach verhaltenen Vorgaben aus Asien sowie die laufende Diskussion über Zinsen und Inflation besonders stark durchschlugen.
USA:
US-Technologieaktien haben die Wall Street zum Wochenstart belastet, während Standardwerte im Dow Jones moderat zulegten. Im Zentrum der Aufmerksamkeit im Tech-Sektor stand Nvidia, wo vor den anstehenden Quartalszahlen und angesichts von Spekulationen über mögliche Preiserhöhungen wegen steigender KI-Chip-Kosten Zweifel am weiteren Überraschungspotenzial aufkamen. Unter den sogenannten Magnificent Seven verzeichneten Nvidia und Tesla deutliche Verluste, während Alphabet, Amazon, Apple, Meta und Microsoft zulegten. Im Kielwasser von Nvidia schwächelten auch andere Chip- und Halbleiterwerte wie Arm, Applied Materials, Intel, Micron und Sandisk spürbar. Tesla geriet zusätzlich unter Druck, nachdem in China knapp drei Millionen Fahrzeuge wegen Problemen mit versenkbaren Türgriffen zurückgerufen werden. Im Blick stand zudem eine Pressekonferenz der US-Regierung zu neuen Wirtschaftssanktionen gegen den Iran, die den US-Aktienmarkt jedoch kaum beeinflusste. Der Dow Jones gewann 140 Punkte oder 0,3 Prozent und notierte bei 53.417 Zählern. Der S&P 500 ging 22 Punkte oder 0,3 Prozent schwächer bei 7.653 aus dem Handel. Der Nasdaq 100 fiel um 286 Punkte oder 1 Prozent und notierte bei 29.023 Punkten. Am Anleihenmarkt sank die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihe am Montag um 4 Basispunkte auf 4,70 Prozent.
US-Einzelaktien
Visa führte den Dow Jones mit einem Plus von 3,1 Prozent an, getragen von kräftiger institutioneller Nachfrage und der Aufnahme in Goldmans vielbeachteten „Shared Favorites“-Basket. Walmart gewann 2,7 Prozent, nachdem der Einzelhändler mit der neuen Modemarke Scenario gezielt jüngere Kundinnen adressiert und damit sein wachstumsstarkes Bekleidungsgeschäft weiter ausbauen will. Walt Disney rückte um 2,6 Prozent vor. Am Tabellenende lag Nvidia mit einem Minus von 2,9 Prozent. Caterpillar verlor 2 Prozent, während IBM 2 Prozent einbüßte. Im Nasdaq-Index setzte sich Thomson Reuters mit einem Plus von 2,9 Prozent an die Spitze. MicroStrategy legte 2,8 Prozent zu, gestützt von der scharfen Rally des Bitcoin, die Krypto-Werte zusätzlich anzog. Am Ende der Notierung stand Seagate Technology mit einem Minus von 6,5 Prozent, beeinträchtigt durch die schwächere Nachfrage nach Speicher- und Chipwerten. Sandisk verlor 6,5 Prozent, wobei vor allem der Verkaufsdruck auf den gesamten Memory-Bereich sowie der Rückzug mancher Großanleger aus KI- und Speicheraktien ins Gewicht fiel. Rocket Lab büßte 5,9 Prozent ein. Im frühen Handel notieren die US-Aktienindex-Futures kaum verändert.



