
Das Thema Öl kann jeder von Ihnen und von euch börsentäglich an der Tankstelle erleben, denn rund um Frankfurt und es dürfte in anderen Städten in Deutschland kaum anders sein. Muss man für Diesel mittlerweile 2,50 Euro oder mehr hinlegen und damit ist das alte Ziel der Grünen aus den neunzehnhundertneunziger Jahren erreicht, dass Benzin fünf Mark je Liter kosten sollte. In der vergangenen Woche machte die FDP in Sachsen-Anhalt in einer Aktion einmal deutlich, wie hoch der Steueranteil in Deutschland ist, indem sie an einer Tankstelle für wenige Stunden Sprit zum um die Steuern bereinigten Preis anbieten ließ. Energiepreise sind derzeit auch über die Renditen ein Thema. Die hiesigen Renditen laufen sehr ähnlich zu den Gaspreisen, die aufgrund niedriger Füllstände je nach Wetter im Winter noch ein Thema werden könnten .
An der Börse spielt das Thema Öl auch eine sehr spannende Rolle, denn man kann auf mehrere Arten sich des Themas nähern. Zum einen über Aktien, die mit Öl verbunden sind. Da sind die gängigen Instrumente beispielsweise BP oder Shell oder auch Zulieferer aus dem entsprechenden Sektor. Im Hebelpapierbereich ist selbstverständlich der klassische Turbo ein valides Instrument, um bei Öl aktiv zu sein. Es gibt aber auch im Optionsscheinbereich interessante Instrumente, mit denen man Öl anpacken kann. Discount-Optionsscheine sind eine Variante, sowohl auf der Long- wie auf der Shortseite, und Inline-Optionsscheine sind die andere Variante. Ein solches Papier liegt seit einigen Wochen schon in unserem Inliner-Dienst – WKN UN84P4 – , doch gerade angesichts der momentan sehr spannenden Lage wollen wir das Thema Backwardation und Contango noch mal erläutern. Dazu gibt es bei Emittenten auch entsprechendes, gutes Research-Material auf den Homepages. Da sind zu nennen, beispielsweise die Société Générale – hier eine aktuelle Analyse zu Öl – oder Goldman Sachs, die dort Gutes liefern.
Als spekulativen Trade der Woche – der Silber Call der vergangenen Woche MN399X läuft weiter – setzen wir kurzfristig auf fallende Kurse bei Öl. Der Preis ist deutlich angezogen. Donald Trump braucht vor den Midterms Entspannung an der Zapfsäule und bei der Inflation. Eine Lösung ist zwar kurzfristig nicht in Sicht, aber das kann sich bekanntermaßen schnell ändern.
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Denn es gibt nicht den Ölpreis, sondern es gibt einen Ölpreis für den jeweils fälligen Future-Monat. In Phasen mit einer flachen Kurve bei Brent oder WTI unterscheiden sich die Ölpreise auf die entsprechenden Fälligkeiten kaum. Im Moment ist dies aber anders, denn am kurzen Ende, wie der Börsianer sagt, sind sowohl Brent als auch WTI merklich teurer als für die später fälligen Futures im Dezember, oder Januar, Februar, März, April, Mai, Juni des Jahres 2027. Im Falle einer rückläufigen Terminkurve und fallender Preiserwartung über die Zeitschiene spricht der Börsianer von Backwardation.
Dies bedeutet beim Spekulieren mit Turbos auch ganz simpel, dass ein Short-Papier auf Öl, je länger man es hält, die entsprechende Erwartung des Marktes übererfüllen muss. Dazu vielleicht ein simples Beispiel. Gingen wir davon aus, dass der Future auf die Ölsorten Brent oder WTI aktuell bei 90 Dollar läge. Und der Future für den im Dezember bei 80 Dollar, dann müsste man, so man das Papier mehrere Monate hält, bei einer Shortspekulation nicht nur davon ausgehen, dass der Preis der Ölsorten oder der Ölsorte zurückgeht, sondern der Preis müsste mehr fallen, als es der Markt ohnehin jetzt schon erwartet. Dann wäre eine Shortspekulation erfolgreich. Umgekehrt auf der Long-Seite ist es so, dass der Markt über die Zeitschiene einen Rücklauf der Preise impliziert. Fällt der Rücklauf schwächer aus als gedacht, würde man mit einem Turbo-Bull Gewinne einfahren, obwohl die Preise über die Kurve fallen? Klingt etwas komisch, ist aber eben die Funktionsweise aus Backwardation und Contango.
Zu guter Letzt kommen dann die Inline-Optionsscheine ins Spiel. Denn da gibt es jene, die über die gesamte Zeit und über alle Kurven hinweg ausknocken können, wenn die obere oder untere Barriere erreicht ist. Es gibt aber auch Inline-Optionsscheine, wie beispielsweise von der Société Générale, die explizit auf einen bestimmten Future ihre Barrieren zeigen. Für einen Inline-Optionsschein mit Bezug zum Dezember-2026-Future wäre es insofern in Anführungszeichen egal, ob der Ölpreis im Oktober-Future einmal oberhalb der entsprechenden Barriere liegt, entscheidend wäre, dass er diese Barriere im Dezember-Future nie touchiert. Dann gibt es die Chance, eine Auszahlung von maximal 10,00 Euro. Ein entsprechendes Papier packen wir in unsere Empfehlungsliste herein und finden wir sehr interessant – WKN FG1HEU. Denn es ist gleichzeitig eine Spekulation darauf, dass sich nach der jüngsten deutlichen Rallye beim Ölpreis der Preis reduziert. Und reduziert sich der Preis am kurzen Ende, dann sollten auch die mittleren und längerfristig laufenden Futures einen kleinen Rückgang sehen und das wiederum würde dem Inline-Optionsschein guttun. Zugegeben, Spekulationen mit Öl sind etwas für Spezialisten, aber sie sind sehr spannend…
Handwerkszeug auf Öl:
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Basiswert
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Faktor
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Long
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Short
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Brent
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4
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PM58EG
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GW3CNK
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Brent
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8
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WA94Z3
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WA40J0
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WTI
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4
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FG1LZS
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FE3WMU
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WTI
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8
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WB2LVD
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GW3CUD
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