Der DAX ist am Donnerstag bei 25.682 Punkten in den Handel gestartet. Er lag damit 144 Zähler über dem Schlussniveau vom Vortag. Nach Handelsbeginn markierte er sein Tagestief bei 25.596 Punkten. Sein Tageshoch erreichte er zur Mittagszeit bei 25.801 Zählern. Den Handel beendete der DAX bei 25.717 Punkten. Er schloss damit 179 Punkte höher. Das entsprach einem Plus von 0,7 Prozent.

Nach der Zinserhöhung der US-Notenbank Fed und angesichts weiter sinkender Ölpreise hat der DAX seine Erholung vom Vortag deutlich ausgebaut, begleitet von Aufschlägen auch im MDAX. Hinweise auf eine teilweise Wiederinbetriebnahme einer wichtigen Ölpipeline in Saudi-Arabien sowie Berichte über chinesische Bemühungen, den Iran zu einem Vorgehen gegen Huthi-Rebellen im Jemen zu bewegen, haben den jüngsten Rückgang des Brent-Preises zusätzlich gestützt. Die erste Straffung der Fed seit 2023 und die betonte Entschlossenheit zur Inflationsbekämpfung haben die Verunsicherung an den Märkten verringert. In der Eurozone ist die Inflationsrate im August nach endgültigen Daten um 3,2 Prozent gestiegen und damit etwas geringer ausgefallen als zunächst gemeldet, wobei höhere Energiepreise den Anstieg prägten. In der deutschen Industrie hat der preisbereinigte Auftragsbestand im Juli gegenüber dem Vormonat um 1,5 Prozent zugenommen und damit erneut ein Rekordhoch markiert. Der MDAX legte um 171 Punkte auf 31.448 Zähler zu. Der EuroStoxx 50 kletterte um 0,9 Prozent auf 6.323 Zähler. Der Euro wurde zuletzt mit 1,1490 Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,1481 Dollar fest, nach 1,1537 Dollar am Vortag. Die Umlaufrendite sank um 2 Basispunkte auf 3,51 Prozent.

Deutsche Einzelaktien

Qiagen führte den DAX mit einem Plus von 3,8 Prozent an, gestützt von neu aufgeflammter Übernahmefantasie nach Berichten über mehrere interessierte Finanzinvestoren und einen möglichen Verkaufsprozess unter dem neuen Chef. Siemens Energy legte um 3,4 Prozent zu, begünstigt durch die Einstufung als Profiteur des KI-getriebenen Infrastrukturbooms, einen neuen Offshore-Großauftrag im Windbereich sowie das insgesamt freundliche Börsenumfeld. Volkswagen gewann 2,7 Prozent, was einer technischen Gegenbewegung auf die Vortagesverluste zugeschrieben wurde. Am Tabellenende stand Fresenius Medical Care mit einem Minus von 2,6 Prozent. Heidelberg Materials verlor 2,4 Prozent, während die Deutsche Telekom 1,9 Prozent einbüßte. Redcare Pharmacy lag im MDAX mit einem Plus von 10,9 Prozent vorn. Porsche zog um 5,1 Prozent an, gestützt von einer optimistischen Studie, die vor dem Kapitalmarkttag bessere Wertschöpfungsperspektiven durch Premiumausrichtung, Modellstraffung und Effizienzgewinne herausstellte. Nordex kletterte um 3,4 Prozent, unterstützt von einem neuen Großauftrag über einen Windpark in Brandenburg mit langjährigem Servicevertrag, der die Nachfrage und Kundentreue untermauerte. Am schwächsten präsentierte sich Bilfinger mit einem Einbruch von 21,4 Prozent, belastet von einer Gewinnwarnung mit gesenkter Umsatzprognose, schwächerer Marge und niedrigeren Barmittelzielen. Carl Zeiss Meditec gab 4,2 Prozent ab, während Bechtle 3,7 Prozent verlor.

USA:

Die US-Leitindizes haben deutlich zugelegt. Für Auftrieb sorgte der anhaltende Rückgang der zuvor stark gestiegenen Ölpreise. Die New Yorker Börse verarbeitete damit die erste Zinserhöhung der US-Notenbank Fed seit mehr als drei Jahren, nachdem die Kurse zunächst unter Druck geraten waren. Fed-Chef Kevin Warsh präsentierte sich entschlossen, die hohe Inflation zu bekämpfen, was im Nachgang positiv aufgenommen wurde. Als stabilisierend galt zudem, dass die Währungshüter ihre Unabhängigkeit von der Politik herausstellten. Besonders der Nasdaq 100 zog an, wobei starke Halbleiterwerte den technologielastigen Index anführten. Für den Dow Jones ging es um 316 Punkte oder 0,6 Prozent auf 51.778 Zähler nach oben. Der S&P 500 gewann 86 Punkte oder 1,1 Prozent und schloss bei 7.638 Punkten. Der Nasdaq 100 beendete den Handel mit einem Plus von 502 Punkten oder 1,7 Prozent bei 29.447. Die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihe gab um 7 Basispunkte nach und lag bei 4,94 Prozent, nach 5,01 Prozent am Vortag.

US-Einzelaktien

An der Spitze des Dow Jones lag der Chipkonzern Nvidia mit einem Plus von 2,5 Prozent. Cisco Systems legte 2,3 Prozent zu. Amazon kletterte um 2,1 Prozent, wobei ein milliardenschwerer Liefer- und Beteiligungsvertrag mit Generac die Fantasie für zusätzliches Wachstum im Cloud- und Rechenzentrumsbereich anregte. Am Ende der Rangliste fand sich Salesforce mit einem Minus von 2,9 Prozent wieder, belastet von der sehr ambitionierten Langfrist-Guidance bis 2030, dem Schwerpunkt auf kostspieligen KI-Projekten sowie dem umfangreichen Aktienrückkaufprogramm. Boeing gab 2,5 Prozent nach, obwohl positive Signale zu Triebwerksproblemen und ein zusätzlicher Verteidigungsauftrag für etwas Erleichterung mit Blick auf die Auftragslage sorgten. Walt Disney verlor 1,5 Prozent, nachdem ein umfangreicher Content-Vertrag von Disney Korea mit Kakao Entertainment Hoffnungen auf zusätzliche Erlöse im Streaminggeschäft und eine Stärkung von Disney+ geweckt hatte. An der Nasdaq-Spitze lag ARM mit einem Plus von 8,6 Prozent, gestützt von Äußerungen des CEO zur kräftigen Nachfrage nach dem neuen Rechenzentrums-Chip. Astera Labs zog um 9,1 Prozent an und Intel rückte um 7,7 Prozent vor. Am unteren Ende der Skala stand T-Mobile US mit einem Minus von 5,6 Prozent. Im frühen Handel notieren die US-Aktienindex-Futures leicht im Plus.

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