Der DAX ist zur Wochenmitte bei 25.281 Punkten in den Handel gestartet. Er lag damit 169 Zähler unter dem Schlussniveau vom Dienstag. Auf seinem höchsten Stand notierte er nach Handelsstart bei 25.347 Indexpunkten. Seinen Boden markierte der deutsche Leitindex am frühen Nachmittag bei 25.043 Punkten. Aus dem Handel ging der DAX bei 25.104 Zählern. Das waren 345 Punkte beziehungsweise 1,4 Prozent weniger.

DAX und MDAX haben zur Wochenmitte nach drei Gewinntagen deutlich nachgegeben. Anstehende Quartalsberichte, steigende Ölpreise und hohe Renditen vor allem französischer Staatsanleihen sorgten für Zurückhaltung und rückten die weiterhin als riskant wahrgenommenen Staatsschulden in Europa in den Fokus. Die Aussagen des französischen Notenbankchefs zu einem erhöhten Defizitrisiko Frankreichs und der Bedeutung des Haushaltsplans 2027 verstärkten die Nervosität an den Anleihe- und Aktienmärkten. Im Technologiesektor belasteten Gewinnmitnahmen und die Unsicherheit vor den Quartalszahlen großer asiatischer Konzerne, was sich in kräftigen Kursabschlägen bei Infineon und Süss Microtec widerspiegelte. Im Autosektor sorgten Berichte über geplante EU-Schutzmaßnahmen gegen chinesische Hybridfahrzeuge nur kurz für Rückenwind, während Porsche mit einem Spar- und Margenfokus-Programm und Mercedes mit schwachen China-Absätzen im Blick standen. Europäische Leitindizes beendeten den Handelstag ebenfalls schwächer, und auch die US-Börsen lagen zum europäischen Handelsschluss im Minus. Der MDAX büßte 1,4 Prozent oder 431 Punkte ein und schloss bei 30.112 Punkten. Der EuroStoxx 50 gab um 1,5 Prozent nach und stand bei 6.180 Zählern. Der Euro wurde zuletzt mit 1,1210 Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs gestern auf 1,1177 Dollar fest, nach 1,1269 Dollar am Vortag. Am Rentenmarkt legte die Umlaufrendite um 2 Basispunkte auf 3,44 Prozent zu.

Deutsche Einzelaktien

An der DAX-Spitze lag Scout24 mit einem Plus von 2,4 Prozent, gestützt durch den Einstieg des Investors David G. Brown mit einer meldepflichtigen Beteiligung. Die Deutsche Telekom legte um 2,2 Prozent zu, die sich nach der jüngsten Schwächephase nun etwas stabilisieren. Siemens Healthineers kletterte um 1,3 Prozent. Am Indexende stand Fresenius Medical Care mit einem Minus von 6,9 Prozent, belastet vom abrupten Abschied der langjährigen Chefin Helen Giza und der Ernennung von Shervin J. Korangy zum neuen Vorstandsvorsitzenden. Der Halbleiterhersteller Infineon gab 5,8 Prozent nach, da branchenweite Gewinnmitnahmen im europäischen Technologiesektor einsetzten und die Zurückhaltung vor Zahlen großer asiatischer Chipproduzenten zunahm. Die Deutsche Bank verlor 4,9 Prozent. Im MDAX setzte sich Redcare Pharmacy mit einem Plus von 10,8 Prozent an die Spitze, gestützt von angehobenen Jahreszielen und mehreren bestätigten Kaufempfehlungen großer Analystenhäuser. Puma verteuerte sich um 3,8 Prozent, der Einstieg von Anta Sports als neuer Großaktionär mit angekündigter strategischer Kooperation zum chinesischen Markt wurde als Vertrauenssignal gewertet. Freenet notierte 2,1 Prozent höher. Schwächster Wert war Kion mit einem Minus von 5 Prozent, belastet von kritischen Analystenkommentaren zu den ehrgeizigen Jahreszielen und den dafür erforderlichen starken Schlussmonaten. Renk verlor 4,8 Prozent, wobei rückläufige Großaufträge im deutschen Rüstungsbereich die Erwartungen an neue Projekte schmälerten. Hensoldt gab 4,8 Prozent ab, der Sensorspezialist aus der Rüstungsbranche litt trotz frischer Kaufempfehlungen unter dem schwachen Sektorumfeld.

USA:

Die US-Aktienmärkte haben zur Wochenmitte nach den Rekordhochs von S&P 500 und Nasdaq 100 vom Vortag Gewinne mitgenommen. Die großen Leitindizes schlossen allesamt im Minus, wobei der Dow Jones stärker nachgab als der marktbreite S&P 500 und der technologielastige Nasdaq 100. Steigende Anleiherenditen und anhaltend hohe Ölpreise erzeugten zusätzlichen Druck, da sie Inflationssorgen schürten und die Aussicht auf weitere Zinsschritte der US-Notenbank verschärften. Aus dem am Abend veröffentlichten Protokoll der letzten Fed-Sitzung geht hervor, dass alle 19 Mitglieder die jüngste Zinsanhebung im September mitgetragen haben. Viele Fed-Vertreter befürworteten den Schritt dem Protokoll zufolge ausdrücklich, um dem Risiko eines zunehmenden Inflationsdrucks entgegenzuwirken. Der Dow Jones beendete den Handel 341 Punkte oder 0,7 Prozent niedriger und notierte bei 51.180 Zählern. Der S&P 500 verzeichnete ein Minus von 17 Punkten oder 0,2 Prozent und schloss bei 7.802. Der Nasdaq 100 fiel um 65 Zähler oder 0,2 Prozent auf 31.160 Punkte. Am Anleihenmarkt stieg die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihe gestern um 1 Basispunkt auf 5,28 Prozent.

US-Einzelaktien

An der Spitze des Dow Jones lag Amgen mit einem Plus von 2,6 Prozent, unterstützt von der wachsenden Neigung der Anleger zu defensiven Dividendenwerten in einem Umfeld höherer Renditen. Johnson & Johnson gewann 1,4 Prozent, wobei die positiv bewertete Kooperation mit TRex Bio im Bereich entzündungshemmender Therapien die Stimmung hob. Amazon rückte um 1,4 Prozent vor, da die Aktie von ihrer Rolle als stark nachgefragter KI-Schwergewichtstitel profitierte und die angekündigten Milliardeninvestitionen in KI, Chips und Robotik zusätzlich Fantasie entfachten. Am unteren Ende der Skala stand Caterpillar mit einem Minus von 5,8 Prozent. Honeywell gab 2,2 Prozent nach, während Sherwin-Williams 1,9 Prozent einbüßte. An der Spitze des Nasdaq präsentierte sich Micron mit einem Plus von 4,1 Prozent, begünstigt durch zuversichtliche Analystenkommentare zur künftigen Speichernachfrage durch KI. Amgen, der Biotechkonzern mit solider Dividendenhistorie, legte um 2,6 Prozent zu, nachdem Investoren die Aktie als verlässlichen Ertragswert neu ins Blickfeld nahmen. Intuit (+2,6 Prozent) zog ebenfalls an. Am Ende der Rangliste fand sich Strategy mit einem Minus von 6,8 Prozent wieder, belastet von der Aufnahme in einen UBS-Basket aus überbewerteten Wachstumswerten. Nebius Group verlor 5,1 Prozent. Crowdstrike gab 4,8 Prozent ab. Im frühen Handel notieren die US-Aktienindex-Futures kaum verändert.

Hinterlasse ein Kommentar