Der DAX ist am Donnerstag mit 154 Punkten tiefer in den Handel gestartet und notierte bei 25.145 Zählern. Seine Talsohle durchschritt der deutsche Leitindex nach Handelsstart bei 25.134 Punkten. Sein Tageshoch markierte er am Nachmittag bei 25.421 Zählern. Zum Handelsschluss stand der DAX bei 25.383 Punkten und damit 84 Zähler beziehungsweise 0,3 Prozent höher.
Hohe Kursverluste in der weltweiten Technologie- und KI-Branche prägten die Stimmung, ließen den Index dank seines geringen Gewichts an KI-Profiteuren und sinkender US-Anleiherenditen aber mit einem leichten Plus aus dem Handel gehen. Deutlich stärker belastete die Tech-Schwäche den MDAX sowie den Halbleitersektor, wo mehrere Werte aus dem Chip- und Zulieferumfeld zweistellige Einbußen verzeichneten und Infineon im DAX die Verliererliste anführte. Unter Druck standen zudem Siemens Energy und Hochtief, die als Profiteure des Ausbaus von Rechen- und Datenzentren für Künstliche Intelligenz gelten. Im SDAX brach Drägerwerk nach einem Gewinnrückgang im dritten Quartal trotz Zollrückerstattungen ein, während Redcare Pharmacy von starken Quartalszahlen des Konkurrenten DocMorris profitierte. Auf europäischer Ebene gab der EuroStoxx 50 nach, während die Leitindizes in Großbritannien und der Schweiz sowie der Dow Jones Industrial zulegten. Der MDAX erhöhte sich um 166 Zähler oder 0,6 Prozent auf 30.216 Punkte. Der EuroStoxx 50 schloss 0,4 Prozent tiefer bei 6.168 Punkten. Der Euro steht heute früh bei 1,1230 Dollar. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs gestern auf 1,1208 Dollar fest, nach 1,1195 Dollar am Vortag. Am Rentenmarkt sank die Umlaufrendite um 6 Basispunkte auf 3,37 Prozent.
Deutsche Einzelaktien
An der Spitze des DAX stand Scout24 mit einem Plus von 7,5 Prozent, nachdem eine aktualisierte Stimmrechtsmitteilung der Bank of America als Vertrauenssignal für das Engagement gewertet wurde. Der Rüstungskonzern Rheinmetall legte um 4,3 Prozent zu, gestützt von der Aussicht auf niedrigere Energiekosten und einer Rotation in energieintensive Titel. Zalando gewann 3,8 Prozent, unterstützt von einer bestätigten Kaufempfehlung durch UBS, die den Ausblick des Online-Modehändlers untermauerte. Am unteren Ende der Skala lag Infineon mit einem Minus von 5,2 Prozent, belastet von Zinssorgen nach starken US-Inflationsdaten und einem weltweiten Ausverkauf im Halbleiter- sowie KI-Sektor. Hochtief verlor 3,6 Prozent, da höhere Finanzierungskosten und die wachsende Skepsis gegenüber KI-Rechenzentrumsprojekten den Infrastruktursektor belasteten. Siemens Energy gab 2,2 Prozent nach, hier drückten Zweifel am schuldenfinanzierten Ausbau der KI-getriebenen Rechenzentrumsinfrastruktur sowie der anhaltende globale Verkaufsdruck auf als KI-Profiteure geltende Titel. Im MDAX führte flatexDEGIRO mit einem Plus von 5,5 Prozent die Gewinnerliste an, getragen von der Ankündigung eines verdoppelten Aktienrückkaufprogramms, das den Gewinn je Aktie rechnerisch erhöhen dürfte. Auto1 rückte um 4,6 Prozent vor. Die Aktie von Renk stieg um 4,1 Prozent, nachdem ein Großauftrag von KNDS über Leopard-2-Getriebe den Auftragsbestand und die Visibilität der Erlöse bis 2032 verbesserte. Am Tabellenende fand sich Aixtron mit einem Minus von 12,7 Prozent wieder, belastet durch den breiten Abgabedruck bei Halbleiter- und KI-Werten nach überraschend hohen US-Inflationsdaten und neuen Zinssorgen. Hochtief gab 3,6 Prozent ab, da der als möglicher Profiteur des KI-Infrastrukturbaus geltende Wert unter der wachsenden Skepsis gegenüber kreditfinanzierten Rechenzentrumsprojekten stand. Kion verlor 1,8 Prozent, vor allem infolge gesenkter Mittelfristziele, eines schwachen Auftragseingangs im Staplergeschäft und einer weiter nach hinten verschobenen Zielmarge von über zehn Prozent.
USA:
US-Einzelaktien
Nike führte den Dow Jones mit einem Plus von 5,2 Prozent an. Salesforce, der Softwareanbieter für Unternehmenslösungen, gewann 4,6 Prozent, in den Schlagzeilen stand lediglich ein Spendenprojekt für das Weiße Haus. Der Baumarktkonzern Home Depot legte um 4,3 Prozent zu, ohne dass kursbewegende Nachrichten bekannt wurden. Am unteren Ende der Skala rangierte Cisco Systems mit einem Minus von 3,3 Prozent, hier drückten Berichte über vorsichtigere IT-Budgets trotz eines weiterhin positiven Analystenurteils. Nvidia gab 1,8 Prozent nach. Caterpillar verlor 1,8 Prozent. Im Nasdaq 100 setzte sich Applovin mit einem Plus von 6,5 Prozent an die Spitze, wobei die Auszeichnung als profitabelster Wert im Kommunikationssektor die Fantasie der Anleger anregte. Intuit zog um 6,4 Prozent an; der Spezialist für Finanzsoftware profitierte von den freundlichen US-Leitindizes. Autodesk kletterte um 6,1 Prozent. Am Ende der Rangliste stand Rocket Lab USA mit einem Minus von 6,6 Prozent, belastet durch die Verschiebung des Erstflugs der Neutron-Rakete auf 2027 und die damit verbundenen Mehrkosten. Teradyne gab 4,5 Prozent ab. Applied Materials büßte 3,7 Prozent ein, beeinträchtigt von einem breiten Abverkauf bei Halbleiterwerten und der Unsicherheit über künftige Exportlizenzen für Chipanlagen nach China. Im frühen Handel notieren die US-Aktienindex-Futures leicht im Plus.



