Meta geht mit neuem KI-Schwung in die Quartalsbilanz am Mittwoch. Seit der Einführung des KI-Agenten Muse Anfang September ist die Aktie um 14 Prozent gestiegen. Mit den neuen Muse-Wonder-Modellen wächst die Erwartung, dass der Konzern seine Reichweite in ein zusätzliches Geschäft verwandeln kann. Für das dritte Quartal rechnen die von FactSet befragten Analysten mit 63,34 Milliarden Dollar Umsatz und einem bereinigten Gewinn von 6,53 Dollar je Aktie. Die eigentliche Hürde könnte höher liegen: Nach Einschätzung der Bank of America erwarten institutionelle Investoren eher einen Umsatz nahe 64 Milliarden Dollar. Verfolgen Sie hier den Kurs bei Gettex…
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Ob Muse wirtschaftlich trägt, werden die Quartalszahlen allerdings noch kaum zeigen. Zunächst zählen Nutzerbindung, Zahlungsbereitschaft und die Kosten pro Nutzer. Kostenlose Angebote erleichtern die Verbreitung, erhöhen aber zugleich den Rechenbedarf. Kurzfristig dürften deshalb Abonnements wichtiger sein als die geplanten Provisionen auf Einkäufe, die der Agent vermittelt. Dieses Geschäftsmodell braucht Zeit und stößt auf Widerstand von Plattformen, die automatisierte Zugriffe blockieren. Potenzial bietet zudem Metas Zugang zu mehr als 200 Millionen Unternehmen. Aus dieser Reichweite allein entstehen jedoch noch keine profitablen KI-Umsätze.
Für die Börse könnte deshalb der Ausblick auf die Investitionen 2027 entscheidender werden als das abgelaufene Quartal. Für 2026 hat Meta bereits Kapitalausgaben von 130 bis 145 Milliarden Dollar angekündigt. Deutsche-Bank-Analyst Benjamin Black erwartet für das kommende Jahr mehr als 230 Milliarden Dollar und rechnet am Mittwoch mit ersten Signalen für einen weiteren Anstieg. Der Erfolg von Muse verschärft damit die Frage nach der Finanzierung des Wachstums: Mehr Nutzung rechtfertigt zusätzliche Kapazitäten, belegt aber noch keine ausreichende Rendite. Meta muss zeigen, wie daraus Erträge entstehen sollen. Als erster berichtender Konzern der „Magnificent Seven“ könnte das Unternehmen zugleich die Erwartungen an die KI-Ausgaben der gesamten Big-Tech-Branche nach oben verschieben.