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Tradingideen

DAX – Grönland-Crash? Wie wir nun agieren

Ein guter Börsenbrief muss seine eigenen Annahmen zügig überprüfen. Genau das mache ich heute – kompakt, nachvollziehbar und mit klarem Fahrplan. Testen Sie uns unverbindlich via feingoldresearch.de 

1) Rückblick auf Sonntag: Was war die Annahme, wie reagierte der Markt?

Auslöser waren die jüngsten Ankündigungen von Donald Trump – u. a. zu Grönland und möglichen neuen Zöllen.

Montag: schwache Nasdaq-Futures, in den USA Feiertag (MLK Day) – also kein direkter Verkaufsdruck aus New York. Die Abgaben kamen moderat über den DAX.

Ich hatte die 25.000 Punkte als realistische Marke genannt – genau dort pendelte der DAX.

Dienstag: erneut schwache US-Vorbörsen, der DAX rutscht Richtung 24.500.

2) Runde Marken – warum sie wichtig sind

Nach dem Sprung über runde Schwellen (15.000 / 20.000 / 25.000) werden diese Niveaus oft noch einmal getestet – manchmal auch kurz unterschritten.

Status: Der DAX ist wenige Tage nach dem Ausbruch wieder unter 25.000 gefallen und testet das Level nun von unten. Lehrbuch.

3) Volatilität – die These hat gehalten

Ich hatte höhere Schwankungen für Montag/Dienstag erwartet.

  • VDAX vs. Freitag: +≈41 %
  • Aktueller Stand: knapp 22➡️ These bestätigt: Die Volatilität ist sichtbar angesprungen. Wer Turbo-Longs auf die US-Volatilität (VX) im Depot hatte, konnte profitieren.

Wichtig: Volatilität ist eine Kurve, kein Einzelwert. Kurz- und Langfrist können deutlich abweichen. In großen Unsicherheitsphasen (z. B. 2020) war die Kurve auf allen Laufzeiten erhöht.

4) Einordnung: erhöht, aber keine Panik

  • VDAX/VX ~22 = erhöht, nicht extrem.
  • Langfristiger Mittelwert: ca. 15–17
  • Spitzen: VIX nahe 50 (Apr. 2025), während der Corona-Spitze teils nahe 100.➡️ Aktuell sprechen wir von Abkühlung, nicht von Alarm.

5) Marktlage: Wo Chancen entstehen

Wir sind bewusst mit hoher Cashquote ins Jahr gestartet. Jetzt sehen wir:

  • klare Rücksetzer bei Netflix, Spotify, Meta, Amazon
  • Schwäche bei Chipwerten wie Nvidia
  • Rheinmetall kommt vom Hoch zurück
  • Software (SAP, Microsoft & Co.) unter Druck

➡️ Korrektur = Auswahlfenster.

6) Vorgehen: Qualität zuerst, Timing danach

Die zwei Fragen, die zählen:

  1. Will ich dieses Unternehmen grundsätzlich besitzen?
  2. Wann stimmt das Chance-Risiko-Verhältnis?

Beispiel Salesforce: starke Marke, strukturelles Wachstum, kaufen in Korrekturen – nicht, weil man das Tief errät, sondern weil das Verhältnis attraktiv wird. Tiefs trifft niemand zuverlässig.

7) Portfolioführung statt Glaskugel

Handlungsfähig bleiben:

  • behutsam an schwachen Tagen nachkaufen
  • Cash-Reserven für tiefere Marken (24.000 / 23.000 / 22.000)
  • Irgendwann ist man voll investiert – und akzeptiert, dass der Markt noch etwas nachgibt.

Historischer Anker 2020: Voll investiert um 9.800, kurzfristig auf 8.200 gefallen – langfristig war alles unter 10.000 ein Geschenk.

8) Derivate: Disziplin schlägt Bauchgefühl

Inline-Optionsscheine (Absicherung):

Erreichen sie die „Mitte“ und reagieren kaum noch positiv, ändert sich das Profil – dann bewusst entscheiden: halten oder raus.

Discount-Optionsscheine:

  • aktuell preislich attraktiv
  • antizyklisch einsetzen
  • Beispiel: DAX Discount-Call (z. B. Basis 23.000 / Cap 23.500 / Laufzeit Dez 2026)
  • Faustregel: Discount-Calls an schwachen Tagen, Discount-Puts an starken Tagen kaufen.

9) Lernen am Markt – heute ist ein guter Tag

  • Risikobarometer der Börse München im Blick behalten
  • Bären-Monitor (z. B. UBS) für VDAX/VIX nutzen
  • 15:30 Uhr (US-Start) beobachten: steigt die Volatilität oder fällt sie?

Solche Tage sind Lehrstunden: Man versteht, wie Kurse, Volatilität und Anlegerverhalten zusammenwirken – und warum Prozess > Prognose ist.


Fazit

  • Runde Marken werden geprüft – der Test unter 25.000 war erwartbar.
  • Volatilität ist hoch, nicht extrem – das schafft Chancen.
  • Vorgehen: Qualität definieren, schrittweise agieren, Cash steuern, Derivate strukturiert einsetzen.

Gute Trades – und einen klaren Kopf für die nächsten Schritte.

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