
Jürgen Molnar ist Kapitalmarktstratege beim Broker Robomarkets.
Wer noch bis zuletzt gehofft hatte, US-Präsident Trump würde mit den schon lange kolportierten 25 Prozent auf alle importierten Autos nur drohen, der wurde gestern mit der öffentlichkeitswirksam unterzeichneten „Executive Order“ eines Besseren belehrt. Auch wenn damit das letzte Wort mit dem „Dealmaker“ im Weißen Haus noch nicht gesprochen sein dürfte, eine Eskalation im Handelsstreit der USA gegen den Rest der Welt ist es allemal.
Wir stellen den Marktkommentar von Jürgen Molnar, Kapitalmarktstratege bei Robomarkets, vor.
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Die Anleger in Frankfurt schwanken heute Morgen zwischen den gestern Abend zunächst geschaffenen Fakten einerseits und der nun vor ihnen liegenden Unsicherheit, wie zu erwartende Verhandlungen zwischen der Europäischen Union und einem der wichtigsten Exportmärkte nicht nur für Autos ausgehen werden. Denn auch diese Zölle dürften nicht die letzten gewesen sein, die Trump in seiner Legislatur ankündigt.
Der Republikaner sprach vom „Beginn des Befreiungstages in Amerika“, um gleich anzufügen, dass die am kommenden Donnerstag in Kraft tretenden Autozölle nicht mehr verhandelbar, sondern dauerhaft seien. Es wird also ein zähes Ringen um jedes Auto, jedes Fahrzeugteil und damit jeden Dollar, den die Autos auch für die Amerikaner teurer werden, sofern sie sie denn weiter kaufen. Dass auch die Wall Street nicht viel Positives an Zöllen findet, sah man gestern Abend bereits, als die Aktienkurse quer durch die Bank nachgaben.
Dennoch dürfte die vor anderthalb Wochen gedrehte Stimmung pro US-Aktien wieder weg von europäischen und deutschen Papieren anhalten. Die Börse hasst Unsicherheit, und sie nimmt immer weiter zu. Mehr und mehr Wolken ziehen am monatelang blauen Börsenhimmel auf. Heute Morgen sind die Autoaktien klar die Verlierer im DAX, der nun Kurs auf den wichtigen Widerstand bei 22.300 Punkten nimmt. Hält dieser nicht, könnte es ungemütlich an der Frankfurter Börse werden.