Die Nachrichtenlage zum Nahostkonflikt bleibt vielschichtig. Doch zwischen den Schlagzeilen zeigt sich ein leiser Stimmungswechsel. Die Hoffnung auf eine Sicherung der Straße von Hormus durch US-Streitkräfte hat den Kursrutsch zur Wochenmitte zumindest gebremst. Hinzu kommen Spekulationen über mögliche Gespräche zwischen den USA und dem Iran. An den Märkten reicht zunächst die Aussicht auf Diplomatie, um die Volatilität etwas einzuhegen.
Deutlich sichtbar wurde das am Energiemarkt: Der Gaspreis an der Börse ICE in Amsterdam fiel am Mittwoch um 11 Prozent, nachdem er sich zuvor binnen zwei Tagen zeitweise mehr als verdoppelt hatte.
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Natürlich hat der Abverkauf gerade an den Aktienmärkten deutliche Spuren hinterlassen. Im Welt-Aktien-Klima ist die Eintrübung unübersehbar. Europäische Indizes zeigten zuletzt relative Schwäche, der DAX bildet derzeit das Schlusslicht in unserer Vergleichsgruppe. Auch die deutschen Nebenwerte stehen stärker unter Druck (siehe Rendite seit Monatsbeginn und %-Abweichung vom Hoch).
Und doch lohnt der nüchterne Blick auf die Markttechnik. Rund drei Viertel der weltweit beobachteten Indizes notieren weiterhin über ihrer 200-Tage-Linie, die mehrheitlich ansteigt. Das Polster ist zwar auf zwei bis vier Prozent geschrumpft, aber noch vorhanden. Dass der DAX und einige Nebenwerte kurzfristig darunter gefallen sind, werten wir eher als Überdehnung nach unten denn als strukturellen Bruch.
Auffällig und wichtig für das kurzfristige Timing ist aber ein anderes Signal. Nahezu alle Indizes handeln unter ihrem Monatsdurchschnitt. Eine derart geringe Quote ist statistisch selten. Sie signalisiert eine klar überverkaufte Lage und deutet darauf hin, dass zu viel Angst eingepreist ist.
Geschichte wiederholt sich nicht, doch sie reimt sich. In vergleichbaren Phasen folgten häufig dynamische Gegenbewegungen. Somit liefert auch das Welt-Aktien-Klima ein Argument gegen zu viel Pessimismus.
