
Der jüngste Ausverkauf bei Halbleiter- und Speicheraktien wirkt zunehmend überzogen. Die Vorstellung von Kimi K3 durch das chinesische Unternehmen Moonshot AI schürte erneut die Angst, leistungsfähige und günstigere KI-Modelle könnten den milliardenschweren Ausbau der Rechenzentren infrage stellen. Der Philadelphia Semiconductor Index (SOX) fiel daraufhin zeitweise 20 Prozent unter sein Rekordhoch von Ende Juni. Micron lag am Donnerstag im Monatsvergleich rund 26 Prozent im Minus, Sandisk sogar 38 Prozent. Nach den enormen Kursgewinnen im ersten Halbjahr war eine Bereinigung überfällig. Die fundamentale Begründung für den Abverkauf überzeugt dagegen kaum.
Das stärkste Gegenargument lieferte Moonshot am Wochenende selbst. Innerhalb von nur 48 Stunden brachte die Nachfrage nach Kimi K3 die vorhandene Rechenkapazität nahezu an ihre Grenzen. Das Unternehmen stoppte deshalb vorübergehend neue Abonnements, priorisiert bestehende Kunden und baut nach eigenen Angaben die Kapazitäten so schnell wie möglich aus. Moonshot verfügt derzeit nicht über genügend Rechenchips, um den Nachfrageansturm zu bedienen. Kimi demonstriert damit keine sinkende Abhängigkeit von Hardware, sondern eher einen Mangel an ihr.
Wir rechnen daher mit einem Comeback des Halbleiter-Sektors in dieser Woche. Chip-Aktien kann man gebündelt sehr gut mit dem Roundhill-Memory-ETF spielen, den wir vor einigen Wochen als Short im Turbo-Trader getradet haben.
Nun gehen wir kurzfristig long via VY4HFP. Der Hebel liegt bei 3,4. Die Volatilität ist enorm, was tatsächlich keine Phrase ist. Ein Optionsschein am Geld mit Laufzeit bis Jahresende zeigt eine Volatilität von 111 Prozent. Daher ist ein klassischer Turbo das Werkzeug der Wahl.
Unser Kursziel / Take-Profit liegt bei 2 Euro, was ungefähr 40 Prozent Gewinn entspräche.
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