Der DAX ist am Dienstag 188 Punkte höher gegenüber dem Schlusskurs vom Vortag in den Handel gestartet. Er notierte bei 26.190 Zählern. Nach Handelsstart kletterte er bis auf 26.267 Punkte. Am Vormittag fiel er bis auf 26.082 Indexpunkte zurück. Zum Schlussgong lag der deutsche Leitindex bei 26.202 Punkten. Das waren 201 Zähler beziehungsweise 0,8 Prozent mehr.
Der DAX hat seine Rekordserie am Dienstag ausgebaut und nach dem Sprung über die Marke von 26.000 Punkten eine weitere Bestmarke erzielt. Optimismus mit Blick auf eine diplomatische Lösung im Iran-Konflikt und die damit einhergehenden weiter sinkenden Ölpreise stützte die Stimmung. In der deutschen Standardwerteauswahl sorgten allerdings mehrere Titel für deutliche Ausschläge: Zalando sackte nach enttäuschenden Umsatz- und Ergebniszahlen für das zweite Quartal ab, Fresenius Medical Care stand trotz guter Quartalsergebnisse wegen schwächerer Behandlungszahlen in den USA unter Druck, und Adidas litt nach bereits kritisch aufgenommenen Zahlen zusätzlich unter einer Abstufung. Bayer legte dagegen nach besser als erwarteten Resultaten dank starkem Agrargeschäft, Kostensenkungen und wachsenden Pharmaverkäufen zu.
MDAX
Im MDAX fiel Lufthansa nach einem kräftigen Gewinneinbruch infolge stark gestiegener Kerosinkosten im Zusammenhang mit Iran-Krieg und Streiks ans Ende des Index. Der MDAX schloss 49 Punkte oder 0,1 Prozent höher bei 32.560 Punkten. Der EuroStoxx 50 zog um 0,9 Prozent auf 6.487 Zähler an. Der Euro steht heute früh bei 1,1540 Dollar. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs für die Gemeinschaftswährung gestern auf 1,1515 Dollar fest, nach 1,1535 Dollar am Vortag. Die Umlaufrendite verharrte bei 3,11 Prozent.
Infineon führte den DAX mit einem Plus von 3,7 Prozent an, gestützt von der wieder aufgeflammten Zuversicht in Halbleiterwerte und Spekulationen auf starke Quartalszahlen. Airbus legte 3 Prozent zu, ohne dass frische unternehmensspezifische Nachrichten den Anstieg erklärten. Die Aktie von Merck zog um 2,7 Prozent an, wobei die anstehenden Zahlen im Umfeld einer bislang robusten Berichtssaison die Hoffnung auf ein solides Ergebnis untermauerten. Am unteren Ende der Skala stand Zalando mit einem Minus von 13,4 Prozent, nachdem schwache Quartalszahlen, ein verfehltes Wachstumstempo und eine konkretisierte, nun zurückgenommener wirkende Mittelfristprognose die Fantasie der Anleger dämpften.
Fresenius Medical Care gab 7,6 Prozent nach, belastet von rückläufigen Behandlungszahlen in den USA und dem Eindruck, dass ein Teil der Gewinnstärke auf nur temporär wirkenden Sondereffekten beruht. Adidas verlor 2,5 Prozent, hier drückten eine Herabstufung durch UBS, Sorgen um die Margenentwicklung und anhaltender Zweifel an der Profitabilität nach den jüngsten Zahlen. An der Spitze des MDAX stand TKMS mit einem Kursplus von 5,3 Prozent. Aurubis rückte um 4,5 Prozent vor, während Thyssenkrupp um 3 Prozent anzog. Am unteren Ende der Skala landete Lufthansa mit einem Einbruch von 8,2 Prozent, belastet von einem massiven Rückgang des bereinigten operativen Gewinns im zweiten Quartal, einem fast vollständig weggeschmolzenen Überschuss sowie einer spürbar gesenkten Ergebnisprognose bis 2026. Hinzu kamen deutlich höhere Kerosinkosten, Streikfolgen und der Kapazitätsabbau durch das Aus der Regionaltochter, was den Ausblick zusätzlich eintrübte. Lanxess büßte 3,3 Prozent ein, während Carl Zeiss Meditec 2,6 Prozent nachgab.
Handelsgeschehen in den USA
US-Leitindizes haben am Dienstag deutlich zugelegt und neue Rekorde markiert, gestützt von der laufenden Berichtssaison und fallenden Ölpreisen. Hoffnungen auf eine diplomatische Lösung im Iran-Krieg und eine mögliche Öffnung der Straße von Hormus verbesserten die Risikostimmung zusätzlich. Der Nasdaq 100 setzte seine Erholungsrally fort und legte besonders kräftig zu, nachdem starke Quartalsberichte die jüngsten Sorgen rund um das KI-Thema im Technologiesektor dämpften. Vor allem Palantir befeuerte mit einem fast verdoppelten Quartalsumsatz und einem Kurssprung von rund 30 Prozent die KI-Euphorie, während Caterpillar mit besser als erwarteter Gewinnentwicklung und seinem Geschäft mit Energietechnik für Rechenzentren positiv hervorstach.
Deutliche Aufschläge verzeichneten KI-nahe Speicher- und Chipwerte wie Intel, Sandisk, Marvell Technology und ARM, während AMD und SpaceX vor ihren nachbörslich erwarteten Resultaten ebenfalls gesucht waren. Im Dow Jones drückten dagegen Gewinnmitnahmen bei Amazon, Kursverluste beim Ölkonzern Chevron im Umfeld sinkender Ölpreise sowie Abschläge bei Nike nach einer Abstufung, während McDonald’s nach der Ernennung eines neuen Chefs für den US-Markt moderat vorrückte. Der Dow Jones schloss mit einem Plus von 907 Punkten oder 1,7 Prozent bei 54.086 Zählern. Der S&P 500 gewann 136 Punkte oder 1,8 Prozent auf 7.737 Zähler. Der Nasdaq 100 beendete den Tag mit einem Plus von 956 Punkten oder 3,3 Prozent bei 29.733 Zählern. Die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihe gab um 7 Basispunkte nach und lag bei 4,63 Prozent.
Dow Jones
An der Spitze des Dow Jones stand Caterpillar mit einem Plus von 5,6 Prozent, beflügelt von deutlich besser als erwarteten Quartalszahlen bei Gewinn und Umsatz. Cisco Systems legte 5,1 Prozent zu. International Business Machines zog um 3,9 Prozent an, wobei die relativ hohe Analystenakzeptanz, eine als sicher geltende Dividende und ein solider Free-Cashflow-Ausblick die jüngste Kursschwäche in den Hintergrund treten ließen. Am Ende der Rangliste lag Nike mit einem Minus von 2,6 Prozent, belastet von einer Herabstufung durch JPMorgan. Amazon.com verzeichnete einen Rückgang von 2,3 Prozent, obwohl starke Zahlen aus dem Cloud-Geschäft und ein sprunghafter Wertzuwachs der Anthropic-Beteiligung die strategische Position im KI-Bereich untermauerten. UnitedHealth Group gab 1,9 Prozent nach.
Im Nasdaq-Index führte Palantir Technologies mit einem Plus von 29,5 Prozent, getrieben von deutlich über den Erwartungen liegenden Quartalszahlen und einer kräftig angehobenen Umsatzprognose. Arm Holdings gewann 17,4 Prozent; hier beflügelten die Rolle als möglicher Profiteur der KI-Infrastruktur und die Bedeutung von Chipwerten für das erwartete Gewinnwachstum. Marvell Technology zog um 12,8 Prozent an, nachdem Anleger auf kräftige Ergebnisbeiträge aus KI-Rechenzentren und die breit angelegte Rallye im Halbleitersektor setzten. Am unteren Ende der Skala rangierte Diamondback Energy mit einem Minus von 3,5 Prozent, belastet von einem deutlich fallenden Ölpreis im Zuge der Aussicht auf ein US-Iran-Abkommen und einer Entspannung an der Straße von Hormus. Constellation Energy verlor 2,4 Prozent, wobei eine skeptische Bewertung im Vergleich zu Vistra und der Hinweis auf nuklearspezifische sowie regulatorische Risiken die Stimmung trübten. Amazon gab 2,3 Prozent nach; hier belasteten Diskussionen über die hohe Bewertung, die Nachhaltigkeit des Gewinnsprungs durch die Anthropic-Neubewertung und mögliche Wachstumsrisiken. Im frühen Handel notieren die US-Aktienindex-Futures leicht im Plus.



