Der DAX ist am Montag bei 26.360 Punkten in den Handel gestartet und damit 41 Zähler über dem Schlussniveau vom Freitag. Am Vormittag kletterte er bis auf 26.442 Indexpunkte. Sein Tagestief markierte er am frühen Nachmittag bei 26.304 Punkten. Aus dem Handel ging der DAX bei 26.324 Zählern. Damit stand mit 4 Punkten mehr nur eine marginale Veränderung zu Buche.
Der deutsche Leitindex hat sein Rekordhoch nur knapp verpasst und den Handelstag mit einem minimalen Aufschlag beendet, während der MDAX schwächer aus dem Handel ging. Geopolitische Spannungen im Nahen Osten mit dem fortdauernden Iran-Krieg und der ungeklärten Wiederöffnung der für den Öltransport wichtigen Straße von Hormus bestimmten das Geschehen, parallel legten die Ölpreise zu. Iran plant gemeinsam mit Oman ein Gebührenmodell für Durchfahrten von Handelsschiffen durch die Straße von Hormus und bereitet dazu Überwachungs- und Sicherheitsmechanismen vor. Entlastung brachte die nachlassende Furcht vor weiteren Leitzinserhöhungen in den USA nach dem jüngsten Arbeitsmarktbericht, was die Stimmung an den Aktienmärkten aufhellte. Für den Euroraum signalisierte der Sentix-Konjunkturindex mit einem Anstieg auf 0,9 Punkte den vierten monatlichen Stimmungsaufschwung in Folge und übertraf damit die Erwartungen. Der MDAX büßte 156 Punkte oder 0,5 Prozent ein und notierte bei 32.251 Punkten. Der EuroStoxx 50 legte um 0,2 Prozent zu und stand bei 6.536 Punkten. Der Euro wird heute früh mit 1,1540 Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,1555 Dollar fest, nach 1,1535 Dollar am vorherigen Handelstag. Am Rentenmarkt notierte die Umlaufrendite kaum verändert bei 3,10 Prozent.
Deutsche Einzelaktien
Im DAX setzte sich Qiagen mit einem Plus von 5,5 Prozent an die Spitze, gestützt auf besser als erwartet aufgenommene Quartalszahlen und frisches Vertrauen in die künftige Ertragskraft. Adidas zog um 2 Prozent an, während Scout24 um 1,6 Prozent vorrückte; der Einstieg von Goldman Sachs über die Schwelle von 3 Prozent gilt hier als Signal verstärkten Engagements institutioneller Investoren. Am Ende der DAX-Liste lag die Deutsche Telekom mit einem Minus von 3,2 Prozent, nachdem Anleger nach den jüngsten Kursgewinnen im Anschluss an die Quartalszahlen vermehrt Kasse machten. Beiersdorf gab 2,2 Prozent nach, Brenntag verlor 1,3 Prozent, belastet von anstehenden Zinsentscheidungen in den USA und wachsenden Konjunktursorgen in Deutschland. Im MDAX lag Sartorius mit einem Plus von 2,8 Prozent vorn. TeamViewer verteuerte sich um 2,6 Prozent und setzte damit seine jüngste Erholung im Indexumfeld fort. Hensoldt, der Rüstungsspezialist, legte um 1,9 Prozent zu, beflügelt von der politischen Debatte über massive Bundeswehrinvestitionen und den Ausbau moderner Verteidigungstechnologien. Am Tabellenende stand Jungheinrich mit einem Minus von 3,9 Prozent. Auto1 büßte 3,2 Prozent ein; hier drückten vor allem Verkäufe in einem insgesamt ruhigen Nachrichtenumfeld. Freenet verlor 2,8 Prozent und gehörte damit ebenfalls zu den größten Verlierern im Tagesverlauf.
USA:
Die US-Leitindizes haben sich in Rekordnähe etwas schwächer gezeigt. Nachlassende Zinssorgen nach dem US-Arbeitsmarktbericht vom Freitag standen einer zunehmenden Verunsicherung durch die Lage im Nahen Osten gegenüber. Der Dow Jones gab nach seinem Rekordhoch in der Vorwoche leicht nach, auch S&P 500 und Nasdaq 100 schlossen moderat im Minus. Im Fokus stand die für den Welthandel zentrale Straße von Hormus, durch die ein großer Teil des internationalen Schiffsverkehrs verläuft. Der Iran plant nach Angaben seines Außenministeriums, von Handelsschiffen Gebühren für die Passage dieser Meerenge zu erheben. Der Streit um entsprechende Rechte auf dieser wichtigen Route gilt als wesentlicher Auslöser der jüngsten Eskalation im militärischen Konflikt zwischen den USA und dem Iran und erschwert eine Einigung mit Washington. Der Dow Jones büßte 61 Punkte oder 0,1 Prozent auf 53.976 Zähler ein. Der S&P 500 lag 5 Punkte oder 0,1 Prozent tiefer bei 7.753. Der Nasdaq 100 beendete den Handel 100 Punkte oder 0,3 Prozent schwächer und notierte bei 29.622 Zählern. Am Anleihenmarkt zog die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihe um 7 Basispunkte auf 4,72 Prozent an.
US-Einzelaktien
Chevron führte den Dow Jones mit einem Plus von 4,5 Prozent an, gestützt durch den kombinierten Effekt aus höherer Produktionsplanung, disziplinierten Investitionen und deutlich anziehenden Ölpreisen. Salesforce gewann 2,5 Prozent, der Softwarekonzern profitierte von der Erwartung, dass Unternehmen ihre Ausgaben für KI-gestützte Cloud-Lösungen weiter ausweiten. Merck legte um 1,8 Prozent zu, nachdem starke Umsätze bei Keytruda und neuen Therapien halfen, die Prognose für den Jahreserlös nach oben zu setzen. Am unteren Ende der Skala fand sich Nvidia mit einem Minus von 2,9 Prozent wieder. Der Chipkonzern benötigt wohl Kapital und sondiert mit großen Vermögensverwaltern ein milliardenschweres Finanzierungsprogramm für KI-Infrastruktur. Travelers verlor 2,3 Prozent. Sherwin-Williams gab 1,9 Prozent ab. An der Nasdaq-Spitze stand Datadog. Die Aktie zog um 11,5 Prozent an, eine breit angelegte Software-Rally und anhaltender KI-Optimismus sorgten hier für Rückenwind. Palo Alto Networks stieg um 5,8 Prozent, wobei die robuste Nachfrage nach Cybersecurity und die Einstufung des China-Geschäfts als kaum relevant das Vertrauen der Anleger stützten. Am Tabellenende rangierte Lumentum mit einem Minus von 8,6 Prozent, belastet vom breiten Verkaufsdruck auf Photonics- und Chipwerte. Arm Holdings gab 5,2 Prozent nach, was im schwachen Halbleitersektor mit Zins- und Bewertungsängsten zusammenhing. Astera Labs verlor 5,1 Prozent. Im frühen Handel notieren die US-Aktienindex-Futures kaum verändert.



