Der DAX ist am Dienstag bei 25.593 Punkten in den Handel gestartet und damit 18 Zähler über dem Schlussniveau vom Vortag. Nach Handelsbeginn markierte er sein Tagestief bei 25.423 Punkten. Sein Tageshoch erreichte er zur Mittagszeit bei 25.757 Zählern. Aus dem Handel ging der DAX bei 25.579 Indexpunkten. Das waren gerade einmal 4 Punkte mehr.
Der deutsche Leitindex hat nach einem schwankungsreichen Börsentag nahezu unverändert geschlossen, während der MDAX deutlich zulegte. Ölpreise und US-Anleiherenditen gaben erneut die Richtung vor, wobei der zeitweise deutliche Rückgang zusätzlichen Auftrieb verschaffte. An der 50-Tage-Linie endete dieser Erholungsversuch, zumal die US-Börsen uneinheitliche Vorgaben lieferten. Iranische Signale zu erneuten Verhandlungen mit den USA sowie die von US-Präsident Donald Trump in Aussicht gestellte weitreichende Entscheidung im Iran-Konflikt beeinflussten die Ölpreise im Tagesverlauf und sorgten für zwischenzeitlichen Druck, aber auch wieder für Unterstützung. Im DAX dominierten vor allem Einzelhandels- und Konsumgüterwerte wie Zalando, Adidas, Beiersdorf und Henkel die Gewinnerseite. Im weiteren europäischen Handel legte der EuroStoxx 50 leicht zu, während der Züricher SMI seitwärts tendierte und der Londoner FTSE 100 nachgab. Der MDAX kletterte um 0,9 Prozent oder 288 Punkte und schloss bei 31.530 Punkten. Der EuroStoxx 50 gewann 0,1 Prozent und lag bei 6.325 Punkten. Der Euro wurde zuletzt mit 1,1430 Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,1463 Dollar fest, nach 1,1490 Dollar am vorherigen Handelstag. Die Umlaufrendite gab einen Basispunkt auf 3,44 Prozent nach.
Zalando führte den DAX mit einem Plus von 3,7 Prozent an, gestützt von der Nachfrage nach konsumorientierten Werten und der Entspannung beim Ölpreis. Infineon legte um 3,2 Prozent zu, hier trieb die weltweite KI-Euphorie mit starken Vorgaben aus den USA die Nachfrage im Chipsektor. GEA zog um 2,8 Prozent an, nachdem ein Vorstandsdirektor mit einem größeren Aktienkauf Vertrauen in die weitere Entwicklung bekundet hatte. Am Ende der Rangliste rangierte Allianz mit einem Minus von 3,4 Prozent. Der Rüstungskonzern Rheinmetall gab 1,9 Prozent nach. Die Deutsche Bank verlor 1,7 Prozent, nachdem die geplante Emission neuer AT1-Kapitalinstrumente als belastende Kapitalmaßnahme eingestuft worden war. Fraport lag im MDAX mit einem Aufschlag von 5,2 Prozent vorn, ausgelöst durch den angekündigten Rauswurf aus dem Stoxx Europe 600 und die damit verbundenen Umschichtungen indexgebundener Fonds. Evonik Industries kam auf ein Plus von 4,3 Prozent, nachdem der Spezialchemiekonzern seinen umfassenden Stellenabbau und die strategische Fokussierung auf margenstärkere Geschäfte noch einmal deutlich untermauert hatte. Thyssenkrupp zog um 3,9 Prozent an, hier stand die Stimmrechtsaufstockung des Großanlegers Amundi auf gut 3 Prozent für wachsendes institutionelles Vertrauen. Am Tabellenende im MDAX lag United Internet mit einem Minus von 4,3 Prozent. FlatexDEGIRO verlor 2,9 Prozent, während Renk 2,1 Prozent abgab, nachdem UBS ihren Anteil unter die Meldeschwelle von 5 Prozent zurückgeführt hatte.
USA: Cisco fällt ohne Grund
Die US-Leitindizes sind uneinheitlich aus dem Handel gegangen: Standardwerte gaben nach, während Technologietitel an der Nasdaq auf Rekordniveau zulegten. In New York gerieten vor allem Aktien großer Banken, Versicherer und Online-Reiseportale unter Druck, nachdem neue KI-Tools wie Metas Assistent Muse die Geschäftsmodelle von Anbietern infrage stellen, die stark von gewohnheitsgetriebenem Konsum abhängen. Im Dow Jones setzte sich Amgen mit deutlichen Kursgewinnen an die Spitze, gestützt von positiven vorläufigen Phase-3-Daten zum Mittel Dazodalibep gegen das Sjögren-Syndrom, während Cisco ohne neue fundamentale Nachrichten auf den tiefsten Stand seit Mai abrutschte. An der Technologiebörse profitierten Shopify von der Einführung neuer Partner-Tools für grenzüberschreitenden Handel, Versand und internationalen Vertrieb. In den USA gelistete Papiere von Grab und Gamestop legten nach gemeldeten Insider-Aktienkäufen zu. In den Nahostkonflikt kam zugleich neue diplomatische Bewegung, nachdem sich Vertreter der USA und des Irans am Rande der UN-Generaldebatte in New York zu einem mehrstündigen Gespräch getroffen hatten. Die in den Vereinigten Staaten notierten Alibaba-Aktien zogen leicht an, nachdem der Konzern einen eigenen leistungsstarken KI-Chip angekündigt hatte, der Nvidia Konkurrenz machen und den Ausbau der Rechenzentren unterstützen soll. Der Dow Jones fiel um 185 Punkte oder 0,4 Prozent auf 51.864 Zähler. Der S&P 500 schloss fast unverändert bei 7.765 Punkten. Der Nasdaq 100 gewann 250 Punkte oder 0,8 Prozent und notierte bei 30.732 Zählern. Am US-Anleihenmarkt verharrte die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihe bei 4,96 Prozent.
Amgen führte den Dow Jones mit einem Plus von 4,3 Prozent an, gestützt von positiven Phase-3-Daten zum Autoimmunmittel Dazodalibep, die zusätzliche Fantasie für Pipeline und Erlöse weckten. The Home Depot legte um 2,7 Prozent zu, nachdem sich zyklische Konsumwerte im Tagesverlauf erholten. 3M zog um 2,6 Prozent an, vor allem dank Umschichtungen in konjunktursensible Industriewerte. Am unteren Ende der Skala stand Cisco Systems mit einem Minus von 4,5 Prozent. JPMorgan Chase gab 3,4 Prozent nach, wobei Äußerungen von CEO Jamie Dimon zu KI, Konjunktur und Geopolitik den Fokus der Anleger auf strategische Großthemen richteten. American Express verlor 2,7 Prozent, während der Finanzsektor insgesamt deutlich zurückblieb. Im Nasdaq-Index setzte sich Shopify mit einem Aufschlag von 7,1 Prozent an die Spitze, befeuert von der geplanten Einbindung von Metas KI-Agent Muse in den Checkout-Prozess. Monolithic Power Systems verbesserte sich um 8,1 Prozent. Sandisk kam auf ein Plus von 6,8 Prozent. Auf der Verliererseite stand Adobe mit einem Abschlag von 4,5 Prozent. Cisco Systems büßte 4,5 Prozent ein, während Intuit 3,9 Prozent nachgab. Im frühen Handel notieren die US-Aktienindex-Futures kaum verändert.



