Der deutsche Leitindex ist am Dienstag bei 26.378 Punkten in den Handel gestartet. Das waren 54 Zähler mehr gegenüber dem Schlussniveau vom Montag. Sein Tagestief markierte er am Morgen bei 26.246 Punkten. Von dort aus zog er am frühen Nachmittag bis auf 26.505 Zähler an. Aus dem Handel ging der Index bei 26.391 Punkten. Das bedeutete ein Plus von 68 Punkten beziehungsweise 0,3 Prozent.

Neue Hoffnungen auf eine Lösung im Iran-Krieg haben den DAX auf ein Rekordhoch getrieben. Erstmals in seiner Geschichte überschritt der Leitindex im Verlauf die Marke von 26.500 Punkten, nachdem er erst in der Vorwoche die Schwelle von 26.000 Zählern überwunden hatte. Rückenwind erhielt der Markt von weiter sinkenden Ölpreisen, nachdem Pakistans Verteidigungsminister Khawaja Asif Signale für eine mögliche Einigung zwischen den USA und dem Iran beschrieben hatte. Am Ende des Tages schloss der deutsche Aktienindex moderat im Plus, während der MDAX leicht nachgab. Ein anhaltend robustes Gewinnwachstum der DAX-Unternehmen in Verbindung mit moderaten Bewertungen und einer zurückhaltenden Marktstimmung hat die Hausse des DAX seit Ende Juli geprägt. In Europa erreichten auch der EuroStoxx 50 und der Schweizer Leitindex SMI neue Bestmarken, während der britische FTSE 100 geringfügig schwächer aus dem Handel ging. Der MDAX büßte 26 Punkte ein und schloss bei 32.225 Zählern. Der EuroStoxx 50 legte um 0,2 Prozent zu und stand bei 6.551 Punkten. Die Gemeinschaftswährung notiert heute früh bei 1,1542 Dollar. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,1540 Dollar fest, nach 1,1555 Dollar am vorherigen Handelstag. Die Umlaufrendite erhöhte sich um 6 Basispunkte auf 3,16 Prozent.

Deutsche Einzelaktien

An der Spitze des DAX lag Siemens Energy mit einem Plus von 2,6 Prozent, gestützt von einer erneuten Sektor-Rotation in Richtung KI-Profiteure und dem freundlichen Gesamtmarkt. RWE zog um 1,8 Prozent an, nachdem die vertagte Entscheidung zum Braunkohleausstieg die Aussicht auf längere Kraftwerkslaufzeiten und eine verlässliche Versorgungssicherheit verbesserte. Deutsche Telekom legte um 1,6 Prozent zu. Am Ende der Kurstafel stand Qiagen mit einem Minus von 3,6 Prozent. Bei Adidas gab der Kurs um 3,1 Prozent nach, belastet von schwachen Zahlen des Schweizer Wettbewerbers On Holding, die die Sorgen um das Sportschuhsegment verschärften. Zalando verlor 2,9 Prozent. Im MDAX setzte sich Aixtron mit einem Plus von 4 Prozent an die Spitze, unterstützt von einer Umschichtung in KI- und Halbleiterwerte sowie optimistischen Gewinnprognosen führender Strategen. Carl Zeiss Meditec rückte um 3,6 Prozent vor, während Kion 3,4 Prozent zulegte; der Einstieg von BlackRock über die Marke von 3 Prozent wurde als Vertrauensbeweis gewertet. Am Tabellenende fand sich Thyssenkrupp mit einem Minus von 3,1 Prozent wieder, belastet von Lieferengpässen durch das extreme Niedrigwasser am Rhein und der zurückgenommenen Prognose der Tochter Nucera. Nemetschek gab 2,1 Prozent ab, Traton verlor 2 Prozent.

USA:

Die Wall Street ist nach anfänglicher Unterstützung durch Hoffnungen auf Fortschritte im Iran-Konflikt schwächer aus dem Handel gegangen. US-Leitindizes wie der S&P 500 gaben nach, während sich innerhalb der großen Technologiewerte besonders Alphabet mit deutlichen Verlusten hervortat. Äußerungen des pakistanischen Verteidigungsministers zu einer möglichen Annäherung zwischen den USA und dem Iran setzten die Ölpreise zwar zeitweise unter Druck, am Ende legten sie jedoch wieder zu. Die USA rechnen nun damit, dass kriegsbedingte Unterbrechungen der Ölversorgung bis Ende nächsten Jahres bei etwa 600.000 Barrel pro Tag liegen, da der Konflikt den Verkehr durch die Straße von Hormus weiterhin beeinträchtigt. Die anhaltenden Störungen auf den globalen Energiemärkten und steigende Ölpreise halten die Inflationssorgen hoch. Vor diesem Hintergrund rücken die für Mittwoch erwarteten US-Verbraucherpreisdaten für Juli in den Fokus, für die ein leichter Rückgang der Teuerungsrate auf 3,4 Prozent prognostiziert wird. Diese Daten dürften die zuletzt durch einen schwachen US-Arbeitsmarktbericht gedämpften Spekulationen über weitere Zinserhöhungen der US-Notenbank Fed beeinflussen. Der Dow Jones beendete den Tag mit einem Minus von 184 Punkten oder 0,3 Prozent bei 53.792 Zählern. Der S&P 500 büßte 25 Zähler oder 0,3 Prozent ein und schloss bei 7.728 Punkten. Der Nasdaq 100 verlor 96 Punkte oder 0,3 Prozent und schloss bei 29.525. Die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihe sank um 2 Basispunkte auf 4,70 Prozent.

US-Einzelaktien

An der Spitze des Dow Jones stand Home Depot mit einem Plus von 1,1 Prozent, ohne dass eine klare fundamentale Nachricht als Impulsgeber auszumachen war. Der Ölkonzern Chevron gewann 0,9 Prozent; hier sorgten ein höherer Ölpreis und eine angehobene Produktionsprognose für verstärkte Käufe. IBM zog um 0,9 Prozent an, gestützt von der anhaltenden Euphorie um KI-Investitionen und soliden Software-Erträgen. Am Ende der Rangliste fand sich Honeywell mit einem Minus von 5,3 Prozent wieder. Alphabet gab 3,8 Prozent ab. Amazon verlor 2,1 Prozent, nachdem Investoren nach dem Sprung in Richtung einer Marktbewertung von 3 Billionen Dollar teilweise Gewinne mitnahmen und zugleich verstärkte regulatorische Risiken in den Vordergrund rückten. Im Nasdaq-Index führte Axon Enterprise die Gewinnerliste mit einem Plus von 6,7 Prozent an. MercadoLibre verbesserte sich um 6,3 Prozent. Nebius Group rückte um 5 Prozent vor, wobei die Erwartung der anstehenden Quartalszahlen und hohe abgegrenzte Umsätze als Hinweis auf eine kräftige Nachfrage im Geschäft mit KI- und Clouddiensten gelten; zusätzlich stärkt die Einbindung in das Nvidia-Ökosystem die Wahrnehmung als bedeutender Spezialanbieter. Am Tabellenende stand Applovin mit einem Minus von 6 Prozent, belastet von einer Abstufung durch Bank of America von Kauf- auf Halteempfehlung. Datadog sackte um 5,4 Prozent ab, nachdem der Ausblick unter der Reduzierung des größten Kunden litt, während starke Erlöse und mehrere Großaufträge die Wachstumsperspektiven stützen. Honeywell International gab 5,3 Prozent nach. Im frühen Handel notieren die US-Aktienindex-Futures kaum verändert.

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