Der DAX ist am Donnerstag bei 26.437 Punkten in den Handel gestartet und damit 106 Zähler über dem Schlusskurs vom Vortag. Am Vormittag markierte er sein Tageshoch bei 26.490 Punkten. Am Nachmittag fiel er bis auf 26.285 Zähler zurück. Den Handel beendete der DAX bei 26.300 Indexpunkten. Er lag damit 31 Punkte beziehungsweise 0,1 Prozent niedriger.

Der deutsche Leitindex hat nach seinem jüngsten Rekordlauf zum Wochenausklang an Dynamik eingebüßt und mit leichten Abschlägen geschlossen. Der Handelsverlauf war von bröckelnden Gewinnen im Tagesverlauf geprägt, was auf eine Phase der Konsolidierung nach den ambitionierten Kursniveaus hindeutet. Unternehmenszahlen aus der laufenden Berichtssaison geben dem Markt weiterhin Halt, nachdem 70 Prozent der DAX-Konzerne ihre Gewinnschätzungen übertroffen haben und das Gewinnwachstum so stark ausfällt wie seit mindestens dem ersten Quartal 2024 nicht mehr. Der MDAX schloss ebenfalls schwächer, während der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 nach seiner Rekordmarke vom Vortag moderate Zugewinne verteidigte. Die Industrieproduktion in der Eurozone stagnierte im Juni wie erwartet, womit von dieser Seite weder zusätzlicher Rücken- noch Gegenwind für den Aktienmarkt kam. Der MDAX gab um 0,2 Prozent oder 70 Punkte auf 32.265 Zähler nach. Für den EuroStoxx 50 ging es um 0,2 Prozent auf 6.545 Zähler nach oben. Der Euro notiert heute früh bei 1,1540 Dollar. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,1534 Dollar fest, nach 1,1545 Dollar am Vortag. Am Rentenmarkt blieb die Umlaufrendite unverändert bei 3,12 Prozent.

Deutsche Einzelaktien

Continental führte den DAX mit einem Plus von 3 Prozent an. Der Versorger RWE legte um 2,6 Prozent zu, gestützt durch das deutlich ausgeweitete Investitionsprogramm, die kräftig angehobenen Ergebnisziele und die vom Management aufgezeigten zusätzlichen Potenziale. Fresenius gewann 1,8 Prozent. Am Indexende stand BASF mit einem Minus von 2,2 Prozent, belastet von einer weiterhin skeptischen Branchenstudie der Bank Barclays, in der Wettbewerber besser abschneiden. Schlusslicht war Mercedes-Benz, der Autobauer gab 1,6 Prozent nach, da die Diskussion um strukturelle Nachteile der deutschen Industrie den Fokus stärker auf Kosten und Margen lenkt. Volkswagen verringerte sich um 1,3 Prozent, was der Markt als Reaktion auf die Ausweitung der Sparpläne mit drohenden Werksschließungen und einem massiven zusätzlichen Stellenabbau interpretierte. TKMS dominierte den MDAX mit einem Plus von 10,2 Prozent, getragen von angehobenen Umsatz- und Margenzielen sowie besser als erwarteten Quartalszahlen und frischen Analystenempfehlungen. Thyssenkrupp zog um 9,1 Prozent an, hier sorgten ein deutlicher Ergebnissprung, Fortschritte beim Konzernumbau und eine höhere Gewinnprognose für Zuversicht. TeamViewer legte um 2,4 Prozent zu, nachdem eine Stimmrechtsmitteilung einen Beteiligungsaufbau von Goldman Sachs über die Marke von fünf Prozent auswies. Am MDAX-Ende lag Lanxess mit einem Minus von 5,7 Prozent, belastet von einer Abstufung durch Berenberg und Sorgen um Wachstum und Schuldenlast. Aurubis verlor 4,7 Prozent. Nordex gab 3,5 Prozent nach, obwohl in den jüngsten Meldungen vor allem positive Auftragsnachrichten und günstige Branchenimpulse hervorgehoben wurden.

USA:

US-Technologiewerte haben an ihre starke Vortagsentwicklung angeknüpft. Der Nasdaq 100 legte deutlich zu, gestützt von nachlassenden Inflations- und Zinssorgen nach schwächer als erwartet gestiegenen US-Erzeugerpreisen für Juli. Die US-Leitindizes erreichten im Zuge dessen neue Höchststände oder bewegten sich in deren Nähe, wobei der S&P 500 im Verlauf ein Rekordhoch markierte und knapp darunter schloss, während der Dow Jones nur leicht ins Plus drehte. Die Ölpreise gaben angesichts einer relativen Beruhigung im Nahostkonflikt deutlich nach und nahmen damit zusätzlichen Druck von der Zinsseite. Aktien von Cisco gerieten trotz überraschend guter Quartalszahlen und höher gesteckter Unternehmensziele unter Druck, weil der Ausblick auf das Geschäft mit Künstlicher Intelligenz hinter den Erwartungen zurückblieb und Gewinnmitnahmen auslöste. Der Dow Jones verzeichnete ein Plus von 70 Punkten oder 0,1 Prozent und schloss bei 53.840 Zählern. Der S&P 500 ging 50 Punkte oder 0,7 Prozent höher bei 7.799 aus dem Handel. Der Nasdaq 100 erzielte ein Plus von 342 Punkten oder 1,1 Prozent und beendete den Handel bei 30.085. Am Anleihenmarkt sank die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihe um 5 Basispunkte auf 4,63 Prozent.

US-Einzelaktien

Salesforce führte den Dow Jones mit einem Plus von 4,2 Prozent an, beflügelt von einer JPMorgan-Empfehlung, die die Risiken im KI-SaaS-Geschäft als übertrieben einstuft. Der Pharmakonzern Merck legte um 2 Prozent zu, gestützt von der Debatte um die Impfpolitik in den USA und positiven Signalen von Aufsichtsbehörden. Nike kletterte um 1,8 Prozent. Am unteren Ende der Skala stand Cisco mit einem Minus von 8,4 Prozent, belastet von einem enttäuschenden Ausblick mit schwachen Erwartungen für KI-nahe Netzwerkprodukte. UnitedHealth verlor 1,6 Prozent, nachdem eine erweiterte Aktionärsklage mit schweren Vorwürfen zu Governance und Medicare-Abrechnung publik geworden war. McDonald’s büßte 1,3 Prozent ein. Im Nasdaq 100 setzte sich Workday mit einem Plus von 17,8 Prozent an die Spitze, angetrieben von Medienberichten über fortgeschrittene Übernahmegespräche mit dem Finanzinvestor Silver Lake. Sandisk gewann 13,7 Prozent, wobei starkes Wachstum im Speicher- und Data-Center-Geschäft sowie ein umfangreiches Aktienrückkaufprogramm das Vertrauen der Anleger stützten. Western Digital rückte um 7,3 Prozent vor, der Datenspeicher-Spezialist profitierte von der anhaltenden Rally in zyklischen Halbleiterwerten. Am Tabellenende fand sich erneut Cisco Systems mit einem Minus von 8,4 Prozent, hier drückte insbesondere eine schwache Prognose für das Geschäft mit KI-Netzwerklösungen auf die Stimmung. Lumentum Holdings gab 5,6 Prozent nach, obwohl der Hersteller optischer Komponenten starke Quartalszahlen und eine wachsende Rolle in der KI-Infrastruktur vorweisen konnte. PDD Holdings fiel um 5,5 Prozent, der chinesische E-Commerce-Konzern stand im Handelsverlauf deutlich unter Druck. Im frühen Handel notieren die US-Aktienindex-Futures kaum verändert.

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