Der deutsche Leitindex ist zur Wochenmitte 61 Punkte höher in den Handel gestartet und notierte bei 26.452 Zählern. Zur Mittagszeit markierte er mit 26.574 Punkten sein Tageshoch. Sein Tagestief erreichte er am Nachmittag bei 26.314. Aus dem Handel ging der Index bei 26.331 Punkten. Das Minus belief sich auf 60 Zähler beziehungsweise 0,2 Prozent.

Der deutsche Aktienmarkt drehte zur Wochenmitte nach einem erneuten Rekordhoch im Tagesverlauf ins Minus und schloss leicht schwächer. Der EuroStoxx 50 verzeichnete nach einer Bestmarke ebenfalls Verluste, während der MDAX moderat im Plus den Handel beendete. An Europas Börsen konzentrierten sich die Aufschläge weiter auf Technologie- und Rüstungswerte, wurden aber von Gewinnmitnahmen nach den jüngsten US-Inflationsdaten gebremst. Die US-Verbraucherpreise stiegen im Juli um 3,4 Prozent nach 3,5 Prozent im Juni und entsprachen damit den Erwartungen, wobei ein schwächerer Benzinpreisanstieg den Preisauftrieb dämpfte. Deutsche Verbraucherpreise erhöhten sich im Juli infolge deutlich gestiegener Energiepreise nach dem Ende des Tankrabatts auf eine Inflationsrate von 2,8 Prozent, nach 2,3 Prozent im Juni. Der MDAX legte um 110 Punkte oder 0,3 Prozent auf 32.335 Punkte zu. Der EuroStoxx 50 büßte 0,3 Prozent auf 6.534 Punkte ein. Der Euro wurde zuletzt mit 1,1525 Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs für den Euro auf 1,1545 Dollar fest, nach 1,1540 Dollar am Vortag. Die Umlaufrendite sank um 4 Basispunkte auf 3,12 Prozent.

Deutsche Einzelaktien

An der Spitze des DAX stand der Rüstungskonzern Rheinmetall mit einem Plus von 2,3 Prozent, gestützt von einer Hochstufung durch RBC und positiven Branchensignalen rund um TKMS und Aufrüstungsthemen. Siemens Energy legte um 2 Prozent zu, beflügelt von besser als erwarteten Zahlen beim Windanlagenbauer Vestas und der angehobenen Jahresprognose des dänischen Konkurrenten. Allianz kam um 0,7 Prozent voran. Am unteren Ende der Skala lag E.ON mit einem Minus von 3,2 Prozent, hier belastete die vom Markt als zu vorsichtig empfundene Bestätigung der Jahresziele trotz solider Halbjahreszahlen. Der Softwarekonzern SAP verlor 2,6 Prozent. Adidas gab 2,3 Prozent ab, nachdem schwache Erlöse und eine gekappte Umsatzprognose bei On Holding die Sorge vor einer abkühlenden Nachfrage im Sportschuhsektor verstärkten. Im MDAX führte TKMS mit einem Plus von 8,5 Prozent, getragen von kräftig angehobenen Jahreszielen und besser als erwarteten Neunmonatszahlen samt hohem Auftragsbestand. Nordex gewann 4,6 Prozent, Rückenwind lieferten starke Quartalsergebnisse des Konkurrenten Vestas mit erhöhter Prognose und positiven Analystenreaktionen auf den Sektor. Thyssenkrupp erhöhte sich um 3,1 Prozent, wobei die optimistischeren Perspektiven der Marinesparte TKMS die Erwartung an künftige Erträge des Konzerns verbesserten. Am unteren Ende der Skala fand sich Bilfinger mit einem Minus von 5,4 Prozent, hier belasteten die schwächere Nachfrage im Mittleren Osten mit rückläufigem Auftragseingang und ein vorsichtigerer Margenausblick. TeamViewer sank um 4,3 Prozent, nachdem eine Stimmrechtsmeldung sinkende Beteiligungsquoten von Goldman Sachs an dem Softwareanbieter auswies. Carl Zeiss Meditec verlor 4,1 Prozent, da eine Abstufung durch UBS mit gesenktem Kursziel auf steigende China-Risiken und eine schleppendere Gewinnerholung verwies.

USA:

US-Technologieaktien haben zur Wochenmitte die Wall Street gestützt, nachdem mehrere Unternehmen aus dem KI- und Halbleiterumfeld mit starken Zahlen und optimistischen Prognosen aufwarteten. Nasdaq 100 und S&P 500 legten zu, während der Dow Jones kaum vorankam. Die US-Inflation ging im Juli wie erwartet leicht auf 3,4 Prozent zurück und hielt damit die Sorge vor weiteren Zinserhöhungen in Grenzen. Im KI-Sektor sorgten ein Umsatzsprung von über 500 Prozent im Cloud-Geschäft des niederländischen Nebius-Konzerns sowie positive Ausblicke von CoreWeave, Super Micro Computer und dem Nvidia-Partner Hon Hai für teils zweistellige Kursgewinne, während die meisten Aktien aus der Gruppe der Magnificent 7 schwächer tendierten. Lumentum profitierte von besser als erwarteten Quartalszahlen und Ausblick, Cisco legte im Vorfeld der nachbörslich anstehenden Zahlen zu, und Applied Materials zog im Vorfeld seiner für Donnerstag angekündigten Bilanz an. Aus dem Nahen Osten kamen zudem Signale einer möglichen weiteren Entspannung, darunter Pläne zur Verlängerung einer Waffenruhe und eine erwartete Einigung zur Schifffahrt durch die Straße von Hormus. Für den Dow Jones ging es kaum verändert um 22 Punkte auf 53.770 Zähler nach unten. Der S&P 500 beendete den Handel mit einem Plus von 20 Punkten oder 0,3 Prozent bei 7.749 Zählern. Der Nasdaq 100 gewann 217 Punkte oder 0,7 Prozent und notierte bei 29.743. Die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihe sank um 2 Basispunkte auf 4,68 Prozent.

US-Einzelaktien

An der Spitze des Dow Jones stand der Chipkonzern Nvidia, der 3 Prozent zulegte, getragen von optimistischen KI- und Rechenzentrums-Ausblicken mehrerer Infrastrukturpartner. Cisco Systems verbesserte sich um 2,9 Prozent, hier sorgten der zinssensitive Rückenwind durch den US-Inflationsbericht und die bevorstehende Quartalsbilanz für zusätzliche Nachfrage. Walmart kletterte um 2,4 Prozent. Am unteren Ende der Skala rangierte Home Depot mit einem Minus von 3,1 Prozent, belastet von ETF-Umschichtungen, die den Handel in der Aktie anfachten. Microsoft verlor 2,3 Prozent. Der Softwareanbieter Salesforce büßte 2,1 Prozent ein, wobei eine Sektor-Rotation hin zu KI-Hardware und kritische Bewertungsdebatten die Stimmung dämpften. An der Spitze des Nasdaq präsentierte sich Nebius Group mit einem Plus von 34,1 Prozent, getragen von explosionsartig wachsenden Q2-Umsätzen, einer satten Steigerung beim operativen Gewinn sowie starkem Rückenwind aus dem KI-Segment. CoreWeave gewann 19,3 Prozent, Anleger honorierten die verdoppelte Erlösdynamik, die erhöhte Langfristprognose und den stark ausgebauten, margenstärkeren Auftragsbestand. Lumentum Holdings rückte um 13,6 Prozent vor, wobei die besser als erwarteten Quartalszahlen und die Einordnung als Profiteur des KI-Booms das Vertrauen in die Wachstumsperspektiven stärkten. Am unteren Ende der Skala rangierte MercadoLibre mit einem Minus von 5,8 Prozent. Axon Enterprise verlor 5,7 Prozent, während Applovin 4,7 Prozent einbüßte, nachdem eine Abstufung durch Bank of America den Titel sichtbar unter Druck setzte. Im frühen Handel notieren die US-Aktienindex-Futures kaum verändert.

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