Der DAX ist zum Ende der Handelswoche 96 Punkte über dem Schlusskurs vom Vortag in den Handel gestartet. Er notierte bei 26.236 Zählern. Seinen Boden markierte er nach Handelsstart bei 26.224 Punkten. Auf seinem höchsten Stand lag er zur Mittagszeit bei 26.445 Indexpunkten. Den Handelstag beendete der deutsche Leitindex bei 26.319 Punkten. Das entsprach einem Plus von 179 Zählern beziehungsweise 0,7 Prozent.

US-Arbeitsmarktdaten haben den DAX auf ein neues Rekordhoch geführt, bevor der Index einen Teil der Gewinne wieder abgab und mit einem klaren Tages- und kräftigen Wochenplus aus dem Handel ging. Schwächere Beschäftigungszahlen in den USA dämpften Spekulationen über baldige Zinserhöhungen der US-Notenbank Fed und lieferten damit Rückenwind, während der Nebenwerteindex MDAX leicht schwächer tendierte. Der US-Arbeitsmarkt meldete im Juli einen Rückgang der Beschäftigtenzahl außerhalb der Landwirtschaft um 23.000 Stellen, nachdem zuvor im Schnitt ein Plus von 80.000 erwartet worden war. Deutsche Konjunkturdaten zeichneten ein gemischtes, insgesamt aber robustes Bild: Die Exporte erreichten im Juni mit 139,3 Milliarden Euro einen Rekordwert und lagen 0,9 Prozent über dem Vormonat sowie 6,6 Prozent über dem Vorjahr. Das Verarbeitende Gewerbe erhöhte im Juni seine Produktion zum dritten Mal in Folge um 0,2 Prozent gegenüber dem Vormonat, während im Jahresvergleich ein leichter Rückgang von 0,1 Prozent zu Buche schlug. Im Hintergrund blieb die Schifffahrt in der Straße von Hormus trotz ausbleibender neuer Angriffe stark beeinträchtigt, was die Unsicherheit im Welthandel hoch hielt. Der MDAX büßte 0,1 Prozent oder 24 Punkte ein und schloss bei 32.407 Punkten. Der EuroStoxx 50 gewann 0,3 Prozent auf 6.524 Punkte. Der Euro notiert heute früh bei 1,1555 Dollar. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs für die Gemeinschaftswährung am Freitag auf 1,1535 Dollar fest, nach 1,1542 Dollar am Vortag.

Deutsche Einzelaktien

An der Spitze des DAX stand SAP und gewann 4,1 Prozent, begünstigt von der Erholung im Technologiesektor und dem Überwinden der 200-Tage-Linie nach nachlassenden KI-Sorgen. Scout24 legte 3,6 Prozent zu, wobei eine Serie positiver Analystenkommentare und die Einstufung als potenzieller KI-Profiteur die Attraktivität der Aktie unterstrichen. Der Chipkonzern Infineon rückte um 2,9 Prozent vor, hier sorgten starke Vorgaben eines US-Branchenkollegen und die freundliche Stimmung für Halbleiterwerte für zusätzlichen Rückenwind. Am Ende der Rangliste stand Daimler Truck mit einem Minus von 2,8 Prozent, belastet von einem deutlichen Gewinnrückgang im zweiten Quartal und einem verhaltener eingeschätzten Auftragseingang. Zalando verlor 2,1 Prozent, nachdem ein Aktienverkauf durch Vorstand Robert Gentz im Rahmen eines Beteiligungsprogramms bei Anlegern für Unruhe gesorgt hatte. Schlusslicht war Allianz, die 1,6 Prozent einbüßte, da trotz operativem Rekordgewinn ein unter den Erwartungen liegender Überschuss und der unveränderte Ausblick als Enttäuschung gewertet wurden. Nemetschek führte den MDAX mit einem Plus von 7 Prozent an, gestützt von der nachlassenden Zinsangst und einer breiten Rally der Softwarewerte. Ionos gewann 6,4 Prozent, hier sorgten starke Halbjahreszahlen, über den Erwartungen liegende Umsätze und eine angehobene Mittelfristprognose für Zuversicht. Tag Immobilien kletterte um 2,7 Prozent. Am unteren Ende der Skala rangierte Lanxess mit einem Minus von 4,4 Prozent, hier belastete der weiterhin sehr vorsichtige Ausblick mit anhaltenden Nettoverlusten trotz nur minimaler operativer Besserung die Stimmung. Aurubis verlor 4,1 Prozent, nachdem Verzögerungen und ein schwächerer Ergebnisbeitrag des US-Recyclingwerks den mittelfristigen Gewinnausblick eintrübten. TKMS büßte 2,9 Prozent ein.

Aktuelle Arbeitsmarktdaten haben der Wall Street Rückenwind verliehen. In den USA ist die Beschäftigung im Juli unerwartet gesunken, zugleich legten die Löhne schwächer zu als prognostiziert. Diese Konstellation mildert die zuvor aufgekommenen Sorgen, dass die US-Notenbank angesichts des zuletzt ölpreisbedingt angeheizten Inflationsrisikos im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg bald die Leitzinsen anheben könnte. Am Vortag hatten entsprechende Zinsspekulationen die Rekordrally in New York noch gebremst. Zum Wochenschluss legte der Dow Jones zu und verbuchte auch auf Wochensicht ein deutliches Plus. Auch der marktbreite S&P 500 zog an, während der technologielastige Nasdaq 100 noch kräftiger vorrückte. Der Dow Jones stieg um 152 Punkte oder 0,3 Prozent und notierte bei 54.037 Zählern. Der S&P 500 legte um 48 Punkte oder 0,6 Prozent auf 7.758 Zähler zu. Der Nasdaq 100 notierte um 349 Punkte oder 1,2 Prozent höher bei 29.722 Zählern.

US-Einzelaktien

Angeführt wurde der Dow Jones von Salesforce.com mit einem Plus von 3,2 Prozent, getragen von der Kombination aus Tech-Rally, sinkenden Zinserwartungen und neu belebter AI-Fantasie rund um Agentforce. Honeywell International gewann 2,3 Prozent. Der Chipkonzern NVIDIA Corporation kam um 2,3 Prozent voran, wofür eine angehobene Umsatzprognose im Halbleitersektor und die weiter sehr starke AI-Nachfrage als Treiber galten. Am Tabellenende stand Visa mit einem Minus von 2,2 Prozent. Caterpillar verlor 1,7 Prozent, der Baumaschinenhersteller hatte zwar Rekordumsätze und deutlich höhere Gewinne präsentiert, die zuvor aufgebaute Erwartungshaltung erwies sich jedoch als noch ambitionierter. Chevron gab 1,4 Prozent ab, obwohl der Energiekonzern von steigenden Ölpreisen und einer breiten Sektoraufwertung im Energiekomplex profitierte. Im Nasdaq setzte sich Airbnb mit einem Plus von 17,4 Prozent an die Spitze, gestützt von starken Quartalszahlen, angehobenen Jahreszielen und einem optimistischen Ausblick auf neue Wachstumsfelder. SpaceX zog um 15,8 Prozent an, hier überzeugten rasantes Umsatzwachstum, der Sprung in die Gewinnzone und die Dynamik bei Starlink sowie AI-Verträgen. Microchip Technology verteuerte sich um 13,9 Prozent, nachdem der Chiphersteller mit einer über den Erwartungen liegenden Umsatzprognose und Rückenwind durch fallende Renditen punkten konnte. Am schwächsten schnitt Seagate Technology mit einem Minus von 4,7 Prozent ab, belastet von trüben Signalen für Speicher- und KI-Memory-Anbieter nach der vorsichtigen Sandisk-Guidance. Monster Beverage gab 4 Prozent nach, da der Markt trotz kräftiger Umsatz- und Gewinnzuwächse die deutlich höheren operativen Kosten und den daraus resultierenden Margendruck in den Vordergrund rückte. Western Digital verlor 3,8 Prozent, was auf Gewinnmitnahmen nach der Kursvervielfachung, Skepsis eines Analysten zur Bewertung und ein eingetrübtes Sentiment für AI-Memory-Werte zurückgeführt wurde.

Hinterlasse ein Kommentar