Zur Wochenmitte ist der deutsche Leitindex DAX 83 Punkte unter dem Schlusskurs vom Dienstag in den Handel gestartet. Er notierte bei 25.887 Zählern. Nach Börsenbeginn kletterte er bis auf 25.924 Punkte. Am Vormittag fiel er bis auf 25.728 Zähler zurück. Zum Schlussgong stand der DAX bei 25.839 Indexpunkten. Das bedeutete ein Minus von 131 Punkten beziehungsweise 0,5 Prozent.

Weiter steigende Renditen an den Kapitalmärkten haben den deutschen Leitindex zur Wochenmitte erneut belastet. Nach seinem Rekordhoch vom Freitag verbuchte das Börsenbarometer den dritten Verlusttag in Folge und fiel auf den niedrigsten Stand seit Anfang August. Die jüngsten Rückgänge am deutschen Aktienmarkt stehen im Zusammenhang mit kräftig steigenden Anleiherenditen, wobei die Verzinsung zehnjähriger Bundesanleihen mit knapp 3,40 Prozent den höchsten Stand seit knapp 20 Jahren erreichte. Am Nachmittag gaben die Renditen etwas nach, woraufhin sich die Verluste an der Aktienbörse ein Stück weit verringerten. Auch der MDAX beendete den Handel im Minus und setzte damit die Korrekturbewegung im deutschen Aktienmarkt fort. Der MDAX büßte 0,7 Prozent oder 215 Punkte ein und ging bei 31.958 Zählern aus dem Handel. Der EuroStoxx 50 schloss 0,1 Prozent niedriger bei 6.362 Punkten. Der Euro liegt heute früh bei 1,1600 Dollar. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,1578 Dollar fest, nach 1,1590 Dollar am Vortag. Die Umlaufrendite stieg insgesamt um 3 Basispunkte auf 3,35 Prozent.

Deutsche Einzelaktien

An der Spitze des DAX lag Qiagen mit einem Plus von 2,1 Prozent. Die Commerzbank legte 1,7 Prozent zu, nachdem die von Konzernchefin Orlopp skizzierten, strukturierten Gespräche mit Großaktionär UniCredit sowie die klar umrissene Rolle des Bundes finale Übernahmespekulationen befeuerten. Adidas zog um 1,1 Prozent an, nachdem eine frische Kaufempfehlung von Barclays und der Verweis auf mögliche Impulse der anstehenden Innovationstage den Fokus der Anleger auf Produktpipeline und Markenstärke richteten. Am Ende der Kursliste stand Zalando mit einem Minus von 4,7 Prozent, belastet von einer BaFin-Rüge zum Konzernabschluss sowie schwacher Profitabilität trotz kräftigen Umsatzwachstums. Volkswagen fiel um 3,8 Prozent zurück, nachdem der bevorstehende Rauswurf aus dem EuroStoxx 50, die vom Management ausgerufene Konzernkrise und Spekulationen über mögliche Werksschließungen die Sorgen vor strukturellen Problemen verstärkten. GEA verlor 3,5 Prozent, da die Platzierung eines größeren Aktienpakets durch die Kuwait Investment Authority mit Abschlag und der Rückzug dieses langjährigen Großaktionärs die Stimmung trübten. Lanxess dominierte den MDAX mit einem Plus von 4,2 Prozent. CTS Eventim verteuerte sich um 2,1 Prozent. Aixtron kam um 2 Prozent voran. Am Tabellenende des MDAX rangierte Redcare Pharmacy mit einem Minus von 6,9 Prozent. Die Aktie von Flatexdegiro gab 4,5 Prozent nach, belastet durch Meldungen über kleinere Stimmrechtsverschiebungen eines Großinvestors und die verhaltene Reaktion auf eine neue Managementposition. Teamviewer verlor 4,3 Prozent.

USA:

Die US-Leitindizes haben sich nach mehreren schwächeren Tagen erholt. Dow Jones, S&P 500 und Nasdaq 100 legten allesamt zu und beendeten damit die jüngste Verlustserie des Dow Jones. Die Ölpreise präsentierten sich trotz erneuter gegenseitiger Angriffe der USA und des Iran relativ stabil. Lage und Konflikt im Nahen Osten bleiben jedoch angespannt und stellen weiterhin einen wichtigen Unsicherheitsfaktor für die Wall Street dar. Der Dow Jones gewann 295 Punkte oder 0,6 Prozent auf 53.062 Zähler. Der S&P 500 notierte um 35 Punkte oder 0,5 Prozent fester bei 7.667. Der Nasdaq 100 erhöhte sich um 66 Punkte oder 0,2 Prozent auf 29.143 Zähler. Am US-Anleihenmarkt verharrte die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihe bei 4,79 Prozent.

US-Einzelaktien

An der Spitze des Dow Jones platzierte sich Nvidia mit einem Plus von 3,2 Prozent. American Express legte 1,8 Prozent zu. Caterpillar kam um 1,7 Prozent voran. Am unteren Ende der Skala fand sich Honeywell mit einem Minus von 1,9 Prozent. Der Industriekonzern 3M gab 0,9 Prozent nach, während Microsoft 0,8 Prozent verlor, nachdem die US-Regierung im Urheberrechtsstreit um KI-Training die Fair-Use-Position von OpenAI stützte. An der Spitze des Nasdaq stand Alnylam Pharmaceuticals mit einem Plus von 8,7 Prozent, getragen von massiv erhöhten Investitionsausgaben, die der Markt als aggressiven Wachstumskurs wertete. PayPal verteuerte sich um 4,3 Prozent. Constellation Energy zog um 3,5 Prozent an. Am unteren Ende der Skala lag Palo Alto Networks mit einem Minus von 9,3 Prozent, belastet von Hinweisen des Managements auf steigende Infrastrukturkosten. Der Softwareanbieter Datadog sank um 6,5 Prozent. Palantir büßte 5,8 Prozent ein, nachdem der Übergang des TITAN-Projekts in die Produktionsphase zwar strategische Bedeutung signalisierten, vom Markt jedoch nicht honoriert wurde. Das TITAN‑Projekt (Tactical Intelligence Targeting Access Node) von Palantir ist das neue, KI‑gestützte Intelligence‑ und Zielerfassungssystem der US‑Armee. Im frühen Handel notieren die US-Aktienindex-Futures kaum verändert.

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