Der DAX ist zur Wochenmitte bei 25.516 Punkten in den Handel gestartet und damit 114 Zähler über dem Schlusskurs vom Dienstag. Auf seinen tiefsten Stand fiel er nach Handelsbeginn bei 25.362 Punkten. Am Nachmittag kletterte er bis auf 25.599 Zähler. Zum Börsenschluss notierte der DAX bei 25.538 Indexpunkten. Das waren 135 Punkte mehr beziehungsweise 0,5 Prozent.
Vor der abendlichen Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed hat der deutsche Aktienmarkt zur Wochenmitte zugelegt. DAX und MDAX beendeten den Handel im Plus, der Leitindex blieb dabei über seiner 100-Tage-Durchschnittslinie als Marke für den mittel- bis längerfristigen Trend. Moderat sinkende Ölpreise stützten das Geschehen, auch wenn der Konflikt im Jemen und die Spannungen auf der Arabischen Halbinsel weiter ungelöst bleiben und der UN-Sicherheitsrat erneut in einer Dringlichkeitssitzung beriet. Eine in Aussicht gestellte schnelle Wiederinbetriebnahme einer wichtigen Ölpipeline in Saudi-Arabien entspannte die Lage am Ölmarkt zusätzlich. Im Vorfeld der Fed-Sitzung standen zudem die gestiegene US-Kerninflation und die damit verknüpften Erwartungen an eine straffere Geldpolitik im Mittelpunkt. In der Eurozone sorgte ein nur um 0,1 Prozent rückläufiger Industrieausstoß im Juli für etwas Entspannung, da das Minus geringer ausfiel als erwartet. Der MDAX erhöhte sich um 0,5 Prozent oder 141 Punkte und schloss bei 31.277 Zählern. Der EuroStoxx 50 gewann 0,5 Prozent und beendete den Handel bei 6.267 Punkten. Der Euro liegt heute früh bei 1,1460 Dollar. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs gestern auf 1,1537 Dollar fest, nach 1,1539 Dollar am Vortag. Am Rentenmarkt verharrte die Umlaufrendite bei 3,53 Prozent.
Deutsche Einzelaktien
An der Spitze des DAX stand Siemens Energy mit einem Plus von 3,1 Prozent, gestützt von der Erwartung steigender Strom- und Turbinennachfrage durch den globalen KI-Ausbau. RWE legte um 2,8 Prozent zu, nachdem der Versorger seinen Einfluss beim Netzbetreiber Amprion deutlich vergrößert und den Netzausbau damit als strategische Ertragssäule hervorgehoben hat. Hochtief rückte um 2,6 Prozent vor, wobei die Zuversicht in den Bau von Rechenzentren als KI-Infrastruktur sowie eine Erholung nach vorangegangenen KI-Sicherheitsängsten die Aktie stützten. Auf dem letzten Platz rangierte Volkswagen mit einem Minus von 2,6 Prozent, belastet von einer sehr skeptischen Branchenstudie der Bank Berenberg zum europäischen Automarkt sowie der Unsicherheit rund um den tiefgreifenden Spar- und Umbauplan mit möglichen Standortschließungen. Mercedes-Benz gab 2,6 Prozent ab, nachdem ein herabgesetztes Kursziel und ein neutrales Votum desselben Analysehauses fehlende kurzfristige Impulse für die Aktie betont hatten. Am unteren Ende der Skala kam die Commerzbank auf ein Minus von 2,4 Prozent, nachdem schwache US-Banken und Gewinnmitnahmen nach dem Mehrjahreshoch im Übernahmekontext die zuvor sehr kräftige Rally gebremst hatten. Redcare Pharmacy führte den MDAX mit einem Plus von 3,6 Prozent an. CTS Eventim verbesserte sich um 3 Prozent, während Wacker Chemie um 2,7 Prozent vorrückte. Am Ende der Rangliste fand sich Renk mit einem Minus von 2,1 Prozent wieder, hier zeigte eine neutrale Stimmrechtsmitteilung von BlackRock noch leichte Nachwirkungen. Bechtle büßte 2 Prozent ein, wohingegen flatexDEGIRO 1,8 Prozent verlor.
USA:
Die US-Leitzinsen haben mit der ersten Anhebung seit mehr als drei Jahren die Standardwerte an der Wall Street unter Druck gesetzt. Die Notenbanker erhöhten die Zinsspanne um 0,25 Prozentpunkte auf nun 3,75 bis 4,00 Prozent, was im Vorfeld weithin erwartet worden war. Ein einstimmiges Votum der Fed-Mitglieder unterstrich dabei die geschlossene Haltung zur Zinswende. Dow Jones und S&P 500 gaben nach, während sich der technologielastige Nasdaq 100 leicht im Plus hielt. Ein deutlicher Rückgang der zuvor stark gestiegenen Ölpreise, der die Kurse in den vergangenen Tagen unterstützt hatte, konnte die negativen Impulse der Zinsentscheidung nicht kompensieren. Aussagen von Fed-Chef Kevin Warsh deuteten zudem auf die Möglichkeit einer weiteren Zinserhöhung bis zum Jahresende hin, während konjunkturelle Projektionen bereits eine dritte Anhebung früh im kommenden Jahr in Aussicht stellen. Steigende Zinsen verringern tendenziell die Attraktivität von Aktien gegenüber festverzinslichen Anlagen wie Anleihen. Der Dow Jones verlor 631 Punkte oder 1,2 Prozent auf 51.462 Zähler. Der S&P 500 sank um 34 Punkte oder 0,4 Prozent auf 7.552. Der Nasdaq 100 notierte um 7 Punkte höher bei 28.945 Zählern. Die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihe zog gestern um 1 Basispunkt auf 5,01 Prozent an.
US-Einzelaktien
Honeywell International führte den Dow Jones mit einem Plus von 2,1 Prozent an. Der Chipkonzern Nvidia zog um 0,8 Prozent an. Merck legte 0,8 Prozent zu, nachdem der Pharmakonzern auf der Morgan Stanley Global Healthcare Conference mit strategischen Einblicken bei Investoren Anklang gefunden hatte. Am unteren Ende der Performance‑Skala rangierte IBM mit einem Minus von 4,4 Prozent. Belastend wirkte die Ankündigung eines milliardenschweren CHIPS‑Act‑Zuschusses für die Quantum‑Fertigung, die die zuvor aufgebaute Erwartungshaltung konterkarierte. Goldman Sachs gab 4 Prozent ab, ausgelöst durch eine Branchenstudie der Bank of America, die stagnierende Handelsumsätze und sinkende Investment-Banking-Gebühren für Großbanken prognostizierte. American Express verlor 3,7 Prozent. Im Nasdaq-Index setzte sich Lumentum Holdings mit einem Plus von 9,6 Prozent an die Spitze. Astera Labs verteuerte sich um 6,6 Prozent, während Axon Enterprise um 6 Prozent anstieg, nachdem Anleger die Konditionen der neuen Nullkupon-Wandelanleihe als Hinweis auf hohes Managementvertrauen und eine Stärkung der finanziellen Flexibilität interpretierten. Am Tabellenende fand sich Diamondback Energy mit einem Minus von 8 Prozent wieder, belastet von sinkenden US-Ölpreisen nach höheren Lagerbeständen im Energiesektor. Old Dominion Freight Line fiel 3,7 Prozent. PACCAR gab 3,5 Prozent nach. Im frühen Handel notieren die US-Aktienindex-Futures leicht im Plus.



