Die Notenbanksitzungen der Fed, BoE und BoJ dürften im Mittelpunkt dieser Woche stehen, begleitet von zahlreichen Makrodaten wie etwa US-Einzelhandelsumsätze, Frühindikatoren und Erzeugerpreise.

Die neue Handelswoche ist von der Rückkehr der Inflationsangst geprägt, ausgelöst durch den Sprung des Ölpreises über die psychologisch wichtige Marke von 100 Dollar je Barrel. Höhere Energiepreise verschärfen den Druck auf die Notenbanken, weitere Zinsschritte zumindest ernsthaft zu erwägen, womit sich die Frage nach der Attraktivität von Aktien gegenüber Anleihen stellt.

Aus europäischer Sicht setzt am Dienstag der ZEW-Index den ersten Akzent, wenn die Umfrage unter Finanzanalysten ein Stimmungsbild zu den deutschen Konjunkturerwartungen liefert und damit Hinweise gibt, ob sich die Skepsis angesichts hoher Energiepreise verfestigt. Ergänzt wird das Bild durch Außenhandelszahlen Italiens und der Währungsunion, die etwas über die Dynamik im Warenverkehr verraten, ohne jedoch den Ton der Woche zu bestimmen. Am Donnerstag folgen Erzeugerpreise für die Eurozone, deren zweite Schätzung den Inflationspfad auf der Unternehmensebene abrundet, während in Großbritannien die Zinsentscheidung der dortigen Notenbank ein weiteres Puzzleteil in der europäischen Geldpolitik liefert. Zum Wochenausklang rücken am Freitag die deutschen Erzeugerpreise in den Vordergrund, die angesichts des jüngsten Ölpreissprungs genau beobachtet werden dürften.

Deutsche Einzelaktien

Unternehmensseitig wird es in Deutschland und Europa ab der Wochenmitte interessanter, wenn eher strategische als zahlengetriebene Impulse anstehen. Am Mittwoch markiert das 40-jährige Jubiläum von Hexal zwar keinen marktbewegenden Termin, unterstreicht aber die anhaltende Bedeutung des Pharmasektors im heimischen Markt. Deutlich relevanter sind die Investorentage am Donnerstag: Kontron erläutert am Vormittag seine Strategie bis 2030, was nach den jüngsten Portfolioanpassungen Rückschlüsse auf die künftige Wachstums- und Margenstory des österreichischen Technologiekonzerns zulässt. Ebenfalls am Donnerstag öffnen Bechtle und Wacker Chemie ihre Kapitalmarkttage und geben damit Einblick, wie der IT-Dienstleister und der Spezialchemiekonzern auf ein Umfeld mit höheren Finanzierungskosten reagieren wollen. Parallel richtet DHL seinen Kapitalmarkttag in London aus und dürfte dabei die mittelfristigen Renditeziele im globalen Logistikgeschäft erläutern.

USA:

Jenseits des Atlantiks verdichtet sich die Woche zu einem Stresstest für das Zinsnarrativ. Bereits am Dienstag liefern der private ADP-Bericht und der Empire-State-Index Hinweise, wie robust der Arbeitsmarkt und das verarbeitende Gewerbe in den USA in das Spätsommerquartal starten. Am Mittwoch folgen eine Reihe von Indikatoren aus dem Konsum- und Immobilienbereich: Die wöchentlichen Hypothekenanträge, die Einzelhandelsumsätze sowie Import- und Exportpreise zeichnen ein Bild, wie stark höhere Zinsen und gestiegene Energiepreise bereits auf Konsumfreude und Außenhandel durchschlagen, während Lagerbestände und der NAHB-Index ein Stimmungsbarometer für den Wohnungsbau liefern. Der eigentliche Höhepunkt ist am Abend die Zinsentscheidung der US-Notenbank, deren Kurs ohne vorherige Signale besonders sorgfältig aus den Begleittexten herausgelesen werden dürfte. Zum Ausklang runden am Donnerstag die Baubeginne, Baugenehmigungen und Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sowie am Freitag Industrieproduktion und die Leading Indicators das Bild der US-Konjunktur ab.

US-Einzelaktien

Auf Unternehmensebene stehen in den USA in dieser Woche vor allem Investorentage im Vordergrund. Zur Wochenmitte lädt Salesforce am Mittwoch zu einem Investor Day und wird dort seine Ausrichtung im Cloud- und Softwaregeschäft erläutern, was angesichts des hohen Gewichts des Konzerns in den großen US-Indizes und der engen Verflechtung mit Unternehmens-IT-Budgets aufmerksam verfolgt werden dürfte. Ebenfalls am Mittwoch stellt On Semiconductor auf einem Analystentag seine Perspektiven im Bereich Leistungshalbleiter und Automotive-Anwendungen vor, ein Segment, das stark von der Elektrifizierung und Industrieautomatisierung abhängt. Am Donnerstag schließt sich Intuit mit einem eigenen Investor Day an und gibt Einblick in die Pläne für sein Ökosystem rund um Steuer- und Buchhaltungssoftware sowie Finanz-Apps. Harte Quartalszahlen großer US-Konzerne bleiben in dieser Woche zwar aus, doch die strategischen Aussagen dieser drei Namen können die Sektor-Storys in Software, Tech und Halbleitern beeinflussen.

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