Der deutsche Leitindex ist am Donnerstag bei 25.556 Punkten in den Handel gestartet. Das entsprach einem Abschlag von 21 Zählern gegenüber dem Schlussniveau vom Vortag. Nach Handelsbeginn markierte er sein Tageshoch bei 25.612 Punkten. Am Nachmittag rutschte er bis auf 25.361 Zähler ab. Den Handel beendete der Index bei 25.361 Punkten. Das Minus betrug 215 Punkte beziehungsweise 0,8 Prozent.

Die zweite Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank in diesem Jahr und angehobene Inflationsprognosen haben das Börsenbarometer deutlich ins Minus gedrückt. Der EZB-Rat hob den Einlagenzins von 2,25 auf 2,5 Prozent an und reagierte damit auf den durch den Iran-Krieg ausgelösten Inflationsschub. Ein weiterer kräftiger Anstieg der Ölpreise und die anhaltend angespannte Lage am Persischen Golf und im Jemen schürten zusätzlich die Sorge vor dauerhaft hohen Verbraucherpreisen. Steigende Kapitalmarktzinsen und die Aussicht auf länger erhöhte Finanzierungskosten wirkten sich belastend auf die Bewertung von Aktien insgesamt aus. Am deutschen Markt gerieten besonders rohstoffnahe Werte unter Druck, da an den Rohstoffmärkten rückläufige Preise für Kupfer, Silber und Platin auf wachsende Konjunktursorgen hindeuteten. In diesem von Unsicherheit geprägten Umfeld verzeichneten auch die übrigen großen europäischen Indizes sowie der EuroStoxx 50 Verluste, während der Dow Jones Industrial in New York zum europäischen Handelsschluss ebenfalls schwächer notierte. Für den MDAX ging es um 482 Punkte oder 1,5 Prozent auf 31.596 Punkte abwärts. Der EuroStoxx 50 fiel auf 6.269 Zähler und damit um 0,7 Prozent. Der Euro wird heute früh mit 1,1609 Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs für den Euro gestern auf 1,1616 Dollar fest, nach 1,1652 Dollar am Vortag. Die Umlaufrendite legte 5 Basispunkte auf 3,41 Prozent zu.

Deutsche Einzelaktien

Deutsche Börse führte den DAX mit einem Plus von 2,2 Prozent an, hier stand die Platzierung einer 600-Millionen-Euro-Wandelschuldverschreibung mit möglicher Verwässerung im Fokus. Continental legte 1,5 Prozent zu, während Hannover Rück um 1,3 Prozent vorrückte, wobei die zinssensible Rückversicherung angesichts erwarteter weiterer EZB-Leitzinserhöhungen als Profiteur höherer Anleiherenditen galt. Am Ende der Rangliste stand Hochtief mit einem Minus von 6,1 Prozent, belastet von Gewinnmitnahmen nach der starken Jahresperformance und dem zunehmend zinskritischen Umfeld für Bauprojekte. Vonovia gab 3 Prozent ab, Siemens Energy verlor 3 Prozent. An der Spitze des MDAX stand Redcare Pharmacy mit einem Plus von 4,2 Prozent. Freenet legte 1,5 Prozent zu, während AUTO1 um 1,2 Prozent anzog. Am unteren Ende der Skala rangierte Bilfinger mit einem Minus von 7,5 Prozent, hier drückte eine Berenberg-Studie auf die Stimmung, in der zwar der langfristige Ausblick positiv blieb, die Zielerreichung für dieses Jahr jedoch angezweifelt wurde. Kion büßte 5,8 Prozent ein.

USA:

US-Leitindizes haben am Donnerstag ihre schwache Wochenbilanz ausgebaut und den Handel erneut im Minus beendet. Hohe Nervosität im Zusammenhang mit dem Nahost-Konflikt und ein auf 108 US-Dollar je Barrel gestiegener Brent-Preis belasteten die Stimmung wegen der Sorge vor anhaltend hoher Inflation und weiteren Zinserhöhungen. Kursverluste erfassten nun auch zuvor robuste Technologiewerte, was sich in einem deutlichen Rückgang des Nasdaq 100 widerspiegelte. Auch der Dow Jones setzte seine Serie schwacher Handelstage fort, während der marktbreite S&P 500 ebenfalls nachgab. Nach der erwarteten Leitzinsanhebung durch die Europäische Zentralbank rückt nun die Zinsentscheidung der US-Notenbank in der kommenden Woche in den Fokus. Vor diesem Termin stehen die US-Inflationsdaten an, für die die im August beschleunigt gestiegenen Erzeugerpreise bereits einen Hinweis lieferten. Der Dow Jones schloss 317 Punkte oder 0,6 Prozent tiefer und notierte bei 52.064 Zählern. Der S&P 500 ging 45 Punkte oder 0,6 Prozent schwächer bei 7.592 Zählern aus dem Handel. Der Nasdaq 100 beendete den Tag mit einem Rückgang von 318 Punkten oder 1,1 Prozent bei 29.104 Zählern. Gestern gewann die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihe 12 Basispunkte und notierte bei 4,95 Prozent, nach 4,83 Prozent am Vortag.

US Einzelaktien

Im Dow Jones lag Apple mit einem Plus von 3,6 Prozent vorn, gestützt von der Präsentation des ersten faltbaren iPhones und der damit einhergehenden neuen Umsatzfantasie. Walt Disney gewann 1,6 Prozent, wobei positive Analystenurteile und eine angehobene Bewertung der Aktie Rückenwind gaben. Alphabet kletterte um 0,6 Prozent, nachdem der Konzern auf einer Technologiekonferenz seine Rolle als zentraler AI-Anbieter und Infrastrukturpartner betont hatte. Am Tabellenende stand International Business Machines mit einem Minus von 2,5 Prozent. Der Chipkonzern Nvidia gab 2,3 Prozent nach, belastet von einem als zurückhaltend aufgefassten Analystenkommentar und der Einschätzung, dass Kapazitätsengpässe das Wachstum begrenzen könnten. Amgen verlor 2,3 Prozent; die Aktie gehörte bereits zuletzt zu den schwächeren Standardwerten und blieb daher unter Druck. Im Nasdaq-Index führte Apple die Gewinnerliste mit einem Aufschlag von 3,6 Prozent an, erneut gestützt von der Präsentation des ersten faltbaren iPhones, das zusätzliche Umsatzchancen im Foldable-Segment eröffnet. Applovin zog um 3,1 Prozent an, während Take-Two Interactive 2,8 Prozent höher schloss. Am schwächsten notierte Baker Hughes mit einem Rückgang von 6,7 Prozent. CoreWeave sank um 6,1 Prozent, ohne dass unternehmensspezifische Nachrichten vorlagen. Lam Research verlor 5,7 Prozent.

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