Der deutsche Leitindex DAX ist am Dienstag bei 25.391 Punkten in den Handel gestartet. Das war ein Zuschlag von 137 Zählern gegenüber dem Schlussniveau vom Vortag. Seine Talsohle erreichte er zwischen 7 und 8 Uhr bei 25.355 Indexpunkten, bevor der Index nach Handelsstart bis auf 25.522 Punkte kletterte. Aus dem Tag ging der Index bei 25.449 Zählern. Das entsprach einem Plus von 195 Punkten beziehungsweise 0,8 Prozent.

Etwas nachlassende Spannungen am europäischen Anleihemarkt haben das Börsenbarometer zur Wochenmitte spürbar gestützt. Zusätzliche Unterstützung kam von Rekordständen der US-Indizes S&P 500 und Nasdaq 100 sowie freundlichen Börsen in Asien, die vor allem von einer Entspannung am Ölmarkt und der anhaltenden Technologierally geprägt waren. In Frankreich sorgte der von Präsidentschaftskandidatin Marine Le Pen vorgestellte Haushaltsplan mit dem Ziel, das Defizit bis 2032 auf unter 3 Prozent des BIP zu senken, für Beruhigung bei Staatsanleihen, nachdem zuvor steigende Renditen den europäischen Aktienmarkt belastet hatten. Der unerwartet starke Rückgang des deutschen Industrie-Auftragseingangs im August drückte nicht auf die Notierungen, da der Einbruch vor allem auf das Ausbleiben von Großaufträgen im Verteidigungsbereich zurückging und der bereinigte Auftragseingang nahezu auf Vormonatsniveau lag. Am Aktienmarkt sorgte insbesondere das Schwergewicht SAP für Unterstützung, während Rüstungswerte wie Hensoldt, Rheinmetall und Renk nach ihrem zuvor starken Lauf deutlich nachgaben. Der MDAX legte um 0,4 Prozent auf 30.543 Zähler zu. Der EuroStoxx 50 rückte um 0,5 Prozent vor und notierte bei 6.272 Punkten. Der Euro liegt heute früh bei 1,1240 Dollar. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs für die Gemeinschaftswährung am Dienstag auf 1,1269 Dollar fest, nach 1,1204 Dollar am vorherigen Handelstag. Die Umlaufrendite erhöhte sich um 2 Basispunkte auf 3,42 Prozent.

Deutsche Einzelaktien

An der Spitze des DAX stand Continental mit einem Plus von 2,8 Prozent, gestützt von einer Hochstufung durch Morgan Stanley und betonten Chancen für kurzfristige wie langfristige Gewinne. Brenntag legte 2,6 Prozent zu; Insiderkäufe durch Aufsichtsrätin Claudine Mollenkopf wurden vom Markt als Vertrauenssignal in die weitere Geschäftsentwicklung interpretiert. Hochtief verteuerte sich um 2,5 Prozent. Am unteren Ende der Skala lag Rheinmetall mit einem Minus von 2,8 Prozent, belastet von Berichten über ausbleibende Großaufträge in der Rüstungsbranche, Sektorumschichtungen sowie Skepsis gegenüber neuen Expansionsprojekten. Die Deutsche Telekom gab 1,6 Prozent nach, da der europaweite Telekomsektor zu den schwächsten Branchen des Tages zählte. MTU Aero Engines verlor 1,2 Prozent. Sartorius führte den MDAX mit einem Plus von 3,2 Prozent an, gestützt von der starken Nachfrage nach Biotech- und Labortiteln im Umfeld neuer M&A-Fantasien im Sektor. Redcare Pharmacy gewann 2,9 Prozent, wobei eine von dem Online-Apotheker beauftragte Studie zu Lieferengpässen und E-Rezepten die Bedeutung seines digitalen Geschäftsmodells unterstrich. Knorr-Bremse verzeichnete ein Plus von 2,8 Prozent. Am unteren Ende der Skala stand flatexDEGIRO mit einem Minus von 7,1 Prozent. TKMS sank um 4,7 Prozent. Hensoldt büßte 4,5 Prozent ein, hier wirkten sich Gewinnmitnahmen nach der vorangegangenen Rally sowie eine neue, zurückhaltendere Einschätzung eines US-Analysehauses aus.

USA:

US-Aktien haben den Tag mit Aufschlägen und neuen Höchstständen für S&P 500 und Nasdaq 100 beendet. Die wichtigsten US-Indizes profitierten davon, dass Investoren den Unternehmen eine robuste Bewältigung der anhaltend hohen Energie- und Finanzierungskosten zutrauen. Die Ölpreise gaben im frühen Handel nach und sorgten zunächst für zusätzlichen Rückenwind, drehten im weiteren Verlauf jedoch wieder leicht ins Plus. Der S&P 500 erreichte im Tagesverlauf ein Rekordniveau, während der Nasdaq 100 ebenfalls eine weitere Bestmarke setzte. Das Zwischenhoch im technologielastigen Nasdaq 100 unterstreicht die anhaltende Zuversicht in eine starke Nachfrage nach Anwendungen rund um Künstliche Intelligenz. Der Dow Jones schloss 253 Punkte oder 0,5 Prozent höher bei 51.521 Zählern. Der S&P 500 erhöhte sich um 45 Punkte oder 0,6 Prozent auf 7.819. Der Nasdaq 100 gewann 148 Punkte oder 0,5 Prozent und notierte bei 31.225 Zählern. Die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihe fiel um 4 Basispunkte auf 5,27 Prozent.

Cisco Systems führte den Dow Jones mit einem Plus von 4,5 Prozent an. Walmart gewann 2 Prozent, wobei der sehr niedrige Short-Interest als Zeichen für ein gefestigtes Anlegervertrauen gewertet wurde. Beim Baumarktspezialisten Home Depot, der sich um 2 Prozent verteuerte, traten vor allem die defensiven Qualitäten des Geschäftsmodells in den Vordergrund. Am Ende der Rangliste lag Salesforce mit einem Minus von 2,1 Prozent. Boeing gab 1,5 Prozent nach. Der Gesundheitskonzern UnitedHealth verlor 0,6 Prozent, belastet von den verschärften US-Vorgaben zur Kostentransparenz in der Krankenversicherung. Im Nasdaq-Index führte Constellation Energy mit einem Aufschlag von 12,3 Prozent die Gewinnerliste an, getragen von langfristigen Stromlieferverträgen mit Google, die milliardenschwere Investitionen und kalkulierbare Erlöse ermöglichen. Astera Labs zog um 7,6 Prozent an. Nebius rückte um 7,4 Prozent vor, nachdem der Milliarden-Finanzierungserfolg des Rivalen Lambda die Fantasie für Anbieter von KI-Rechenkapazität belebte. Am unteren Ende der Skala fand sich Seagate Technology mit einem Minus von 9,2 Prozent wieder, belastet von Befürchtungen über zunehmenden Wettbewerb im Festplattengeschäft und ein womöglich kostspieliges Gebot für Teile von TDK. Mit Western Digital sackte ein weiteres Datenspeicherunternehmen deutlich ab (-6,9 Prozent). KLA verlor 4,5 Prozent. Im frühen Handel notieren die US-Aktienindex-Futures kaum verändert.

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