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Tradingideen

Commerzbank weiter auf Kurs

By Februar 15, 2024Keine Kommentare

Einmal kurz geschüttelt und ein paar zittrige Hände aus dem Markt geworfen, macht die Börse jetzt da weiter, wo sie vor den etwas stärker als erwartet ausgefallenen Januar-Inflationszahlen aus den USA aufgehört hat. Sie steigt und Anleger greifen bei Aktien zu, als wären sie nach den Daten nicht nur ein gutes Prozent, sondern eher um zehn Prozent billiger geworden.

Wir stellen den Marktkommentar von Jürgen Molnar, Kapitalmarktstratege bei Robomarkets, vor.

Hohen Investitionsquoten der institutionellen Investoren, die für wenig Kaufkraft am Aktienmarkt sprechen, stehen weiterhin viele spekulativ orientierte Leerverkäufer gegenüber, die nach einer weiteren vertanen Chance einer Korrektur nun wieder mit dem Markt nach oben laufen müssen. Der Deutsche Aktienindex ist wieder zurück an der 17.000er Marke, womit erneut der obere Rand der Ping-Pong-Zone der vergangenen vier Handelswochen erreicht wurde. Heißt aber auch, sollte der Markt nun den Eindruck erwecken, die Marke nachhaltig hinter sich zu lassen, könnte es mit einem Short Squeeze ganz schnell weiter nach oben gehen.

Freud und Leid liegen bei Aktionären von Banken in Zeiten steigender Zinsen immer dicht beieinander. Zwar verkündet die Commerzbank für 2023 einen Gewinn von 2,2 Milliarden Euro und hat damit so viel verdient wie seit 15 Jahren nicht mehr. Dennoch war mit der Aktie in den vergangenen zwölf Monaten kein Geld zu verdienen. Denn mit steigenden Zinsen sinkt auf der anderen Seite oft das Vertrauen der Anleger in ihre Einlagen, wenn erste Institute in Schieflage geraten. Mit den nun zunehmenden Problemen im Sektor für Gewerbeimmobilien könnte sich die nächste Vertrauenskrise im Finanzsektor anbahnen, was die starken Zahlen, die die Commerzbank heute vorgelegt hat, schnell vergessen machen und die Aktie weiterhin deckeln könnte.

Am nun startenden 600 Millionen Euro schweren Rückkaufprogramm nimmt einer nicht teil, der Staat. Dadurch steigt sein Anteil auf 16,5 Prozent. Die staatliche Beteiligung bei Rekordgewinnen nicht zu reduzieren, scheint zunächst widersprüchlich. Allerdings befinden sich die Anteilsscheine weiterhin in der Verlustzone. Rund 25 Euro müsste die Aktie wohl kosten, damit der Staat verlustfrei aus der Angelegenheit kommt. Sieht man sich den Kurs der vergangenen zehn Jahre an, stand er nie deutlich höher als jetzt. Heißt im Umkehrschluss wohl auch, dass der Bund sich die Sache noch eine ganze Weile anschauen dürfte, bevor er aktiv wird.

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