CoreWeaves Schulden sind zum Belastungstest für den kreditfinanzierten KI-Boom geworden. Der Anbieter vermietet Rechenleistung und trägt eine Schuldenlast von 52 Milliarden Dollar. Seine Aktie hat binnen eines Monats rund 30 Prozent verloren. Fünfjährige Kreditausfallversicherungen notierten am Montag bei knapp 1.100 Basispunkten. Daraus ergibt sich laut dem vorliegenden Bericht eine marktimplizite Ausfallwahrscheinlichkeit von etwa 50 bis 60 Prozent über fünf Jahre. Das ist keine Insolvenzprognose, zeigt aber, wie teuer die Absicherung inzwischen geworden ist. JPMorgan hat deshalb untersucht, welche Folgen ein Zahlungsausfall für die beteiligten Banken hätte.
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Das Ergebnis fällt vergleichsweise beruhigend aus: Die Engagements seien gut gesteuert und stark besichert. Für große US-Investmentbanken sowie Mitsubishi UFJ schätzt JPMorgan die jeweiligen Positionen auf eine bis drei Milliarden Dollar, für andere beteiligte Institute auf weniger als 500 Millionen Dollar. Belastbare Einzelangaben sind das allerdings nicht; die Analysten leiten die Größenordnungen aus der Beteiligung an Finanzierungen und üblichen Kreditanteilen ab. Schutz bieten unter anderem Sicherungsrechte an den Grafikprozessoren sowie vertraglich vereinbarte Nachfrage. Zudem werden viele Kredite erst nach Zeitplan oder erreichten Projektfortschritten abgerufen. Der Tilgungsplan verschafft Luft: 17 Prozent der Schulden werden im kommenden Jahr fällig, 42 Prozent erst nach 2030.
Die entscheidende Schwachstelle bleibt der zeitliche Abstand zwischen Investitionen und Einnahmen. CoreWeave muss Rechenzentren und Chips finanzieren, bevor die vermietete Kapazität ausreichend Geld einspielt. Kundenverträge stützen die Finanzierung, ersetzen aber keine laufenden Mittelzuflüsse. Auch der Wert der hinterlegten Hardware wäre im Krisenfall erst zu beweisen. JPMorgans Analyse spricht damit für begrenzte direkte Risiken bei den Banken; sie beantwortet noch nicht die Frage, wie widerstandsfähig CoreWeaves Geschäftsmodell bei verzögerten Projekten oder schwächerer Auslastung wäre. Für die Aktie zählt deshalb vor allem, wann aus dem Ausbau ein positiver Cashflow wird.