Der deutsche Leitindex ist am Montag bei 25.251 Punkten in den Handel gestartet. Das war ein Plus von 20 Zählern gegenüber dem Schlussniveau vom Freitag. Zunächst fiel er nach Handelsauftakt bis auf 25.143 Indexpunkte. Von dort zog er zur Mittagszeit bis auf 25.325 Punkte an. Zum Börsenschluss stand der DAX bei 25.254 Zählern. Das waren 23 Punkte beziehungsweise 0,1 Prozent mehr.
Der DAX hat nach seinen kräftigen Gewinnen zum Wochenschluss am Montag nur leicht aufgebaut, während der MDAX moderat nachgab. Gestiegene Anleiherenditen in mehreren Ländern Europas, darunter Frankreich, dämpften die Risikobereitschaft. Zusätzliche Unsicherheit brachte die politische Lage in Deutschland, Frankreich und Spanien, wo Regierungschef Pedro Sánchez nach dem Scheitern zentraler Dekrete zur Wohnungsnotbekämpfung Neuwahlen angekündigt hat. Konjunkturseitig belastete eine deutlich eingetrübte Stimmung in der deutschen Autoindustrie, deren ifo-Indikator im September um 13 Punkte auf minus 35 zurückging. In der Eurozone legten die Erzeugerpreise im August im Jahresvergleich um 8,2 Prozent zu und damit stärker als erwartet, während sich die Stimmung im Dienstleistungssektor mit einem PMI-Anstieg auf 53,0 Punkte verbesserte. Gleichzeitig sank der Sentix-Konjunkturindex für den Euroraum im Oktober auf 2,7 Punkte und signalisiert zunehmende Zweifel am bisherigen Aufschwungsszenario. In den USA kühlte sich die Stimmung im Dienstleistungssektor im September leicht ab, der ISM-Index blieb mit 54,9 Punkten aber klar im Wachstumsbereich. Der MDAX verlor 23 Punkte auf 30.427 Punkte. Der EuroStoxx 50 zog um 0,1 Prozent an und notierte bei 6.242 Zählern. Der Euro wird heute früh mit 1,1220 Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,1204 Dollar fest, nach 1,1225 Dollar am vorherigen Handelstag. Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite um 1 Basispunkt auf 3,40 Prozent.
Deutsche Einzelaktien
An der Spitze des DAX stand Rheinmetall mit einem Plus von 2,4 Prozent. Fresenius Medical Care legte um 1,8 Prozent zu. Die Aktie des Anlagenbauers GEA gewann 1,6 Prozent, gestützt von einer Kurszielanhebung durch JPMorgan nach einer Analystenkonferenz sowie der Erwartung anhaltender Investitionsnachholeffekte. Am Ende der Rangliste lag Bayer mit einem Minus von 2,2 Prozent, belastet von der Diskussion um eine stärkere Kostenbeteiligung der Pharmaindustrie an zusätzlichen Kläranlagenstufen, die laut Marktbeobachtern Margenrisiken und rechtliche Unsicherheit verstärkt. Heidelberg Materials gab 1,8 Prozent nach. Der Chipkonzern Infineon verlor 1,8 Prozent, was Analysten auf das von Renditesorgen und politischer Unsicherheit geprägte europäische Umfeld sowie das Fehlen frischer, unternehmensspezifischer Impulse zurückführten. Nemetschek dominierte den MDAX mit einem Plus von 4,3 Prozent, gestützt von Übernahmespekulationen im globalen Software-Sektor und einer ausgeprägten Umschichtung in Technologiewerte. FlatexDEGIRO verbesserte sich um 4,2 Prozent. TeamViewer kletterte um 4,1 Prozent, wobei Spekulationen über den strategischen Wert und mögliche M&A-Szenarien die Bewertung zusätzlich stützten. Am unteren Ende der Skala fand sich Redcare Pharmacy mit einem Minus von 6,1 Prozent wieder; hier wirkte das Ausbleiben neuer finanzieller Impulse belastend. Auto1 Group fiel um 4,7 Prozent zurück, nachdem mehrere Analysten ihre Kursziele und Gewinnschätzungen gekappt hatten. Nordex verlor 3,2 Prozent.
USA:
US-Aktien haben sich nach einem schwankungsreichen Start gefestigt und den Handel im Plus beendet. Die wichtigsten US-Indizes profitierten von nachgebenden Ölpreisen, die den Markt entlasteten. Hintergrund der Bewegung am Energiemarkt sind Berichte über Fortschritte in den Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran zur Öffnung der für den Öl- und Gastransport zentralen Straße von Hormus. Der Nasdaq 100 markierte im Verlauf ein weiteres Rekordhoch und schloss deutlich fester, während auch der Dow Jones und der S&P 500 anzogen. Hochrangige Mitglieder der US-Regierung berieten in Camp David über das weitere Vorgehen im Iran-Krieg und im Jemen-Konflikt, während der iranische Innenminister zu Gesprächen nach Katar reiste. Der Dow Jones beendete den Handel 91 Punkte oder 0,2 Prozent höher und notierte bei 51.268 Zählern. Der S&P 500 ging mit einem Plus von 51 Punkten oder 0,7 Prozent bei 7.774 Zählern aus dem Handel. Der Nasdaq 100 gewann 269 Punkte oder 0,9 Prozent und notierte bei 31.076 Zählern. Die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihe legte um 3 Basispunkte auf 5,31 Prozent zu.
US-Einzelaktien
Visa führte den Dow Jones mit einem Plus von 2,5 Prozent an. Der Chipkonzern Nvidia rückte um 2,1 Prozent vor, nachdem ein Analystenkommentar zur Konkurrenzfähigkeit von AMD die starke Marktposition Nvidias im KI-Segment unterstrichen hatte. UnitedHealth legte um 1,8 Prozent zu, getragen von einem angehobenen Gewinnausblick, dem dynamischen Wachstum der Optum-Sparte und einem saisonal robusten Geschäftsverlauf. Am Tabellenende stand Merck mit einem Minus von 3,3 Prozent. Salesforce büßte 2,1 Prozent ein, während Johnson & Johnson 1,2 Prozent nachgab, belastet von einem Patentstreit um mRNA-Technologie und der Schwäche des gesamten Gesundheitssektors. An der Spitze des Nasdaq stand Mercado Libre mit einem Plus von 9,7 Prozent, gestützt von der wieder aufgeflammten Risikoneigung. Western Digital gewann 6,3 Prozent. Shopify zog um 5,8 Prozent an, da der E-Commerce-Spezialist vom freundlichen Umfeld wachstumsorientierter Technologiewerte profitierte. Am unteren Ende der Skala lag Nebius Group mit einem Minus von 4,2 Prozent. Ferrovial verlor 3,4 Prozent, während Intel 2,6 Prozent einbüßte. Im frühen Handel notieren die US-Aktienindex-Futures kaum verändert.



