Aus 10.000 Euro wurden innerhalb von fünf Jahren rund 18.780 Euro. Ein gutes Ergebnis – bis man den Vergleich danebenlegt: Ein Technologie-ETF machte im selben Zeitraum etwa 26.220 Euro daraus. Besonders bemerkenswert: Über drei Jahre lag der aktive Fonds deutlich vorn. Die Rangfolge kippt mit dem Betrachtungszeitraum.
Das Beispiel zeigt, warum die jüngste Rendite allein für die Fondsauswahl wenig taugt. Die Kauf- und Sparplandaten von SMARTBROKER+ für das dritte Quartal 2026 liefern dazu ein aufschlussreiches Bild: Bei Einzelkäufen setzen Anleger auch auf Börsenthemen. Beim regelmäßigen Sparen bevorzugen sie die breite Welt.
Themen kaufen, die Welt besparen
Die meistgekauften ETFs bei SMARTBROKER+ waren im dritten Quartal der Vanguard FTSE All-World, der iShares Core MSCI World und der SPDR MSCI ACWI IMI. Dahinter folgten der VanEck Semiconductor und ein Geldmarkt-ETF von Xtrackers.
Bei den Sparplänen ist die Ausrichtung noch eindeutiger. Unter den zehn beliebtesten ETF-Sparplänen findet sich kein Themenprodukt. Sechs Welt-ETFs vereinen rund 81 Prozent des Sparvolumens dieser Spitzengruppe auf sich. Insgesamt floss in die zehn beliebtesten ETFs etwa 23-mal so viel Spargeld wie in die zehn beliebtesten aktiven Fonds.
Die Anleger trennen offenbar zwischen langfristigem Vermögensaufbau und gezielten Branchenwetten. Bemerkenswert ist auch die Auswahl innerhalb der Fondssparpläne: Rund die Hälfte des Sparvolumens der zehn beliebtesten Produkte entfiel auf GlobalPortfolioOne und ARERO. Beide gelten formal als aktiv verwaltet, folgen aber weitgehend festen Anlageregeln.
Die Hürde für aktive Manager ist hoch
Die langfristige Bilanz aktiver Aktienfonds fällt ernüchternd aus. Laut SPIVA Europe lagen über die zehn Jahre bis Ende 2025 rund 98 Prozent der global anlegenden Aktienfonds in Euro hinter ihrem Vergleichsindex. Morningstar untersucht dagegen, ob aktive Fonds überleben und vergleichbare passive Fonds schlagen. Über zehn Jahre gelang das bis Ende Juni 2026 lediglich 11,9 Prozent der untersuchten aktiven Aktienfonds.
Die unterschiedlichen Methoden führen zum gleichen praktischen Problem: Einen späteren Gewinner vorab auszuwählen, ist schwer. Heutige Bestenlisten helfen dabei nur begrenzt. Fonds, die geschlossen oder verschmolzen wurden, verschwinden häufig aus dem Blick.
Warum ein starkes Comeback nicht genügt
Beim eingangs genannten Beispiel handelt es sich um den BIT Global Technology Leaders und den Xtrackers MSCI World Information Technology ETF. Über drei Jahre gewann der aktive Fonds rund 241,5 Prozent, der ETF 130,8 Prozent. Über fünf Jahre lag dagegen der ETF mit 162,2 Prozent vor dem Fonds mit 87,8 Prozent.
Entscheidend war der Einbruch 2022: Der Fonds verlor etwa 52 Prozent, der ETF rund 26 Prozent. Wer die Hälfte seines Kapitals verliert, braucht anschließend eine Verdopplung, um den Ausgangswert wieder zu erreichen.
Die Produkte haben unterschiedliche Portfolios und Anlageansätze. Der Vergleich ist deshalb kein allgemeines Urteil über aktives Management. Er zeigt aber, wie stark einzelne Verlustjahre das langfristige Ergebnis prägen. Die Wertentwicklungen stammen aus der Vorlage, jeweils bis zum 8. beziehungsweise 9. Oktober 2026, nach laufenden Kosten und mit wiederangelegten Ausschüttungen.
Kosten sind die verlässlichere Stellschraube
Der BIT-Fonds weist laufende Kosten von 1,9 Prozent aus, der verglichene ETF 0,25 Prozent. Diese Differenz fällt jedes Jahr an. Eine höhere Gebühr kann sich rechnen, wenn das Management ausreichend Mehrwert liefert. Sie erhöht jedoch die Renditehürde.
Für die Auswahl zählen deshalb mehrere Fragen: Wie teuer ist das Produkt? Welche Risiken geht es ein? Passt der Vergleichsmaßstab zur Strategie? Und wie fiel die Bilanz über fünf oder zehn Jahre einschließlich schwacher Börsenphasen aus?
Auch ein günstiger Themen-ETF kann stark schwanken. Niedrige Kosten ersetzen keine passende Risikoverteilung.