Zur Wochenmitte ist der DAX bei 26.393 Punkten in den Handel gestartet. Er lag damit 191 Zähler über dem Schlussniveau vom Dienstag. Sein Tageshoch erreichte er nach Handelsbeginn bei 26.404 Punkten. Sein Tagestief markierte er am Nachmittag bei 26.126 Zählern. Zum Handelsschluss stand der DAX bei 26.126 Indexpunkten. Das entspricht einem Minus von 76 Punkten beziehungsweise 0,3 Prozent.

Am Mittwoch hat der Index nach einem Rekordhoch im frühen Handel seine August-Rally vorerst beendet und schwächer geschlossen. Hoffnungen auf Fortschritte im Iran-Konflikt, sinkende Ölpreise und starke Vorgaben aus dem US-Technologiesektor hatten die Kurse zunächst angetrieben, bevor nachlassender Rückenwind von den US-Börsen den Schwung bremste. Unsicherheit über eine schnelle Öffnung der Straße von Hormus blieb trotz positiven Signalen aus Washington und Teheran bestehen. Auf der Unternehmensseite belasteten vor allem deutliche Verluste bei Infineon, nach einem Rekordumsatz mit schwächer eingeschätzter Profitabilität, sowie Rückgänge bei Vonovia und DHL das Geschehen. Positive Akzente setzten dagegen Fresenius mit einem angehobenen Ausblick und starken Ergebnissen sowie Siemens Energy nach besser als erwarteten Quartalszahlen und bestätigter Prognose. In der zweiten Reihe sorgte Wacker Chemie mit Kursgewinnen nach Berichten über geplante US-Schutzmaßnahmen für die Polysilizium-Industrie für Aufmerksamkeit. Der MDAX schloss 0,4 Prozent tiefer bei 32.426 Punkten. Der EuroStoxx 50 gab 0,1 Prozent nach und notierte bei 6.477 Zählern. Der Euro wurde zuletzt mit 1,1550 Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs für den Euro gestern auf 1,1554 Dollar fest, nach 1,1515 Dollar am Vortag. Am Rentenmarkt verharrte die Umlaufrendite bei 3,11 Prozent.

DAX-Einzelwerte

An der Spitze des DAX lag Fresenius mit einem Plus von 5,2 Prozent, gestützt von einem sehr starken Quartal, einer erhöhten Gewinnprognose und dem fortschreitenden Konzernumbau. Beiersdorf legte um 5,1 Prozent zu, die Vorlage der endgültigen Halbjahreszahlen, der als sinnvoll eingestufte Margenrückgang und der umfangreiche Nivea-Marketingplan stärkten hier das Vertrauen in die Strategie. Bayer kletterte um 2 Prozent, nachdem ein besser als erwartet ausgefallenes Quartal, Fortschritte beim Schuldenabbau und eine robuster bewertete Rechtsrisikolage die Aktie unterstützten.

Am unteren Ende der Skala notierte Infineon mit einem Minus von 5,7 Prozent, belastet von der unter den Erwartungen liegenden Marge und einem als wenig dynamisch wahrgenommenen Ausblick nach dem jüngsten Kursanstieg. Continental gab 3,7 Prozent nach, der Autozulieferer warnte vor deutlich höheren Rohstoffkosten und einer nachlassenden Profitabilität im Reifengeschäft. Deutsche Post verlor 3,7 Prozent, hier drückten Gewinnmitnahmen nach dem starken Lauf, relativierende Basiseffekte und bereits eingepreiste positive Nachrichten auf den Kurs. Im MDAX führte Wacker Chemie das Feld mit einem Aufschlag von 5,1 Prozent an, befeuert von Spekulationen über US-Mindestpreise und Schutzzölle auf Polysilizium, die die Ertragschancen verbessern könnten. Deutsche Lufthansa verbesserte sich um 2,4 Prozent, gestützt von einer Branchen-Erholung im europäischen Airline-Segment sowie neuer Planungssicherheit bei den EU-Tankregeln. Fuchs Petrolub zog um 1,9 Prozent an. Am Tabellenende stand Auto1 mit einem Abschlag von 5,4 Prozent. TAG Immobilien büßten 3,6 Prozent ein, während Nordex 3,6 Prozent verlor, nachdem der Markt die vom Unternehmen hervorgehobene politische Unsicherheit für Windkraft-Projekte in den USA erneut in den Fokus rückte.

US-Börsen uneinheitlich

Die US-Leitindizes setzten ihre am Vortag gestartete Rekordjagd zunächst fort, verloren im Verlauf aber deutlich an Schwung. Unterstützung erhielten die Kurse vor allem durch die Aussicht auf eine Lösung im Iran-Krieg. Nach Angaben eines US-Portals stehen die Vereinigten Staaten, der Iran und der Oman kurz vor einer Übergangslösung zur Öffnung der für die Handelsschifffahrt zentralen Straße von Hormus. Die Wall Street beendete den Handel uneinheitlich. Der Dow Jones legte zu, während der marktbreite S&P 500 nachgab. Technologiewerte standen stärker unter Druck, sodass der Nasdaq 100 deutlicher ins Minus rutschte. Der Dow Jones schloss mit einem Plus von 263 Punkten oder 0,5 Prozent bei 54.349. Der S&P 500 fiel um 13 Punkte oder 0,2 Prozent auf 7.724 Zähler. Für den Nasdaq 100 ging es um 245 Punkte oder 0,8 Prozent auf 29.488 Zähler nach unten. Die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihe notierte gestern unverändert bei 4,63 Prozent.

US-Einzelaktien

Amgen führte den Dow Jones mit einem Plus von 4,6 Prozent an, gestützt von klar besser als erwarteten Quartalszahlen und einer angehobenen Gewinn- und Umsatzzielsetzung bis 2026. Walt Disney gewann 3,7 Prozent, wobei starke Zuwächse im margenstarken Erlebnisgeschäft und rege Nachfrage nach Call-Optionen die Aufwärtsbewegung untermauerten. Der Chipkonzern Nvidia zog um 3,4 Prozent an, da erhöhte Investitionspläne großer Cloud-Anbieter und langfristige Infrastrukturverträge die Perspektiven für seine KI-GPUs festigten. Am Ende der Rangliste lag Alphabet mit einem Minus von 4 Prozent, hier drückten die stark erhöhte Investitionsplanung und der Fokus auf die Kosten der KI-Offensive trotz kräftigen Wachstums auf die Aktie. Chevron verlor 2,1 Prozent, belastet von einem deutlichen Rückgang des Ölpreises, der Aussicht auf Entspannung in der Straße von Hormus und auffälliger Absicherung über Put-Optionen. Amazon gab 1,7 Prozent ab, nachdem das massiv ausgeweitete Investitionsbudget und Unsicherheit über die Renditen der KI-Ausgaben den kurzfristigen Free Cashflow und die Bewertung in den Vordergrund rückten. Im Nasdaq-Index führte Shopify mit einem Plus von 17 Prozent das Feld an, getragen von deutlich über den Erwartungen liegenden Quartalszahlen und starkem Wachstum bei den wiederkehrenden Erlösen. Booking Holdings legte 6,6 Prozent zu, übertroffene Prognosespannen bei allen Kernkennziffern und erhöhte Einsparziele stärkten hier die Zuversicht bezüglich künftiger Profitabilität. Marriott International rückte um 4,7 Prozent vor. Am unteren Ende der Skala rangierte SpaceX mit einem Minus von 13,6 Prozent, hier belasteten extrem hohe, vor allem KI-getriebene Investitionspläne trotz solider Umsätze die Stimmung. Astera Labs büßte 12 Prozent ein, nachdem starke Ergebnisse und ein optimistischer Ausblick von Anlegern als bereits eingepreist interpretiert wurden. Thomson Reuters verlor 9,7 Prozent. Im frühen Handel notieren die US-Aktienindex-Futures kaum verändert.

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