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Tradingideen

Nvidia, SuperMicro und Co. – Gefahr der Blase

By Februar 15, 2024Keine Kommentare

Interview mit Jürgen Molnar, Kapitalmarktstratege bei Robomarkets

Frage: Erstmals hat der S&P 500 die Marke von 5000 Punkten erreicht. Wie steht es um den US-Aktienmarkt.

Jürgen Molnar: Die Widerstandsfähigkeit der großen US-Technologiewerte ist nach wie vor bemerkenswert. Zumindest auf Indexebene sind bisher kaum Risse zu erkennen, Nasdaq 100 und S&P 500 notieren auf Rekordniveau. Es wäre aber nicht überraschend, wenn gerade der amerikanische Leitindex an der erreichten 5.000er-Marke eine Verschnaufpause einlegen würde.

Frage: Die Musik spielt aber nur den großen Aktien?

Jürgen Molnar: Ein Blick unter die Oberfläche bestätigt den ersten Eindruck. Auf Sicht von zwölf Monaten haben nur 26 Prozent der Aktien im S&P 500 besser abgeschnitten als der Index. Das ist die geringste Marktbreite seit der Tech-Bubble um die Jahrtausendwende, als der Markt um gut 50 Prozent einbrach (siehe Indikator oben). Eine ähnliche Ausgangslage gab es nur 1970/1973, auch hier folgte eine Bewertungskorrektur (KGV S&P 500 von 20 auf 7). Unsere Kunden bei Robomarkets haben zum Jahresstart verstärkt auf US-Techs gesetzt. Während Nvidia von Rekord zu Rekord eilt, war Tesla besonders für aktive Trader long & short interessant.

Frage: Sehen wir eine Tech-Blase?

Jürgen Molnar: Natürlich muss es jetzt nicht zu einer ähnlichen Anpassung kommen. Anders als die Internetfirmen vor 23 Jahren verdienen die großen Tech-Konzerne dank hoher Margen viel Geld. KI wird die Zukunft verändern, die Frage ist nur wann und wie stark. Zur Erinnerung: Meta steigerte im vierten Quartal den Gewinn gegenüber dem Vorjahr um knapp zehn Mrd. Dollar und übertraf die Analystenschätzungen um eine Mrd. Dollar, die Börsenbewertung schoss jedoch um 200 Mrd. Dollar in die Höhe.

Frage: Was verrät der Blick unter der Oberfläche?

Jürgen Molnar: Während die Vola (VIX-Index) nach wie vor keine erhöhte Nervosität anzeigt und am Boden klebt, zeigt der SKEW-Index ein ganz anderes Bild. Mit 160 Punkten notiert das Barometer auf dem höchsten Stand seit Dezember. Immer mehr Profis sichern sich mit Optionen ab, deren Basispreise weit aus dem Geld liegen.

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