Das Marktumfeld bleibt herausfordernd. Am Mittwoch sah es mit der FED-Sitzung nach einer kurzfristigen Stabilisierung aus, ehe Nasdaq und Dow Jones erneut in die Knie gingen. Schwache Quartalszahlen von Meta befeuerten die Juli-Krise. Der Monat könnte für die Nasdaq mit einem Kursverlust jenseits der 10-Prozent-Marke ablaufen, was sehr ungewöhnlich ist.
Samsung sorgte am Morgen mit den Quartalszahlen vorübergehend für etwas Entspannung. Die enormen Wachstumsraten bei Umsatz und Gewinn sowie der Hinweis auf mögliche Chipengpässe im kommenden Jahr bestätigen zwar die strukturell hohe Nachfrage. Der rasch abbröckelnde Kursgewinn zeigt jedoch, dass dieses Szenario bereits weitgehend eingepreist war. Nach dem Ausverkauf bei SK Hynix und Co. reichen starke operative Zahlen derzeit nicht aus, um dauerhaft neue Käufer anzuziehen. J.P Morgan hat am Mittwoch in einer Research-Note argumentiert, dass in Korea ein „De-Leveraging“ zu über 90 Prozent abgeschlossen sein dürfte. Aufgrund der enormen Kursverluste hat es alle „Zocker“ aus dem Markt „gespült“. Für Investoren ein positives Signal.
Microsoft überzeugte mit einem Azure-Wachstum von 43 Prozent und zeigte, unter welcher Bedingung der Markt hohe Investitionen weiterhin akzeptiert: Cloud-Umsätze, Auftragsbestand und Cashflow müssen erkennbar Schritt halten. Bei Meta fiel das Urteil gegenteilig aus. Der Umsatz stieg zwar um 28 Prozent auf 60,8 Milliarden Dollar und übertraf die Erwartungen leicht. Gleichzeitig brach das operative Ergebnis um acht Prozent auf 18,78 Milliarden Dollar ein, die operative Marge fiel von 43 auf 31 Prozent. Der Gewinn je Aktie von 6,18 Dollar verfehlte den Konsens von 7,22 Dollar deutlich. Rechtliche Rückstellungen von 2,4 Milliarden Dollar und Abfindungen von 1,18 Milliarden Dollar belasteten das Ergebnis zusätzlich, erklären die Schwäche aber nur teilweise.
Entscheidend war der Ausblick. Der Mittelwert der für das dritte Quartal erwarteten Umsatzspanne von 61 bis 64 Milliarden Dollar blieb unter den Markterwartungen. Gleichzeitig erhöhte Meta das untere Ende seiner Investitionsprognose und plant nun Kapitalausgaben von 130 bis 145 Milliarden Dollar. Nach gut 72 Milliarden Dollar im Vorjahr droht damit nahezu eine Verdopplung. Der freie Cashflow brach im Quartal auf 784 Millionen Dollar ein, während Reality Labs weitere 4,62 Milliarden Dollar verlor. Selbst die auf 3,60 Milliarden gestiegene Zahl täglich aktiver Nutzer blieb knapp hinter den Erwartungen zurück. Das Werbegeschäft wächst weiterhin kräftig, doch der Markt bezweifelt zunehmend, dass die Erträge schnell genug steigen, um den Ausbau der KI-Infrastruktur zu finanzieren.
Wir sind bei Microsoft via Call UQ987M investiert, bei Meta ist unser Schein WA0Z64.
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