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Silberanleger erlebten in den vergangenen Wochen ein Wechselbad der Gefühle. Bei Edelmetallhäusern wie Ophirum stand es natürlich ein wenig im Schatten von Gold, das so hell glänzte wie lange nicht. Hohe Zinsen und fallende Goldpreise? Falsch gedacht. 2023 war ein feines GoldJahr. Offenbar lassen sich nicht nur in den Shops von Ophirum die Anleger von Zinsen wenig beeindrucken. Wer Gold will, der nutzt die Nachkaufgelegenheiten. Aber wie steht es bei Silber?  (In unserem Börsendienst auf feingoldresearch.de erhalten Sie als Abonnent jede Woche passende Anlage- und Tradingideen zu Gold, Silber aber auch Bitcoin und viele andere Assetklassen). 

Nachdem der Preis für eine 31,1 Gramm schwere Feinunze zwischen Anfang Oktober und Anfang Dezember in der Spitze um rund 25 Prozent auf über 26 Dollar gestiegen war, gab er in der Folge innerhalb von zehn Tagen um knapp zwölf Prozent nach. Nun aber ist die Hoffnung groß, dass der Silberpreis die Talsohle durchschritten haben könnte. Denn: Die wesentlichen Treiber für höhere Preise sind intakt – allen voran die womöglich bevorstehenden Zinssenkungen der US-Notenbank Fed und der EZB. „2024 soll es für die FED nach unten gehen und Christine Lagarde dürfte sich dann auch nicht gegen den weltweiten Trend stemmen können“, glaubt Jürgen Molnar vom Broker RoboMarkets.

Der Markt geht also nicht nur davon aus, dass das lang ersehnte Ende des Zinserhöhungszyklus der internationalen Notenbanken erreicht ist, sondern dass im kommenden Jahr die Zinsen bereits wieder gesenkt werden. „Entscheidend ist dann allerdings, ob die Senkungen primär aufgrund der gemachten Hausaufgaben bei der Inflation oder vielmehr aufgrund konjunktureller Sorgen stattfinden“, so Jürgen Molnar.

Notenbanken machen Kurse

Wie kräftig die Zinsen in 2024 nach unten angepasst werden, ist zwar naturgemäß reine Spekulation und somit keineswegs seriös zu prognostizieren. Aber: Für die Europäische Zentralbank etwa preisen die Terminmärkte angesichts der anhaltend schwachen Konjunkturdaten für das kommende Jahr bereits Leitzinssenkungen in Höhe von insgesamt 1,50 Prozentpunkten ein, während in den USA ein Rückgang von 1,25 Prozentpunkten im Raum steht.

Den Dollar im Auge behalten

Dass die Zinssenkungen noch längst nicht in trockenen Tüchern sind und die Geldpolitik nicht zuletzt von den Konjunktur- und Inflationsdaten bestimmt wird, zeigen etwa die jüngst veröffentlichten US-Arbeitsmarktdaten. So hatte der Markt seine Zinssenkungserwartungen im Nu wieder etwas zurückgenommen, als sich der US Arbeitsmarkt mit einem Beschäftigungszuwachs von 199.000 Stellen im November etwas stärker als erwartet präsentierte. Auch die weitere Entwicklung des US-Dollars sollten Anleger stets im Blick behalten

Schließlich wird nicht nur der große Bruder Gold rund um den Globus fast ausschließlich in Dollar gehandelt, sondern auch Silber. Dies bedeutet: Gewinnt der Dollar an Wert, verliert Silber für Anleger aus dem Nicht-Dollar-Raum an Attraktivität – und umgekehrt. Professionelle Gold- oder Silberkäufer wie sie Edelmetallhändler wie Ophirum sicher auch zahlreich zählen, wissen dies. Neulinge sollten dies aber ebenso im Hinterkopf behalten. Neben dem US-Dollar und den Zinsen wirkt sich selbstverständlich auch das Verhältnis von Angebot und Nachfrage auf die weitere Entwicklung des Silberpreises aus. Und diesbezüglich macht etwa eine aktuelle Prognose vom Silver Institute zusammen mit dem Researchunternehmen Metals Focus Mut. Grund: Der industrielle Silberbedarf könnte in diesem Jahr um 8,2 Prozent auf den Rekordwert von 632 Millionen Unzen steigen.

Silberpreis hat auf Knappheit noch nicht reagiert

Auf der Angebotsseite sagt Metals Focus für 2023 hingegen einen Rückgang der Minenproduktion um zwei Prozent voraus. Einer der Gründe ist die aktuelle Lage in Mexiko: wegen monatelanger Streiks hat die Peñasquito-Mine, die als fünftgrößter Silberproduzent der Welt gilt, im zweiten und dritten Quartal den Betrieb einstellen müssen. Und: Obwohl das gesamte Angebot in diesem Jahr unter dem Strich weniger stark schrumpfen dürfte als die Nachfrage, rechnet das Silver Institute mit einer Unterversorgung des globalen

Silbermarktes. „Schon 2022 haben wir eine rekordhohe Silbernachfrage und ein mangelndes Angebot gesehen. Das hat zu einem historisch hohen Defizit von 238 Millionen Unzen geführt“, so RoboMarkets-Experte Molnar. Dagegen wird die diesjährige Angebotslücke auf 142 Millionen Feinunzen geschätzt. Und dies wiederum birgt Chancen für Silberanleger, hat der Silberpreis bislang doch noch nicht auf den Engpass reagiert – zumindest nicht nachhaltig.

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