Der wichtigste deutsche Aktienindex ist am Donnerstag bei 25.841 Punkten in den Handel gestartet. Das war ein Zuschlag von 2 Zählern gegenüber dem Schlusskurs vom Vortag. Am Vormittag durchschritt er seine Talsohle bei 25.785 Punkten. Sein Tageshoch markierte er am Nachmittag bei 26.005. Den Handelstag schloss der DAX bei 26.003 Indexpunkten ab. Das entsprach einem Plus von 164 Punkten beziehungsweise 0,6 Prozent.
Ermutigende Signale zur US-Geldpolitik haben den DAX nach drei Verlusttagen wieder in die Gewinnzone gebracht. Aussagen von Fed-Gouverneur Christopher Waller zu Inflation und Zinsen verliehen dem Börsenbarometer am Nachmittag Rückenwind und stoppten den zuvor starken Zinsanstieg an den Anleihemärkten. Ein deutlich gestiegener Ölpreis auf das höchste Niveau seit Anfang Juni begrenzte jedoch die Erholung. Nach einem Rekordstand am Freitag hatte der Index in den vergangenen drei Tagen deutlich an Wert verloren. Parallel legte auch der MDAX spürbar zu. Ein unerwartet kräftiger Anstieg des ISM-Einkaufsmanagerindex für den US-Dienstleistungssektor auf 55,4 Punkte signalisierte eine robuste Konjunktur in den USA, während in der Eurozone die Erzeugerpreise im Juli mit einem Plus von 5,8 Prozent stärker zulegten als erwartet. Der MDAX notierte zum Handelsende mit 299 Punkten im Plus und schloss bei 32.257 Zählern. Für den EuroStoxx 50 ging es um 0,3 Prozent auf 6.383 Zähler nach oben. Der Euro steht heute früh bei 1,1630 Dollar. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs für den Euro gestern auf 1,1615 Dollar fest, nach 1,1578 Dollar am Vortag. Die Umlaufrendite gab 3 Basispunkte auf 3,32 Prozent nach.
Deutsche Einzelaktien
Volkswagen führte den DAX mit einem Plus von 3,6 Prozent an, gestützt durch die Einigung auf den Zukunftsplan 2030 mit harten Spar- und Portfoliomaßnahmen. Hochtief legte um 3,6 Prozent zu. Vonovia rückte um 2,6 Prozent vor. Am unteren Ende der Rangliste fand sich Fresenius Medical Care mit einem Minus von 1,9 Prozent. Rheinmetall, der Rüstungskonzern, gab 1,9 Prozent ab; hier belasteten Berichte über erhöhte Sabotage- und Anschlagsrisiken für deutsche Wehrtechnikfirmen. Qiagen verlor 1,8 Prozent. Auto 1 Group war Spitzenreiter im MDAX mit einem Plus von 4,8 Prozent, unterstützt von bestätigten Kaufempfehlungen großer Banken und der Aussicht auf steigende Autohero-Verkäufe. Bechtle zog um 3,7 Prozent an, während Hochtief um 3,6 Prozent zulegte. Am Ende der Rangliste lag Renk mit einem Minus von 2,2 Prozent. Carl Zeiss Meditec büßte ebenfalls knapp 2,2 Prozent ein, während Puma 1,5 Prozent verlor, nachdem eine Branchenstudie der Bank Barclays nur verhaltenes Kurspotenzial unterstellt hatte.
USA:
US-Leitindizes haben am Donnerstag deutlich zugelegt. Hoffnung auf eine ausbleibende Leitzinserhöhung in diesem Monat trieb die Kurse an der Wall Street. Aussagen von Christopher Waller, Mitglied des Gouverneursrats der US-Notenbank, sorgten für zusätzliche Kauflaune. Waller zeigte sich zuversichtlich, dass der Preisdruck Anzeichen einer Entspannung zeigt. Der Dow Jones zog merklich an, ebenso verzeichnete der marktbreite S&P 500 kräftige Gewinne. Auch der technologielastige Nasdaq 100 schloss mit einem deutlichen Plus. Der Dow Jones gewann 624 Punkte oder 1,2 Prozent auf 53.686 Zähler. Der S&P 500 verbuchte ein Plus von 81 Punkten oder 1,1 Prozent und ging bei 7.748 aus dem Handel. Für den Nasdaq 100 ging es um 339 Punkte oder 1,2 Prozent auf 29.482 Zähler nach oben. Gestern sank die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihe um 2 Basispunkte und notierte bei 4,77 Prozent.



