Der DAX ist zu Wochenbeginn bei 26.040 Punkten in den Handel gestartet. Das entsprach einem Abschlag von 7 Zählern gegenüber dem Schlusskurs vom Freitag. Sein Tageshoch erreichte er nach Handelsstart bei 26.070 Indexpunkten. Zur Mittagszeit fiel der deutsche Leitindex bis auf 25.920 Punkte zurück. Den Handelstag beendete der Index bei 26.007 Zählern. Das waren insgesamt 40 Punkte weniger – ein Rückgang von 0,2 Prozent.
Nach einer kurzen Phase der Stabilisierung gab der DAX wieder nach und schloss leicht im Minus, hielt sich aber über der Marke von 26.000 Punkten. Technische Widerstände an der 21-Tage-Linie hatten bereits zum Wochenschluss den vorangegangenen Anstieg gebremst. Hohe Ölpreise infolge der angespannten Lage im Nahen Osten und der Entscheidung einer Kerngruppe von sieben Opec+-Mitgliedern, die Förderziele im Oktober nicht weiter anzuheben, bestimmten das Umfeld. Fehlende Impulse von den wegen eines Feiertags geschlossenen US-Börsen verstärkten die Orientierungslosigkeit. Die deutsche Industrieproduktion sank im Juli saison- und kalenderbereinigt um 1,1 Prozent gegenüber dem Vormonat, obwohl ein leichtes Plus von 0,2 Prozent erwartet worden war, was die Konjunktursorgen hierzulande verstärkte. Das Bruttoinlandsprodukt der Eurozone erhöhte sich im zweiten Quartal dagegen um 0,6 Prozent zum Vorquartal und damit stärker als bisher ausgewiesen, während der Sentix-Konjunkturindex für den Euroraum im September auf 5,1 Punkte und damit auf den höchsten Stand seit Februar 2022 kletterte. Der MDAX verbuchte ein Plus von 0,2 Prozent beziehungsweise 50 Punkten auf 32.405 Punkte. Der EuroStoxx 50 gewann 0,2 Prozent und lag bei 6.404 Punkten. Außerhalb der Eurozone schloss der britische FTSE 100 knapp im Minus bei 10.822 Zählern. Beim Schweizer SMI stand ein Minus von 0,8 Prozent auf 14.279 Punkte an der Tafel. Der Euro notiert heute früh bei 1,1630 Dollar. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs am Montag auf 1,1622 Dollar fest, nach 1,1622 Dollar am vorherigen Handelstag. Am Rentenmarkt verharrte die Umlaufrendite bei 3,31 Prozent.
Deutsche Einzelaktien
Infineon führte den DAX mit einem kräftigen Plus von 6,9 Prozent an, gestützt von einer Hochstufung, Rückenwind aus der globalen Chip-Rally und neuer KI-Fantasie im Geschäft mit Leistungshalbleitern. Hochtief legte um 2,5 Prozent zu, wobei Anleger den Baukonzern als indirekten Profiteur des KI-getriebenen Booms bei Rechenzentren und der dazugehörigen Infrastruktur sahen. RWE zog um 2 Prozent an, hier sorgten eine positive Analystenstudie zu einem Wettbewerber, die freundlichere Stimmung für Versorger und der defensive Charakter des Titels für Nachfrage. Am Ende der Rangliste stand Qiagen mit einem Minus von 2,9 Prozent. Die Münchener Rück gab 2,8 Prozent ab, belastet von den in Monte Carlo skizzierten sinkenden Rückversicherungspreisen, dem hohen Wettbewerbsdruck durch zusätzliches Kapital und wachsenden Risiken aus mittelgroßen Naturereignissen. Hannover Rück verlor 2,7 Prozent, nachdem Aussagen zu erwarteten weiteren Preisrückgängen und die Brancheneinschätzung eines anhaltend harten Wettbewerbsumfelds die Verhandlungsmacht der Rückversicherer in Frage stellten. Nordex führte den MDAX mit einem Plus von 10 Prozent an, unterstützt von einer frischen Kaufempfehlung mit optimistischeren Gewinn- und Margenerwartungen sowie einem Fokus auf das Deutschland- und US-Geschäft. Aixtron stieg um 7,8 Prozent, hier stützten der weltweite Chipaufschwung, die Fantasie um höhere KI-Rechenleistung und angehobene Branchenprognosen für Halbleiterausrüstung die Nachfrage nach der Aktie. Thyssenkrupp rückte um 2,9 Prozent vor. Am unteren Ende der Skala rangierte AUTO1 mit einem Minus von 4 Prozent. TeamViewer fiel um 3,5 Prozent, hier lasteten die Sektor-Rotation hin zu Halbleitern und Sorgen über den Druck neuer KI-Software auf klassische Anbieter. Wacker Chemie gab 2,9 Prozent nach. Als Profiteure der gestiegenen Ölpreise zogen im EuroStoxx 50 die Papiere von Totalenergies um 1,6 Prozent und Eni um 0,6 Prozent an. Begehrt waren außerdem die Titel des Chipausrüsters ASML sowie des Elektrokonzerns Schneider Electric. Belastet wurde der Züricher Leitindex von seinen Schwergewichten Novartis und Swiss Re mit Abgaben von jeweils mehr als drei Prozent. Novartis kassierte einen Rückschlag mit dem Lipoprotein-Senker Pelacarsen, der beim Schutz vor Herzinfarkt, Schlaganfall und kardiovaskulärem Tod nicht den erhofften Erfolg zeigte. Schlusslicht war Swiss Re mit einem Abschlag von 3,6 Prozent; der Rückversicherer hatte zuvor vor immer größeren Waldbrandrisiken gewarnt.
USA:
Gestern wurde aufgrund eines Feiertages in den USA nicht gehandelt. Zum Wochenschluss gab die Wall Street leicht nach. Im Fokus stand der US-Arbeitsmarktbericht für August, der einen unerwartet deutlichen Beschäftigungsaufbau und damit einen soliden Arbeitsmarkt signalisierte, was die Erwartungen an eine weitere Zinserhöhung der Fed wieder verstärkte und die Attraktivität von Aktien gegenüber Anleihen minderte. Vor dem feiertagsbedingt langen Wochenende in den USA erhöhte der Iran-Krieg die Vorsicht, nachdem geopolitische Spannungen zuletzt häufig über Wochenenden neue Risiken gebracht hatten. Während der S&P 500 leicht zurücksetzte, legte der Nasdaq 100 moderat zu. Im S&P 500 stürzten Lululemon nach schwachen Quartalszahlen und einer gesenkten Jahresprognose besonders deutlich ab. Kräftige Verluste verzeichneten auch Adobe nach der überraschenden Ernennung von Anil Chakravarthy zum neuen Chef sowie Tesla, deren Präsentation des Robotaxis Cybercap als inhaltlich enttäuschend bewertet wurde. Zusätzlichen Abgabedruck sahen sich die Aktien der Kreditauskunfteien Equifax und Transunion ausgesetzt, nachdem die US-Wohnungsbaubehörde FHFA den Unternehmen erneut überhöhte Gebühren vorgeworfen hatte. Der Dow Jones beendete den Handelstag mit einem Minus von 272 Punkten oder 0,5 Prozent bei 53.414 Zählern. Der S&P 500 schloss 29 Punkte oder 0,4 Prozent tiefer bei 7.719. Der Nasdaq 100 legte 62 Punkte oder 0,2 Prozent auf 29.544 Zähler zu. Die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihe erhöhte sich um 1 Basispunkt auf 4,78 Prozent.
US Einzelaktien
Caterpillar führte den Dow Jones mit einem Plus von 1,7 Prozent an. Honeywell, der Industriekonzern mit starkem Luft- und Raumfahrtgeschäft, gewann 1 Prozent, hier sorgte die Genehmigung umfangreicher US-Rüstungsverträge nach Saudi-Arabien für Fantasie. Home Depot zog um 0,9 Prozent an. Am unteren Ende der Skala rangierte Apple mit einem Minus von 2,5 Prozent, belastet von einer Milliardenklage in Großbritannien, Sorgen über deutliche iPhone-Preiserhöhungen und dem Risiko enttäuschter Erwartungen beim kommenden Produkt-Event. Microsoft gab 2 Prozent ab, beeinträchtigt von der wachsenden politischen Gegenwehr gegen neue Rechenzentren in den USA, die Ausbaupläne für Cloud- und KI-Infrastruktur erschweren könnte. Salesforce verlor 2 Prozent nach einem starken Kursanstieg in den vergangenen Wochen. An der Spitze des Nasdaq stand Sandisk mit einem Plus von 11,9 Prozent, beflügelt von der starken Nachfrage nach Speicher- und Halbleiterwerten sowie positiven Dell-Zahlen und ETF-Zuflüssen. Astera Labs legte um 9,8 Prozent zu, wobei die robuste Stimmung für KI-Halbleiter den Wert stützten. Nebius Group zog um 7,5 Prozent an und zählte im Umfeld fester Technologie- und Hardwaretitel ebenfalls zu den auffälligsten Gewinnern. Am Ende der Rangliste notierte Autodesk mit einem Minus von 8,3 Prozent. Adobe Systems sackte um 6,7 Prozent ab, hier belasteten die Ankündigung eines CEO-Wechsels und Unsicherheit rund um die Übernahme des Start-ups Rilo. Tesla verlor 5,9 Prozent, getroffen von den Untersuchungen zum lenkradlosen Cybercab und der enttäuschend aufgenommenen Präsentation in Austin. Die US-Aktienindex-Futures notieren heute früh fast unverändert.



