Der deutsche Leitindex ist am Montag mit 70 Punkten weniger in den Handel gestartet – im Vergleich zum Schlusskurs vom Freitag. Er notierte bei 25.499 Zählern. Sein Tageshoch erreichte er nach Handelsbeginn bei 25.549 Punkten. Am frühen Nachmittag markierte er sein Tagestief bei 25.326 Indexpunkten. Aus dem Handel ging der DAX bei 25.441 Zählern. Das Minus belief sich auf 128 Punkte beziehungsweise 0,5 Prozent.

Steigende Ölpreise und neue Zweifel am KI-Boom haben den DAX zum Wochenauftakt spürbar belastet und auf den niedrigsten Stand seit Ende Juli gedrückt. Zunehmende geopolitische Risiken im Nahen Osten mit einer abgeschalteten saudischen Pipeline und der ungeklärten Lage an der Straße von Hormus sowie ein Renditeanstieg zehnjähriger US-Staatsanleihen über die Marke von fünf Prozent erhöhten den Abwärtsdruck auf den deutschen Leitindex. Kritische Äußerungen führender KI-Unternehmer zur Sicherheit und zum Tempo der Technologieentwicklung sowie die Absage eines schnellen Börsengangs von OpenAI nahmen heimischen Aktien mit stark eingepreister KI-Fantasie den Schwung und sorgten bei Werten wie Infineon, Siemens Energy, Hochtief und mehreren Chip-Zulieferern für teils zweistellige Kursrückgänge. Softwaretitel profitierten dagegen von einer Entspannung der Sorgen um durch KI gefährdete Geschäftsmodelle, was sich in deutlichen Aufschlägen bei SAP, Nemetschek und Teamviewer widerspiegelte. Bayer-Aktien legten im Umfeld einer Anhörung zu einem möglichen Sammelvergleich im US-Roundup-Streit zu, während der MDAX insgesamt auf den niedrigsten Stand seit Mitte Mai abrutschte. Im europäischen Umfeld verzeichnete der EuroStoxx 50 Verluste, während in London und Zürich vor allem defensive Branchen wie Pharma und Nahrungsmittel gefragt waren. Der MDAX gab um 607 Punkte auf 31.057 Zähler nach. Der EuroStoxx 50 verlor 1 Prozent und notierte bei 6.260 Punkten. Der Euro notiert heute früh bei 1,1540 Dollar. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs für den Euro am Montag auf 1,1551 Dollar fest, nach 1,1592 Dollar am vorherigen Handelstag. Die Umlaufrendite stieg um 4 Basispunkte auf 3,51 Prozent.

Deutsche Einzelaktien

An der Spitze des DAX behauptete sich SAP mit einem Plus von 5,1 Prozent, gestützt von einer Branchenrotation weg von KI-Hardware hin zu defensiver wahrgenommenen Softwarewerten. Fresenius Medical Care zog um 2,9 Prozent an. Bayer legte um 2,4 Prozent zu, nachdem Anleger verstärkt auf einen befriedenden Sammelvergleich in den US-Glyphosatklagen setzen, dessen Zahlungen klar gedeckelt wären und auf früheren Supreme-Court-Entscheidungen beruhen. Am Tabellenende lag Hochtief mit einem Minus von 9,4 Prozent, belastet von neuen Regulierungs- und Sicherheitsdebatten rund um Künstliche Intelligenz, die die Erwartungen an KI-Infrastruktur bremsen. Siemens Energy gab 8 Prozent ab, hier überwogen Sorgen, ein strenger reguliertes KI-Umfeld könnte den Ausbau von Rechenzentren und damit die Nachfrage nach Energietechnik dämpfen. Infineon verlor 7,7 Prozent, der Chipkonzern geriet wegen wachsender Zweifel an der Nachhaltigkeit der hohen Gewinnerwartungen im KI-getriebenen Halbleitermarkt unter Druck. Im MDAX setzte sich TeamViewer mit einem Aufschlag von 3,5 Prozent an die Spitze, unterstützt von einer Sektor-Rotation hin zu klassischen Softwarewerten und einem erhöhten BlackRock-Anteil. Nemetschek gewann 2,7 Prozent, hier half die Neubewertung der Branche, nachdem frühere KI-Sorgen in den Hintergrund getreten sind. Talanx kam um 1 Prozent voran. Am Ende der Rangliste stand Aixtron mit einem Minus von 11,2 Prozent, belastet von der verschärften Debatte um KI-Sicherheit und mögliche Regulierungen entlang der Chip-Wertschöpfungskette. Auto1 verlor 5,8 Prozent.

USA:

US-Leitindizes haben den Handelstag mit Verlusten beendet, wobei vor allem Technologiewerte schwächelten. Sicherheitsbedenken rund um Künstliche Intelligenz belasteten den Nasdaq 100 und setzten insbesondere Halbleiterhersteller und -zulieferer unter Druck. Prominente Warnungen, u.a. von Open AI-Chef Altmann, vor möglichen KI-Hacking-Attacken und Forderungen nach einer Verlangsamung der Entwicklung leistungsstarker Modelle verstärkten die Skepsis, was bereits zuvor in Asien und Europa Technologietitel geschwächt hatte. Am US-Markt gaben Papiere von ARM, Marvell Technology, Applied Materials und Nvidia deutlich nach, weil in der Chipbranche ein neuer Risikofaktor für die künftigen Geschäftsaussichten entsteht. Von den Sorgen um das hohe Tempo der KI-Entwicklung profitierten hingegen Aktien aus dem Bereich Cybersicherheit mit kräftigen Kursgewinnen. Etwas Unterstützung erhielten die US-Börsen von nachgebenden Ölpreisen, nachdem US-Präsident Donald Trump von einer möglichen Deeskalation der Angriffe auf Energieanlagen zwischen Russland und der Ukraine berichtet hatte, zu der Kiew grundsätzlich Bereitschaft signalisierte. Der Dow Jones verzeichnete ein Minus von 152 Punkten oder 0,3 Prozent und ging bei 52.421 Zählern aus dem Handel. Der S&P 500 notierte zum Handelsende mit 37 Punkten oder 0,5 Prozent im Minus und landete bei 7.620. Für den Nasdaq 100 ging es um 241 Punkte oder 0,8 Prozent auf 29.127 Zähler nach unten. Am Anleihenmarkt stieg die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihe um 1 Basispunkt auf 4,97 Prozent.

US-Einzelaktien

Salesforce führte den Dow Jones mit einem Anstieg von 4,7 Prozent an. Alphabet gewann 3,2 Prozent, hier sorgten Pläne für ein neues Rechenzentrum in New Mexico für zusätzliche Fantasie im Cloud- und KI-Geschäft. IBM legte um 2,4 Prozent zu, der IT-Konzern war als verlässlicher Technologiewert gefragt. Am unteren Ende der Skala rangierte Caterpillar mit einem Minus von 4,2 Prozent. Goldman Sachs verlor 4 Prozent, was die Bankaktie merklich zurückwarf. Der Chipkonzern Nvidia büßte 3,4 Prozent ein, belastet von Forderungen führender US-KI-Manager nach einer Verlangsamung des Fortschritts in diesem Bereich, weshalb Anleger die Wachstumsperspektiven im KI-Chipmarkt kritischer einschätzten. Im Nasdaq 100 setzte sich Crowdstrike Holdings mit einem Plus von 13,9 Prozent an die Spitze, getragen von der Aussicht auf langfristig steigende Ausgaben für KI-Sicherheit. Palo Alto Networks verzeichnete ein Plus von 13,1 Prozent, gestützt von einer breit angelegten Rotation in Cybersecurity-Werte, die als Profiteure wachsender Risiken beim Schutz von KI- und Cloud-Infrastrukturen gelten. Fortinet, Spezialist für Netzwerksicherheit, kam um 9 Prozent voran und profitierte von der Aufnahme in einen von Goldman Sachs neu zusammengestellten Korb wachstumsstarker Technologiewerte. Am Ende der Rangliste stand Teradyne mit einem Minus von 13,3 Prozent. Astera Labs büßte 11,7 Prozent ein. Lumentum Holdings verlor 9,9 Prozent, belastet von der Sorge, dass eine verlangsamte Entwicklung leistungsstarker KI-Modelle die künftige Nachfrage nach Data-Center- und Netzwerktechnik dämpfen könnte. Im frühen Handel notieren die US-Aktienindex-Futures leicht im Minus.

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