Der deutsche Leitindex DAX ist am Dienstag 80 Punkte unter dem Schlusskurs vom Vortag in den Handel gestartet. Er notierte bei 25.360 Zählern. Nach Handelsstart rutschte er bis auf 25.173 Punkte. Am frühen Nachmittag erreichte er sein Tageshoch bei 25.477 Indexpunkten. Zum Handelsschluss stand der DAX bei 25.402 Punkten. Das waren 39 Zähler weniger beziehungsweise 0,2 Prozent.

Der DAX hat sich nach den deutlichen Verlusten zum Wochenauftakt stabilisiert und schloss nach zwischenzeitlichen Tiefstständen nur leicht im Minus. Eine leichte Entspannung bei Ölpreisen und Anleiherenditen stützte die Notierungen, ebenso die Ankündigung von Bundeskanzler Friedrich Merz, angesichts hoher Spritpreise Entlastungen auf den Weg bringen zu wollen. Ein von Zurückhaltung geprägtes Umfeld vor der heutigen Fed-Entscheidung lenkte den Blick auf Rüstungswerte, die von Berichten über Munitionsengpässe in den USA und geplante höhere Verteidigungsausgaben in Japan profitierten. Chemiewerte setzten nach negativen Analystenkommentaren ihre Talfahrt fort, während Bankaktien wie die Deutsche Bank unter schwachen US-Vorgaben litten. Die ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland verbesserten sich im September nur gering auf 34,7 Punkte und blieben damit klar unter den durchschnittlichen Prognosen. Im europäischen Umfeld beendeten EuroStoxx 50, FTSE 100 und SMI den Handel schwächer, während der Dow Jones Industrial zum europäischen Handelsschluss deutlich im Minus lag. Der MDAX gewann 79 Punkte und ging bei 31.136 Zählern aus dem Handel. Der EuroStoxx 50 verlor 0,4 Prozent und lag bei 6.237 Punkten. Der Euro steht heute früh bei 1,1550 Dollar. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs für den Euro auf 1,1539 Dollar fest, nach 1,1551 Dollar vom Montag. Am Rentenmarkt erhöhte sich die Umlaufrendite um 2 Basispunkte auf 3,53 Prozent.

Deutsche Einzelaktien

An der Spitze des DAX lag Rheinmetall mit einem Plus von 3,2 Prozent, gestützt durch die Aussicht auf höhere Verteidigungsetats und Engpässe in der Munitionsversorgung, die die Nachfragesituation verbessern dürfte. Qiagen legte um 1,9 Prozent zu, während MTU Aero Engines um 1,6 Prozent vorankam, wobei ein bestätigtes, aber vorsichtig kommentiertes Analystenurteil den Empfehlungscharakter untermauerte. Am Ende der DAX-Rangliste rangierte Zalando mit einem Minus von 3,7 Prozent. Die Deutsche Bank gab um 2,4 Prozent nach, belastet von schwachen Vorgaben der US-Branche sowie eingetrübten Erwartungen für Handels- und Beratungserlöse. Daimler Truck verlor 1,8 Prozent, unter Druck durch die angekündigte Europa-Einführung des Tesla-Semi und die stockenden Pläne für Lade- und Wasserstoff-Infrastruktur. Sartorius dominierte den MDAX mit einem Plus von 4,7 Prozent. Knorr-Bremse verbesserte sich um 3,5 Prozent. Bilfinger zog um 2,5 Prozent an. Am unteren Ende des MDAX notierte DWS mit einem Abschlag von 3,1 Prozent. Bei Evonik sank die Aktie um 2,9 Prozent, belastet von einer Abstufung durch Morgan Stanley, Sorgen um das Tierfuttergeschäft und der Schwäche des Chemiesektors. Lanxess verlor 2,6 Prozent, beeinträchtigt von zurückhaltenderen Analystenkommentaren zu den Energiekosten.

USA:

US-Leitindizes haben vor der Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed erneut nachgegeben. An der Wall Street überwog vor dem anstehenden Beschluss die Vorsicht. Kräftig steigende Ölpreise verstärkten den Druck auf die Kurse. Der Dow Jones schloss schwächer, ebenso der marktbreite S&P 500. Der Nasdaq 100 verzeichnete ebenfalls Verluste, nachdem er bereits zum Wochenauftakt wegen der Sicherheitsdebatte über Künstliche Intelligenz und der damit verbundenen Schwäche bei Halbleiterwerten stärker unter Druck geraten war. Technologiewerte konnten sich nun teilweise etwas erholen, ohne den Index ins Plus zu drehen. Der Dow Jones verlor 328 Punkte oder 0,6 Prozent und notierte bei 52.093 Zählern. Der S&P 500 büßte 34 Punkte oder 0,4 Prozent ein und schloss bei 7.586. Der Nasdaq 100 beendete den Tag mit einem Minus von 189 Punkten oder 0,6 Prozent bei 28.938 Zählern. Die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihe erhöhte sich um 3 Basispunkte auf 5,00 Prozent.

US-Einzelaktien

Chevron führte den Dow Jones mit einem Plus von 2,6 Prozent an, getragen von steigenden Energiepreisen und den Aussagen von Konzernchef Mike Wirth zu knappen Ölreserven und Chancen im LNG-Geschäft. 3M legte 1,6 Prozent zu. Honeywell kam um 1 Prozent voran. Am unteren Ende der Skala notierte Nike mit einem Minus von 2,2 Prozent. Amazon verlor 2 Prozent, belastet von den geplanten Rabattaktionen von Target und dem hohen Investitionsdruck im Markt für KI-Chips. Walt Disney büßte 2 Prozent ein. Im Nasdaq war Qualcomm mit einem Plus von 4,3 Prozent gefragt. Crowdstrike zog um 3 Prozent an, gestützt von einer Sektor-Rotation in Cybersecurity sowie verstärkten KI-Sicherheitsdebatten, die die Nachfrageerwartungen verbesserten. Diamondback Energy kletterte um 2,8 Prozent, unterstützt von höheren Ölpreisen und einem freundlichen Energiesektor. Am Tabellenende stand Axon Enterprise mit einem Minus von 9,8 Prozent, belastet von der geplanten Ausgabe wandelbarer Anleihen im Volumen von 1 Milliarde Dollar. MicroStrategy verlor 5,4 Prozent, nachdem die Schwäche von Bitcoin und ein breiter Abverkauf bei Krypto-Aktien auf die stark kryptoexponierte Aktie durchschlugen. Take-Two Interactive Software gab 4,9 Prozent nach. Im frühen Handel notieren die US-Aktienindex-Futures leicht im Plus.

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