
Vor dem Handelsstart am Sonntagabend hat sich das Bild weiter eingetrübt. Iran hat nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur IRNA die Teilnahme an einer zweiten Gesprächsrunde mit den USA abgelehnt und begründet das mit wachsendem Misstrauen gegenüber Washington. Aus Teheran heißt es, man sehe sich mit Täuschung konfrontiert, halte die US-Linie für widersprüchlich und sehe die Lage bereits „am Rande einer neuen Eskalationsrunde“. Gleichzeitig bleibt die iranische Position unverändert: Solange die Seeblockade besteht, werde keine Delegation zu Verhandlungen entsandt. Das nimmt dem Markt einen wichtigen Entspannungstreiber kurz vor Wochenbeginn.
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Damit verschiebt sich der Fokus noch stärker auf die Konfrontation um Hormus und auf die Frage, ob aus der schärferen Rhetorik schnell wieder militärische Schritte werden. Trump hatte bereits neue Angriffe angedroht und zugleich erklärt, die USA würden erneut nach Pakistan reisen, um auszuloten, ob doch noch Gespräche möglich sind. Reuters berichtete allerdings schon am Samstag, dass Iran eine Teilnahme nicht bestätigt und die laufende Blockade als zentrales Hindernis bezeichnet. Die neue IRNA-Linie geht nun einen Schritt weiter: nicht nur keine Terminbestätigung, sondern ausdrücklich keine zweite Runde.
Für die Märkte ist das die ungünstigere Ausgangslage zum Wochenauftakt. Die Hoffnung auf einen raschen diplomatischen Korridor wird schwächer, während Öl, Schifffahrt und Inflationsrisiken wieder stärker in den Vordergrund rücken. Solange Teheran Gespräche verweigert und Washington an Druck und Drohkulisse festhält, bleibt das Risiko hoch, dass die nächste Marktbewegung erneut über den Ölpreis und die Risikoaufschläge läuft.
In den Wochenendindikationen werden Nasdaq und DAX knapp ein Prozent tiefer gehandelt.