Der DAX ist am Donnerstag bei 26.354 Punkten in den Handel gestartet. Er lag damit 68 Zähler über dem Schlusskurs vom Vortag. Zur Mittagszeit markierte er sein Tageshoch bei 26.403 Indexpunkten. Sein Tagestief verzeichnete er am frühen Nachmittag bei 26.242 Punkten. Den Handelstag beendete der DAX bei 26.367 Zählern. Er notierte damit 81 Punkte beziehungsweise 0,3 Prozent höher.

Überzeugende Quartalsberichte großer US-Technologiekonzerne haben den DAX am Donnerstag in die Gewinnzone geführt. Zugleich bremste das laufende Notenbanktreffen in Jackson Hole mit der anstehenden Rede von US-Notenbankchef Kevin Warsh die Kaufbereitschaft, sodass der Index trotz des dritten Tages im Plus unter seinem Hoch vom Vortag blieb. Im MDAX fielen die Aufschläge deutlich kräftiger aus, während der EuroStoxx 50 sowie die Leitindizes in Großbritannien und der Schweiz Verluste verbuchten. In den USA zogen vor allem die Technologiewerte an der Nasdaq an, nachdem Nvidia mit einem starken Geschäftsbericht und einem zuversichtlichen Ausblick für KI-Chips überzeugt hatte. Zusätzlich sorgten besser als erwartete Zahlen der US-Softwarekonzerne Salesforce und Crowdstrike für Rückenwind, wovon europaweit vor allem Technologiewerte und Aktien mit KI-Bezug profitierten. Der MDAX schloss 426 Punkte oder 1,3 Prozent höher bei 32.947 Punkten. Der EuroStoxx 50 ging 0,7 Prozent tiefer bei 6.425 Punkten aus dem Handel. Der Euro liegt heute früh bei 1,1660 Dollar. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs gestern auf 1,1645 Dollar fest, nach 1,1669 Dollar am Vortag. Am Rentenmarkt legte die Umlaufrendite um 5 Basispunkte auf 3,21 Prozent zu.

Deutsche Einzelaktien

An der Spitze des DAX lag SAP mit einem Plus von 5,5 Prozent, gestützt von der neuen Zuversicht für KI-getriebene Softwaregeschäfte nach starken Zahlen von Salesforce und Nvidia. BMW verbesserte sich um 3,9 Prozent. Infineon zog um 3,6 Prozent an, was auch auf die optimistischen Aussagen großer US-Chipkonzerne zum KI-getriebenen Wachstum im Halbleitermarkt zurückging, von dem der Münchener Hersteller profitiert. Am unteren Ende der Skala stand Commerzbank mit einem Minus von 2,7 Prozent, belastet von den politischen Querelen um eine mögliche Beteiligung von Unicredit und der Debatte über die Rolle des Bundes als Großaktionär. Deutsche Telekom gab 2,6 Prozent nach, nachdem eine Abstufung durch Kepler Cheuvreux sowie ein kritischer Bericht zur US-Tochter T-Mobile US die Stimmung eingetrübt hatten. MTU Aero Engines verlor 1,9 Prozent, der Triebwerkshersteller geriet nach einer Stimmrechtsmitteilung unter Druck, in der BlackRock einen Anteil von mehr als 10 Prozent und Einfluss auf die Gremien signalisierte. Nemetschek dominierte den MDAX mit einem Plus von 9,9 Prozent, getragen von starken US-Softwarezahlen und neuer Zuversicht in die Monetarisierung von KI-Lösungen. TeamViewer legte um 6,9 Prozent zu. Redcare Pharmacy (+6,5 Prozent) kam deutlich voran, wobei eine optimistische Analystenstudie die angehobenen, weiterhin als vorsichtig geltenden Jahresziele hervorhob. Am unteren Ende des MDAX sortierte sich Aroundtown mit einem Minus von 2,4 Prozent ein; hier drückten rückläufige Mittelzuflüsse aus dem operativen Geschäft, höhere Zinskosten und ausbleibende Neubewertungen auf dem Immobilienportfolio. Auto1 Group gab 1,9 Prozent ab. Lanxess gab 1,6 Prozent nach – ein Rücksetzer, der angesichts der starken chinesischen Konkurrenz und der anhaltenden Sorgen um den Chemiestandort Deutschland die Skepsis gegenüber dem Spezialchemiekonzern weiter verstärkte.

USA:

Ein starker Ausblick des Chipkonzerns Nvidia hat die Technologiebörse Nasdaq deutlich nach oben gezogen. Positive Nachrichten der Softwareanbieter Salesforce und Crowdstrike verschafften dem Technologiesektor zusätzlichen Rückenwind. Der Nasdaq 100 legte spürbar zu und überschritt wieder seine 50-Tage-Linie als mittelfristiges Trendbarometer. Der marktbreite S&P 500 schloss ebenfalls im Plus, wenn auch moderater. Der Dow Jones Industrial gewann nur leicht und blieb damit hinter den Technologiewerten zurück. Der Dow Jones beendete den Handel 106 Punkte oder 0,2 Prozent höher und notierte bei 53.569 Zählern. Der S&P 500 legte um 55 Punkte oder 0,7 Prozent zu und ging bei 7.731 Zählern aus dem Handel. Der Nasdaq 100 verzeichnete ein Plus von 417 Punkten oder 1,4 Prozent und schloss bei 29.642 Zählern. Die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihe stieg um 1 Basispunkt auf 4,67 Prozent.

US-Einzelaktien

Salesforce.com führte den Dow Jones mit einem satten Plus von 22,6 Prozent an, gestützt von deutlich über den Erwartungen liegenden Quartalsgewinnen, stark wachsenden KI-Umsätzen und einer neuen Anthropic-Partnerschaft. Der Chipkonzern Nvidia gewann 8,7 Prozent, hier sorgten der kräftige Umsatzsprung, eine über dem Konsens liegende Prognose und die verbesserte Stimmung im Technologiesektor für zusätzlichen Rückenwind. IBM zog mit einem Aufschlag von 3,9 Prozent an. Am unteren Ende der Skala fand sich McDonald’s mit einem Minus von 2,6 Prozent wieder. Walt Disney verlor 2,6 Prozent, nachdem der Ausbau von Universal Studios Japan den Wettbewerb im globalen Freizeitparkgeschäft in den Fokus rückte. Merck gab 2,3 Prozent nach. An der Spitze des Nasdaq stand Crowdstrike mit einem Plus von 20,5 Prozent, getragen von Rekordergebnissen beim Quartalsergebnis. Synopsys verbesserte sich um 13,4 Prozent, hier sorgten die angehobenen Jahresziele nach einem sehr starken Quartal und ein robustes Bild im Kerngeschäft für Zuversicht. Palo Alto Networks kletterte um 12,8 Prozent, wobei die starken Cybersecurity-Zahlen von Crowdstrike und die Aussicht auf KI-getriebenes Wachstum im Sektor die Fantasie vor der eigenen Veröffentlichung der Quartalsergebnisse anheizten. Am unteren Ende der Nasdaq-Auswahl stand Booking mit einem Minus von 3 Prozent. Comcast verlor 2,9 Prozent, belastet von Plänen für milliardenschwere Investitionen in den Ausbau von Universal Studios Japan und den damit verbundenen Sorgen um den freien Cashflow. Ross Stores büßte 2,7 Prozent ein. Im frühen Handel notieren die US-Aktienindex-Futures kaum verändert.

Hinterlasse ein Kommentar