Der DAX ist zur Wochenmitte 62 Punkte über dem Schlusskurs vom Dienstag in den Handel gestartet. Er notierte bei 25.322 Zählern. Zur Mittagszeit markierte der deutsche Leitindex sein Tageshoch bei 25.449 Punkten. Am Nachmittag rutschte der Index bis auf 25.277 Zähler ab. Den Handelstag beschloss der DAX bei 25.299 Indexpunkten. Das waren 39 Punkte beziehungsweise 0,2 Prozent mehr.

Überraschend stark gestiegene US-Verbraucherpreise haben zur Wochenmitte die Aufwärtsbewegung im DAX gebremst, der nach zwischenzeitlich deutlich höheren Gewinnen lediglich mit einem kleinen Plus schloss. US-Daten zeigen für September einen Anstieg der Inflationsrate auf 3,7 Prozent nach 3,4 Prozent im August, vor allem getrieben durch höhere Preise für Kraftstoff und Heizöl und leicht über den durchschnittlichen Prognosen. Aus geldpolitischer Sicht steht in diesem Jahr noch eine weitere US-Leitzinserhöhung im Raum, anschließend werden vorerst keine zusätzlichen Schritte nach oben erwartet. Im MDAX ergaben sich parallel ebenfalls nur geringe Zugewinne. Chinas Außenhandel zeichnete ein freundliches Bild, da die Exporte im September in US-Dollar gerechnet um rund 36 Prozent und die Importe um 31 Prozent stiegen, womit der Handelsüberschuss auf rund 133 Milliarden US-Dollar anschwoll. Die Internationale Energieagentur warnt zugleich vor einer anhaltenden Verknappung des weltweiten Dieselangebots bis weit ins Jahr 2027. Der MDAX kam auf ein Plus von 0,1 Prozent und schloss bei 30.050 Punkten. Der EuroStoxx 50 kletterte um 0,4 Prozent auf 6.190 Punkte. Der Euro liegt heute früh bei 1,1220 Dollar. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,1195 Dollar fest, nach 1,1188 Dollar am Vortag. Am Rentenmarkt zog die Umlaufrendite um 2 Basispunkte auf 3,43 Prozent an.

Deutsche Einzelaktien

Angeführt wurde der DAX von Rheinmetall mit einem Plus von 3,1 Prozent, gestützt von der Aussicht auf sinkende Energiekosten und eine stärkere Wahrnehmung des zivilen Technologiegeschäfts. Merck legte um 3,1 Prozent zu, wozu vor allem die insgesamt höhere Nachfrage nach Pharmawerten beitrug, während unternehmensspezifische Impulse ausblieben. MTU Aero Engines zog um 2,4 Prozent an, begünstigt vor allem durch die Entspannung am europäischen Gasmarkt und die robuste Börsenstimmung für zyklische Branchen. Am schwächsten schnitt Siemens Energy mit einem Minus von 5,4 Prozent ab. Die Vorzugsaktie von Volkswagen verlor 2,6 Prozent, nachdem ein Gericht den Vergleich mit Ex-Audi-Chef Stadler zum Dieselskandal aufgehoben hatte und damit neue rechtliche wie finanzielle Risiken stärker in den Vordergrund rückte. Zalando verlor 1,7 Prozent, belastet von einer Zielsenkung durch einen großen Broker, reduzierten Ergebnisprognosen und Sorgen um die Nachfrage im bedeutenden Sportsegment. Im MDAX setzte sich Lanxess mit einem Plus von 2,9 Prozent an die Spitze, getragen von Spekulationen über mögliche EU-Schutzzölle auf Chemieimporte aus China und unterstützt eines positiven Analystenkommentars. Aixtron kam auf ein Plus von 2,8 Prozent; hier sorgten starke Zahlen von ASML, eine Erholung der Chipwerte und erfreuliche Daten aus China für Rückenwind im Sektor. Renk rückte um 2,7 Prozent vor, nachdem ein Großauftrag des Panzerherstellers KNDS über Getriebe für den Leopard 2 den Auftragsbestand deutlich ausweitete. Am Tabellenende fand sich Nordex mit einem Minus von 3,3 Prozent wieder. Die Lufthansa verlor 2,1 Prozent, belastet von steigenden Kerosinpreisen und einer skeptischen Branchenstudie von JPMorgan. TeamViewer gab 1,7 Prozent ab und bewegte sich damit im hinteren Bereich der Kursliste.

USA:

Stärker als erwartet gestiegene US-Verbraucherpreise im September haben vor allem konjunktursensible Technologiewerte unter Druck gesetzt und den Nasdaq 100 deutlich ins Minus gedrückt, während auch die übrigen US-Leitindizes nachgaben. Hintergrund der negativen Inflationsüberraschung waren vor allem höhere Preise für Kraftstoff und Heizöl, während zugleich die Sorge zunimmt, dass die Notenbank im Kampf gegen die Teuerung zurückfallen könnte und eine weitere Leitzinserhöhung im Oktober wieder zur Debatte steht. In diesem von erhöhter Unsicherheit geprägten Umfeld kam es zu breiten Abgaben im Technologiesektor, wobei Aktien von Nvidia, Meta, Intel und ARM ebenso deutlich verloren wie IT- und Hardwarewerte von HP, Netapp und Dell Technologies, die zusätzlich unter Abstufungen durch Barclays litten. Im Finanzsektor standen die Aktien von Bank of America mit kräftigen Verlusten im Fokus, nachdem das US-Finanzministerium Strafen von mehr als 1,21 Milliarden Dollar wegen Verstößen gegen Geldwäsche- und Sanktionsgesetze verhängt und die Bank im dritten Quartal im Handelsgeschäft die Erwartungen verfehlt hatte. Titel von Morgan Stanley gaben nach der Quartalsbilanz ebenfalls nach, obwohl das Institut überraschend hohe Erträge im Aktienhandel erzielte und damit eine insgesamt schwache Berichtssaison der Großbanken abschloss. Papiere von Blackrock legten dagegen zu, nachdem der Vermögensverwalter im dritten Quartal netto rund 20 Prozent mehr neue Mittel eingeworben hatte als erwartet. Ein Kurssturz der Aktie von Coreweave sowie ein deutlicher Rückgang der Anleihekurse des auf KI-Cloud-Computing spezialisierten Unternehmens rückten zudem die Finanzierungsrisiken des schuldenfinanzierten Ausbaus der KI-Infrastruktur in den Mittelpunkt und verschärften die Nervosität im Technologiesektor. Der Dow Jones beendete den Handel 49 Punkte oder 0,1 Prozent tiefer und schloss bei 51.621 Zählern. Für den S&P 500 ging es um 87 Punkte oder 1,1 Prozent auf 7.719 Zähler nach unten. Der Nasdaq 100 verzeichnete zum Handelsende einen Rückgang um 619 Punkte oder 2 Prozent auf 29.951 Zähler. Die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihe fiel um 2 Basispunkte auf 5,19 Prozent.

US-Einzelaktien

UnitedHealth Group führte den Dow Jones mit einem Plus von 4,7 Prozent an, gestützt von starken Quartalszahlen und einer erneut angehobenen Gewinnprognose für 2026. Merck zog um 3,8 Prozent an, womit der Pharmakonzern den Gesundheitssektor zusätzlich belebte. Walmart (+3,5 Prozent), der größte US-Einzelhändler, kam voran, nachdem er verbesserte Mitarbeiterleistungen, Ausbildungsprogramme und moderatere Prämiensteigerungen für Beschäftigte angekündigt hatte, was Investoren als Stärkung des Geschäftsmodells interpretierten. Am unteren Ende der Kursliste lag Nvidia mit einem Minus von 3,2 Prozent. Caterpillar gab 3,1 Prozent nach, während Microsoft 1,8 Prozent einbüßte; hier belasteten die vorübergehende Sperre im US-Green-Card-Programm für H1-B-Beschäftigte und wieder aufkommende Sorgen rund um hohe KI-Investitionen. Im Nasdaq überzeugte Moderna mit einem Plus von 4,7 Prozent. Gilead Sciences legte 3,8 Prozent zu, nachdem Anleger den milliardenschweren Forschungsdeal mit Vir Biotechnology als Signal für weiteres Onkologie-Wachstum interpretierten. Walmart kam erneut auf ein Plus von 3,5 Prozent, wobei Investoren die ausgeweiteten Gesundheits- und Sozialleistungen als strategische Investition in Mitarbeiterbindung und Produktivität einordneten. Am Tabellenende fand sich CoreWeave mit einem Minus von 15,5 Prozent wieder, belastet von Zweifeln an der langfristigen Überlebensfähigkeit vieler Neocloud-Anbieter und der eigenen hohen Verschuldung. Nebius verlor 10,1 Prozent, Lumentum büßte 9,3 Prozent ein. Im frühen Handel notieren die US-Aktienindex-Futures im Minus.

 

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