Der DAX ist am Dienstag mit 39 Punkten mehr in den Handel gestartet und notierte bei 25.317 Zählern. Am Morgen stieg er bis auf seinen Gipfel bei 25.453 Punkten. Auf seinen tiefsten Stand fiel der deutsche Leitindex am Nachmittag bei 25.230 Zählern. Zum Börsenschluss wurde der DAX bei 25.260 Punkten festgestellt. Das waren insgesamt 18 Zähler weniger – ein Tagesverlust von 0,1 Prozent.

Der DAX hat nach zwei freundlichen Handelstagen seine Erholung unterbrochen und verlor gestern leicht. Ein rückläufiger Ölpreis, sinkende Kapitalmarktrenditen und gemischte US-Bankenbilanzen gaben dem Leitbarometer keine neue Richtung, sodass der Markt in einer Phase zwischen Vorsicht und Restoptimismus verharrte. Sorgen über technologische Fortschritte des chinesischen Speicherchip-Herstellers CXMT belasteten weltweit die Halbleiterbranche und drückten in Deutschland vor allem auf Infineon sowie mehrere MDAX- und Nebenwerte aus dem Chip- und Ausrüstersegment. Schwache Geschäftszahlen von Schaeffler führten zu Kursrückgängen bei dem Auto- und Industriezulieferer, während ein kritischer Kommentar zu Vossloh die Titel des Bahntechnikunternehmens deutlich belastete. Der EuroStoxx 50 und andere wichtige europäische Indizes gingen überwiegend tiefer aus dem Handel, während der Dow Jones Industrial zum europäischen Handelsschluss moderat im Minus notierte. Der MDAX gab 84 Punkte oder 0,3 Prozent auf 30.020 Punkte nach. Der EuroStoxx 50 büßte 0,6 Prozent auf 6.167 Punkte ein. Der Euro notiert heute früh bei 1,1213 Dollar. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,1188 Dollar fest, nach 1,1181 Dollar am vorherigen Handelstag. Die Umlaufrendite verringerte sich um 3 Basispunkte auf 3,41 Prozent.

Deutsche Einzelaktien

An der Spitze des DAX stand Symrise mit einem Plus von 3,1 Prozent, gestützt durch kräftige Branchenimpulse nach den überzeugenden Umsätzen des Konkurrenten Givaudan. Der Autobauer BMW legte 2,6 Prozent zu, nachdem Analysten im Branchenvergleich die relativ robuste Absatzentwicklung mit Zuwächsen in Europa und den USA trotz Schwäche in China hervorhoben. Brenntag zog um 2,5 Prozent an, nachdem die Neuausrichtung im Finanzressort EMEA als Signal für gestärkte Führungsstrukturen gewertet wurde. Am Tabellenende fand sich Siemens Energy mit einem Minus von 2,5 Prozent. Der Chipkonzern Infineon gab 2,1 Prozent nach, hier drückten schwache Halbleiternotierungen weltweit, neue Konkurrenzsorgen aus China und Zweifel an der Profitabilität der KI-Investitionen. Hochtief verlor 1,9 Prozent. Fuchs Petrolub lag im MDAX mit einem Plus von 2,4 Prozent vorn. Ionos stieg um 2,2 Prozent, während Nemetschek um 1,7 Prozent zulegte. Am Indexende stand Flatexdegiro mit einem Minus von 4 Prozent, belastet durch eine Abstufung durch Deutsche Bank Research mit kritischer Einschätzung von Wachstum, Handelsaktivität und Wettbewerbsaussichten. Der Maschinenbauer Aixtron fiel um 2,9 Prozent zurück, unter Druck durch global schwächere Halbleiterwerte, Skepsis gegenüber der Profitabilität großer KI-Investitionen und zunehmende Konkurrenz aus China. Auto1 verlor 2,6 Prozent.

USA:

US-Leitindizes haben den Handelstag nach abermaliger Zurückhaltung und Verlusten bei Technologiewerten leicht im Minus beendet. Papiere aus dem Technologiesektor litten unter Sorgen über zunehmende Konkurrenz aus China, nachdem ein Bericht über deutliche Fortschritte des Speicherchip-Herstellers CXMT bereits in Asien und Europa die Chipbranche belastet hatte und in New York insbesondere Micron und Applied Materials stark nachgaben. US-Bankentitel standen mit Quartalszahlen im Fokus, wobei Goldman Sachs dank eines unerwartet starken Aktienhandels vergleichsweise gut abschnitt, während JPMorgan, Citigroup und Wells Fargo Kursverluste hinnehmen mussten. Finanzwerte erhielten zugleich Impulse von geldpolitischer Seite, nachdem New-York-Fed-Präsident John Williams für dieses Jahr eine weitere Zinserhöhung für angemessen hält, für 2027 aber keine Notwendigkeit neuer Anhebungen sieht. Im Dow drückten Johnson & Johnson deutliche Kursabschläge auf die Stimmung, nachdem der Konzern im Rechtsstreit um angeblich krebserregende Talkum-Produkte Rückstellungen im Zusammenhang mit einem milliardenschweren Vergleich gebildet hatte. Zu den wenigen klaren Lichtblicken zählte Visa, dessen Aktie nach der Genehmigung für Vorbereitungen zum Aufbau eines inländischen Bankkarten-Clearinggeschäfts in China zeitweise ein Rekordhoch markierte und den Handel deutlich fester beendete. Der Dow Jones schloss mit 180 Punkten oder 0,3 Prozent im Minus bei 51.670 Zählern. Der S&P 500 ging 2 Punkte oder 0 Prozent tiefer bei 7.805 aus dem Handel. Der Nasdaq 100 verzeichnete ein Minus von 95 Punkten oder 0,3 Prozent und endete bei 30.569 Zählern. Die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihe fiel um 3 Basispunkte auf 5,21 Prozent.

US-Einzelaktien

Salesforce führte den Dow Jones mit einem Plus von 1,8 Prozent an, gestützt von einer doppelten Hochstufung der Bank of America und zuversichtlichen KI-Aussichten. Visa gewann 1,7 Prozent, IBM zog um 1,7 Prozent an. Am unteren Ende der Skala lag Johnson & Johnson mit einem Minus von 5,7 Prozent, belastet von schwachen MedTech-Umsätzen, regionalen Nachfrageproblemen und hohen Rückstellungen im Talkum-Streit. Caterpillar verlor 3,3 Prozent. Merck gab 2,4 Prozent nach. Im Nasdaq setzte sich Meta Platforms mit einem Plus von 2,6 Prozent an die Spitze, angetrieben von einer Studie zur Teenager-Nutzung von Instagram und einem stärkeren Fokus auf neue KI-Modelle. Texas Instruments verbesserte sich um 2,2 Prozent, wobei optimistische UBS-Prognosen zu Umsatz, Margen und möglichen Marktanteilsgewinnen im Analog-Geschäft für Rückenwind sorgten. Analog Devices legte 2,1 Prozent zu. Am Ende der Rangliste fand sich Applied Materials mit einem Minus von 6,7 Prozent wieder, belastet durch Abgaben im Halbleitersektor, höhere Zinsen und warnende Stimmen prominenter Branchenvertreter zur KI-Euphorie. Vertex Pharmaceuticals büßte 4,3 Prozent ein, obwohl die übergeordnete Marktstimmung freundlich blieb. SpaceX verlor 4,2 Prozent, nachdem positive Analystenstudien zwar die langfristigen Chancen von Starlink und Starship hervorhoben, kurzfristig aber den hohen Investitionsbedarf in den Fokus stellten. Im frühen Handel notieren die US-Aktienindex-Futures kaum verändert.

Hinterlasse ein Kommentar