Der DAX ist zur Wochenmitte 18 Punkte über dem Schlusskurs vom Dienstag in den Handel gestartet. Er notierte bei 26.146 Zählern. Seinen Gipfelpunkt erreichte er zur Mittagszeit bei 26.188 Punkten. Kurz nach Mittag fiel er bis auf 26.063 Zähler. Zum Schlussgong stand der DAX bei 26.091 Indexpunkten. Das waren insgesamt 37 Punkte weniger – ein Tagesminus von 0,1 Prozent.

Unsicherheit über steigende Anleiherenditen und die angespannte Lage im Nahen Osten haben den DAX zur Wochenmitte erneut gebremst, allerdings mit nur moderaten Verlusten und Anzeichen einer Stabilisierung. Zinssensitive Halbleiterwerte setzten ihre internationale Korrektur fort, ausgelöst durch höhere Renditen und die Frage nach der Tragfähigkeit angekündigter KI-Investitionen in einem Umfeld teurerer Finanzierung, Infineon rutschte im DAX ans Ende der Kursliste und näherte sich dem tiefsten Niveau seit Ende Juli. Für Entlastung im Leitindex sorgte SAP mit einem deutlichen Kursplus und dem höchsten Stand seit Ende Januar, da zuvor dominierende Sorgen vor einem KI-bedingten Störeffekt auf das Geschäftsmodell in den Hintergrund traten. Aus dem Gesundheitssektor unterstützten Merck KGaA Kursgewinne, nachdem in den USA Erfolge einer kombinierten Hautkrebsbehandlung von Merck & Co und Moderna gemeldet worden waren. Auf der Konjunkturseite stieg die Inflationsrate in der Eurozone im Juli laut zweiter Schätzung wie erwartet auf 2,9 Prozent nach 2,8 Prozent im Juni, während der europäische Gaspreis auf den höchsten Stand seit Mitte März anzog. International zeigte sich das Umfeld gemischt: Der EuroStoxx 50 schloss schwächer, während die Börsen in Zürich und London zulegten. Der MDAX wies zum Handelsende ein Minus von 17 Punkten auf und schloss bei 31.822 Punkten. Der EuroStoxx 50 büßte 0,4 Prozent ein und beendete den Handel bei 6.444 Zählern. Der Euro wird heute früh mit 1,1680 Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs für den Euro gestern auf 1,1605 Dollar fest, nach 1,1576 Dollar am Vortag. Die Umlaufrendite stieg um 2 Basispunkte auf 3,23 Prozent.

Deutsche Einzelaktien

Volkswagen gewann an der Spitze des DAX 2,5 Prozent, begünstigt durch die Aussicht auf stärkere staatliche Förderung günstiger E-Autos und ein insgesamt konstruktiveres Umfeld für Elektromobilität. Qiagen legte 2,1 Prozent zu. Der Softwarekonzern SAP zog um 1,9 Prozent an, gestützt von der fortgesetzten Kurserholung, seit die Sorgen über potenziell negative KI-Effekte auf das Geschäftsmodell nachgelassen haben. Am unteren Ende der Skala lag Infineon mit einem Minus von 4 Prozent, belastet von Gewinnmitnahmen bei Chip- und KI-Werten sowie höheren Anleiherenditen, die zinssensitive Technologietitel bremsten. Der Rüstungskonzern Rheinmetall gab 2,9 Prozent nach, wobei eine insgesamt fragile Stimmung in der Branche belastete. Hannover Rück verlor 2,2 Prozent, nachdem Meldungen zu nachlassendem Preisdruck in der Kfz-Versicherung die Erwartungen an weitere kräftige Ertragszuwächse in diesem Geschäft dämpften. Aurubis führte den MDAX mit einem Plus von 4,4 Prozent an. K+S gewann 3,3 Prozent hinzu. Carl Zeiss Meditec rückte um 3,3 Prozent vor. Am Ende der Rangliste stand Auto1 mit einem Minus von 3,1 Prozent. Aixtron gab 3,1 Prozent ab, belastet von Gewinnmitnahmen im Chipsektor, höheren Renditen am Anleihemarkt und zunehmender Skepsis gegenüber dem KI-Investitionsboom. Thyssenkrupp verlor 2,1 Prozent.

USA:

Sinkende Renditen am US-Anleihemarkt haben die Kurse in New York gestützt. Das US-Finanzministerium kündigte an, die Rückkäufe langlaufender Staatsanleihen zu erhöhen. Besonders deutlich gab die Rendite 30-jähriger Papiere nach, nachdem deren Anstieg am Vortag wegen gestiegener Inflationssorgen, des Iran-Kriegs, der stark zunehmenden Staatsverschuldung und des hohen Kapitalbedarfs großer KI-Unternehmen belastet hatte. Der Dow Jones Industrial beendete den Handel im Plus, während der technologielastige Nasdaq 100 leicht nachgab. Der S&P 500 schloss ebenfalls fester. Der Dow Jones beendete den Handel 120 Punkte oder 0,2 Prozent höher und notierte bei 53.463 Zählern. Der S&P 500 ging mit einem Aufschlag von 16 Punkten oder 0,2 Prozent bei 7.708 Zählern aus dem Handel. Der Nasdaq 100 verlor 65 Punkte oder 0,2 Prozent und schloss bei 29.426 Zählern. Am Anleihemarkt sank die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihe gestern um 6 Basispunkte auf 4,65 Prozent.

US-Einzelaktien

Merck führte den Dow Jones mit einem kräftigen Plus von 12,6 Prozent an, gestützt von überzeugenden Phase-3-Daten zur personalisierten mRNA-Krebsimpfung in Kombination mit Keytruda. Salesforce legte 5,1 Prozent zu, vor allem getrieben durch technische Anschlusskäufe. Amgen (+4 Prozent) zog an, wobei Spekulationen über eine künftig industriefreundlichere US-Arzneimittelaufsicht zusätzlichen Spielraum für den Biopharmakonzern eröffnen. Am Tabellenende fand sich Caterpillar mit einem Rückgang von 2,9 Prozent. Honeywell büßte 2,6 Prozent ein, während Goldman Sachs 1,8 Prozent nachgab. Im Nasdaq setzten sich MicroStrategy mit einem Anstieg von 12,7 Prozent an die Spitze. Marvell Technology verteuerte sich um 9,9 Prozent, nachdem der Chipkonzern seine Kooperation mit Google für maßgeschneiderte Halbleiter im TPU-Ökosystem deutlich ausgeweitet hat. Der Markt wertet die an Umsatzziele geknüpften Aktienbezugsrechte für Google als klares Signal für milliardenschwere Langfristaufträge. Copart kam um 7,4 Prozent voran. Am Ende der Auswahlliste lag Nebius Group mit einem Minus von 9,9 Prozent. Seagate Technology fiel mit einem Minus von 7,9 Prozent besonders stark auf, belastet durch den Rückschlag im Philadelphia Semiconductor Index und wachsende Zweifel an der Profitabilität von Speicherlösungen für AI‑Rechenzentren. Darunter litt auch Western Digital, die 6,9 Prozent einbüßten. Im frühen Handel notieren die US-Aktienindex-Futures leicht im Plus.

Hinterlasse ein Kommentar