Der DAX ist am Montag bei 26.490 Punkten in den Handel gestartet und damit 50 Zähler über dem Schlusskurs vom vorherigen Handelstag. Am Vormittag stieg er bis auf 26.494 Indexpunkte. Sein Tagestief markierte er am Nachmittag bei 26.339 Punkten. Aus dem Handel ging das Börsenbarometer bei 26.339 Zählern. Das entsprach einem Minus von 102 Punkten beziehungsweise 0,4 Prozent.
Ungewissheit im Iran-Krieg und eine schwächere Tendenz der US-Standardwerte im Dow Jones Industrial hielten den DAX dicht unterhalb seines Rekordhochs. DAX und MDAX beendeten den Handel jeweils mit leichten Verlusten, nachdem die Berichtssaison als Impulsgeber weitgehend weggefallen ist und das sommerlich geringe Handelsvolumen die Entwicklung zusätzlich gebremst hatte. Spannungen zwischen US-Präsident Donald Trump und dem Iran hielten an, während neue Drohungen Trumps gegen den Oman die Unsicherheit im Nahen Osten verstärkten. Hoffnung auf eine diplomatische Lösung im Iran-Konflikt besteht jedoch weiter. Im DAX waren Aktien mit Bezug zu Künstlicher Intelligenz wie Siemens Energy und Infineon gefragt, während konsumorientierte Titel wie Henkel, Beiersdorf, Adidas und Zalando zu den schwächeren Werten zählten. Im Fokus steht in dieser Woche der US-Einzelhandel, da die anstehenden Zahlen von Walmart und Home Depot nach zuletzt eingetrübten Verbraucherdaten Hinweise auf die Konsumlaune in den USA liefern dürften. Auf europäischer Ebene legte der EuroStoxx 50 eine Verschnaufpause ein, während die Leitindizes in Zürich und London ebenfalls nachgaben. Der MDAX endete 0,3 Prozent oder 107 Punkte tiefer bei 32.357 Zählern. Der EuroStoxx 50 sank auf 6.530 Zähler und damit um 0,1 Prozent. Der Euro wird heute früh mit 1,1580 Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,1593 Dollar fest, nach 1,1567 Dollar am vorherigen Handelstag. Die Umlaufrendite stieg um 4 Basispunkte auf 3,17 Prozent.
Deutsche Einzelaktien
An der Spitze des DAX lag Deutsche Börse mit einem Plus von 1,8 Prozent, gestützt von Rekordstimmung an den Aktienmärkten und hoher Transaktionsaktivität im Handel. Siemens Energy zog um 1,3 Prozent an, begünstigt von der Hausse wachstumsstarker KI- und Technologiewerte nach robusten Branchenzahlen. Daimler Truck legte um 1,2 Prozent zu. Am unteren Ende der Skala fand sich Zalando mit einem Minus von 3,5 Prozent wieder, belastet von der Sektor-Umschichtung zugunsten von KI-Werten und anhaltenden Sorgen um die Konsumlaune. Adidas gab 3,1 Prozent nach, wobei schwächere Verbraucherdaten und eine gestiegene Risikoaversion der Anleger auf den Kurs drückten. Scout24 verlor 2,9 Prozent. Redcare Pharmacy dominierte den MDAX mit einem Plus von 5,8 Prozent, unterstützt von spekulativem Interesse vor dem DocMorris-Halbjahresbericht. Nordex legte um 2,7 Prozent zu. K+S zog um 2,5 Prozent an. Am Ende der Rangliste stand TKMS mit einem Minus von 3,9 Prozent, nach dem kräftigen Kursanstieg der vergangenen Tage kam es zu Gewinnmitnahmen. Kion gab 3,7 Prozent nach. TeamViewer verlor 3,7 Prozent.
USA:
Verdüsterte Aussichten auf Frieden im Nahen Osten haben die US-Leitindizes zum Wochenauftakt belastet. US-Präsident Donald Trump erklärte Berichten zufolge, er habe es nicht eilig, den Krieg mit dem Iran zu beenden, und kündigte eine Übernahme der für den Ölhandel wichtigen Straße von Hormus an. Zusätzlich drohte Trump dem bislang nicht aktiv am Krieg beteiligten Oman mit massiven Luftangriffen, falls sich das Land den US-Plänen widersetze. Das Sultanat Oman verhandelt derzeit mit dem Iran über die künftige Regelung der Schifffahrt durch die Straße von Hormus, bislang ohne Einigung. Vor diesem Hintergrund schloss der Dow Jones schwächer, ebenso gaben der marktbreite S&P 500 und der Nasdaq 100 nach. Der Dow Jones notierte um 273 Punkte oder 0,5 Prozent tiefer bei 53.460 Zählern. Der S&P 500 endete 41 Punkte oder 0,5 Prozent niedriger bei 7.745. Der Nasdaq 100 verzeichnete ein Minus von 51 Punkten oder 0,2 Prozent und ging bei 29.995 Zählern aus dem Handel. Am Anleihenmarkt kletterte die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihe um 4 Basispunkte auf 4,72 Prozent.
US-Einzelaktien
Caterpillar führte den Dow Jones mit einem Plus von 2,9 Prozent an. Der Öl- und Gaskonzern Chevron legte um 1,4 Prozent zu. Goldman Sachs zog um 1,1 Prozent an, nachdem die Bank als Großinvestor beim rasant wachsenden KI-Videoanbieter Higgsfield AI in Erscheinung getreten war. Am Indexende lag Nike mit einem Minus von 4 Prozent. Weit hinten fand sich zudem Disney, hier belasteten trotz des Rekorderlöses von Toy Story 5 anhaltende Zweifel an der langfristigen Profitabilität des Konzerns. Microsoft gab 3 Prozent nach. Im Nasdaq führte Sandisk das Feld mit einem Plus von 8,9 Prozent an, gestützt von politischen Signalen zugunsten US-amerikanischer Speicherchips und der wachsenden Bedeutung von Storage für KI-Rechenzentren. Zusätzliche Kursfantasie lieferten die auf dem jüngsten Investor Day skizzierten zweistelligen Wachstumsziele bei hohen Margen. Teradyne kam auf ein Plus von 5,8 Prozent. Applied Materials (+5,5 Prozent) zog an, nachdem starke Quartalszahlen mit über den Erwartungen liegendem Gewinn und Umsatz sowie eine optimistische Prognose das Vertrauen in den Halbleiterausrüstungssektor erhöht hatten. Schlusslicht war Thomson Reuters mit einem Minus von 4,4 Prozent. Ross Stores verlor 4,1 Prozent, hier sorgten die anstehenden Quartalszahlen und die verbreitete Vorsicht der Anleger vor den kommenden Berichten aus dem Einzelhandel für Druck. Im frühen Handel notieren die US-Aktienindex-Futures leicht im Minus.



