Der DAX ist zur Wochenmitte bei 25.871 Punkten in den Handel gestartet. Das war ein Abschlag von 137 Zählern gegenüber dem Schlusskurs vom Dienstag. Nach Handelsbeginn markierte der deutsche Leitindex sein Tageshoch bei 25.910 Indexpunkten. Am Nachmittag erreichte er sein Tagestief bei 25.512 Punkten. Den Handelstag schloss der DAX bei 25.576 Zählern ab. Das waren 431 Punkte weniger beziehungsweise 1,7 Prozent.

Steigende Öl- und Gaspreise haben den Index zur Wochenmitte deutlich unter Druck gesetzt und ihn auf das Niveau von Ende Juli zurückgeworfen. Höhere Notierungen für Brent-Öl über der Marke von 100 US-Dollar sowie kräftige Aufschläge bei Produkten wie Diesel begleiteten die Ausweitung des Konflikts im Nahen Osten bis ins Rote Meer, während europäische Erdgaspreise den vierten Tag in Folge zulegten. Zusätzlich dämpfte die anstehende Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank mit der erwarteten zweiten Erhöhung in diesem Jahr die Kaufbereitschaft, da steigende Zinsen Aktien gegenüber Anleihen weniger attraktiv machen. Zu den wenigen Gewinnern im deutschen Leitindex zählten die Papiere von RWE. Auslöser war ein Stromabnahmevertrag zwischen Google und Fortum, der die Bedeutung des steigenden KI‑Stromverbrauchs für die europäische Energiewirtschaft unterstrich. Titel der Deutschen Börse schwächten sich nach der Platzierung einer Wandelanleihe ab, mit der allgemeine Unternehmenszwecke und Verbindlichkeiten finanziert werden sollen. Papiere von Beiersdorf kamen im ohnehin schwachen europäischen Konsumgütersektor unter Druck, dessen Gewinne und Bewertungen angesichts knapper Budgets der Verbraucher weiter leiden. Der EuroStoxx 50 sowie die Leitindizes in London, Zürich und New York gingen schwächer aus dem Handel, genau wie der MDAX, der 1,4 Prozent auf 32.078 einbüßte. Der EuroStoxx 50 verlor 1,6 Prozent und schloss bei 6.312 Punkten. Der Euro wurde zuletzt mit 1,1640 Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs für den Euro gestern auf 1,1652 Dollar fest, nach 1,1614 Dollar am Vortag. Am Rentenmarkt erhöhte sich die Umlaufrendite um 1 Basispunkt auf 3,36 Prozent.

Deutsche Einzelaktien

An der Spitze des DAX lag RWE mit einem Plus von 1,7 Prozent, gestützt von der Perspektive zusätzlicher Erlöse aus KI-bedingtem Strombedarf. SAP legte um 0,6 Prozent zu, da Investoren nach dem Rückschlag vom Vortag wieder einstiegen. Qiagen (+0,4 Prozent) zog ebenfalls an. Am Ende der DAX-Aufstellung fand sich Rheinmetall mit einem Minus von 3,8 Prozent wieder. Hier drückten Gewinnmitnahmen, Bewertungen und politische Risiken für die Verteidigungshaushalte auf die Aktie. Der Triebwerkshersteller MTU Aero Engines gab 3,2 Prozent nach. Siemens verlor 3 Prozent. Hella führte den MDAX mit einem Plus von 1 Prozent an. Ströer gewann 0,2 Prozent, wobei für den auf Außenwerbung spezialisierten Konzern kein klarer Einzelfaktor zu erkennen war. CTS Eventim rückte ebenfalls um 0,2 Prozent vor und setzte damit seinen positiven Trend im Ticket- und Live-Entertainment-Geschäft fort. Am unteren Ende der Skala notierte Auto1 mit einem Minus von 6,5 Prozent. Hier belastete der überraschende Abgang von Finanzchef Christian Wallentin, der die Turnaround-Strategie und neue Finanzprodukte verzögern könnte. Redcare Pharmacy verlor 6 Prozent. Kion gab 4,7 Prozent ab, nachdem der Lagertechnik- und Gabelstaplerhersteller empfohlen wurde, sich dies im Tagesverlauf jedoch nicht im Kurs niederschlug.

USA:

US-Aktienmärkte haben zur Wochenmitte ihre Verluste vergrößert. US-Leitindizes gerieten unter Druck, weil weiter steigende Ölpreise die Inflations- und Zinssorgen schürten. Dow Jones Industrial rutschte auf den niedrigsten Stand seit Ende Juli, während der breiter gefasste S&P 500 ebenfalls nachgab. Der Nasdaq 100 zeigte sich erneut widerstandsfähiger, schloss aber trotz anfänglicher Stabilität ebenfalls im Minus. Positive Impulse von Meta nach der Ankündigung eines eigenen KI-Assistenten stützten den Technologiesektor nur begrenzt. Vor mehreren anstehenden Ereignissen an den kommenden Tagen herrschte Zurückhaltung, darunter der Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank, neue Preisdaten aus den USA sowie Quartalszahlen von Oracle und Adobe. Der Dow Jones sank um 405 Zähler oder 0,8 Prozent auf 52.381 Punkte. Der S&P 500 büßte 37 Punkte oder 0,5 Prozent ein und ging bei 7.636 aus dem Handel. Der Nasdaq 100 verlor 86 Punkte oder 0,3 Prozent und schloss bei 29.422 Zählern. Die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihe stieg gestern um 3 Basispunkte auf 4,83 Prozent.

US-Einzelaktien

IBM führte den Dow Jones mit einem Plus von 3,4 Prozent an. Chevron legte um 1,9 Prozent zu, gestützt vom Sprung des Ölpreises über 100 Dollar je Barrel und neuen Investitionsplänen in Venezuela. JP Morgan zog um 0,3 Prozent an, nachdem das Handelsverbot für eine Einheit in Indien aufgehoben worden war und der Marktzugang dort wieder als gesichert gilt. Am Ende der Rangliste lag Alphabet mit einem Minus von 2,3 Prozent, belastet von einer skeptischen Branchenstudie zu Hyperscalern und Sorgen um hohe Investitionen. Boeing gab 2,1 Prozent nach, obwohl der Flugzeugbauer für August das höchste Auslieferungsniveau seit 2018 im bisherigen Jahresverlauf meldete. Procter & Gamble verlor 2 Prozent. Im Nasdaq-Index setzte sich Datadog mit einem Plus von 7,2 Prozent an die Spitze. Meta Platforms gewann 6,6 Prozent, wobei die Vorstellung des persönlichen KI-Agenten Muse sowie der Zukauf des schwedischen Start-ups Stilla.ai als künftige Erlösquellen im Werbe- und Messaging-Geschäft gesehen werden. Marvell Technology kletterte um 4,3 Prozent; der Chipkonzern profitierte von der anhaltend hohen Erwartung an KI-getriebene Nachfrage nach Datencenter-Halbleitern. Schlusslicht war Comcast mit einem Minus von 6,6 Prozent. Shopify gab 5,5 Prozent ab, während CoreWeave 4,9 Prozent verlor, deren hochgerechneter Auftragsbestand mit milliardenschweren KI-Infrastrukturverträgen zwar enorme Wachstumschancen signalisiert, kurzfristig jedoch Bewertungsfantasie und Schwankungsanfälligkeit erhöht. Die US-Aktienindex-Futures notieren heute früh leicht im Plus.

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