Der deutsche Aktienmarkt hat am Donnerstag nach einem zwischenzeitlichen Rekordhoch schwächer geschlossen. In den USA brachen die Aktienmarktindizes deutlich ein.
Im DAX standen insbesondere Technologiewerte unter Druck. Infineon, Siemens Energy und Hochtief verloren deutlich, nachdem sie zuvor stark von der KI-Euphorie profitiert hatten. Rheinmetall geriet nach einer erneuten Senkung der Unternehmensprognose kräftig unter die Räder und war der mit Abstand größte Verlierer im Leitindex. Auch Finanzwerte präsentierten sich schwach: Commerzbank büßte trotz überzeugender Quartalszahlen ein, nachdem Aussagen zum weiteren Verlauf des Zinsüberschusses enttäuschten. Die Deutsche Telekom gab nach soliden Geschäftszahlen ebenfalls nach, da die Dividendenerhöhung geringer ausfiel als erhofft und Spekulationen um T-Mobile US erneut aufflammten.
Im MDAX sorgten unterdessen mehrere Unternehmensberichte für Bewegung. Lanxess schwankte nach Zahlen und Ausblick deutlich, Bechtle profitierte von höheren Jahreszielen und HelloFresh überzeugte mit einem überraschend starken operativen Ergebnis trotz eines weiterhin schwierigen Geschäftsumfelds. Auf der Konjunkturseite sorgten steigende Industrieaufträge in Deutschland sowie deutlich höhere Erzeugerpreise in der Eurozone für Gesprächsstoff. Der MDAX verlor 0,9 Prozent auf 30.892 Punkte, während der EuroStoxx 50 um 0,5 Prozent nachgab.
Deutsche Einzelaktien
Zu den stärksten DAX-Werten gehörten Zalando, Bayer und Fresenius Medical Care. Schlusslicht war Rheinmetall mit einem Kurseinbruch von 16,1 Prozent. Ebenfalls deutlich unter Druck standen Infineon und Siemens Energy. Im MDAX setzte sich Lanxess dank eines starken Quartalsberichts an die Spitze, während Nemetschek und Aixtron nach enttäuschenden Signalen aus dem Technologiesektor zu den größten Verlierern zählten.
USA:
Noch deutlicher fielen die Verluste in den USA aus. Die großen US-Indizes gerieten wegen wachsender Sorgen über eine mögliche Verschärfung der Regulierung im Bereich Künstliche Intelligenz massiv unter Druck. Besonders Chip- und Speicherwerte wurden verkauft. Nvidia, Cisco Systems sowie zahlreiche weitere Technologieunternehmen verzeichneten teils deutliche Kursabschläge. Der Dow Jones verlor 3,4 Prozent, der S&P 500 gab 4,4 Prozent nach und der Nasdaq 100 brach um 6,4 Prozent ein.
US-Einzelaktien
Im Dow Jones hielten sich defensive Werte wie Coca-Cola und Procter & Gamble vergleichsweise stabil. Nvidia war mit einem Minus von mehr als 9 Prozent einer der größten Verlierer. Im Nasdaq 100 sorgte dagegen Applovin mit einem Kurssprung von 31 Prozent nach starken Quartalszahlen für eine positive Überraschung, während Sandisk, Astera Labs und Lumentum zweistellige Verluste hinnehmen mussten.
Die Vorzeichen für den heutigen Handel fallen uneinheitlich aus. Während der Dow-Jones-Future im frühen Handel rund 1 Prozent verliert, legt der Nasdaq-Future knapp 1 Prozent zu.



