Der deutsche Aktienmarkt hat zur Wochenmitte kräftig zugelegt. Der DAX rückte im Zuge der positiven Reaktion auf die US-Zwischenwahlen bis in die Nähe seines Rekordhochs von Ende August vor.
Unterstützung kam zudem von erfreulichen Unternehmenszahlen und rückläufigen Ölpreisen. Die Demokraten konnten bei den Midterm-Wahlen sowohl das Repräsentantenhaus als auch den Senat für sich gewinnen, wodurch der politische Handlungsspielraum von US-Präsident Donald Trump im Kongress eingeschränkt wird.
Konjunkturseitig stieg die Inflationsrate in der Eurozone im Oktober auf 4,0 Prozent und erreichte damit den höchsten Stand seit mehr als drei Jahren. Gleichzeitig kühlte sich die Stimmung im europäischen Dienstleistungssektor etwas ab. Der Einkaufsmanagerindex (PMI) fiel auf 51,4 Punkte, signalisiert jedoch weiterhin Wachstum. In den USA blieb der ISM-Index für das Dienstleistungsgewerbe mit 54,5 Punkten klar im expansiven Bereich, auch wenn sich die Dynamik leicht abschwächte.
Der MDAX gewann 1,4 Prozent beziehungsweise 435 Punkte auf 31.178 Zähler. Der Euro notiert am Morgen bei 1,1265 US-Dollar. Die EZB setzte den Referenzkurs am Vortag auf 1,1267 Dollar fest, nach 1,1179 Dollar zuvor. Am Rentenmarkt verharrte die Umlaufrendite bei 3,31 Prozent.
Deutsche Einzelaktien
An die Spitze des DAX setzte sich Heidelberg Materials mit einem Kursplus von 9,6 Prozent. Starke Quartalszahlen, ein bestätigter Ausblick und höhere Effizienzgewinne sorgten für Rückenwind. Zalando gewann 8,5 Prozent, nachdem der Onlinehändler mit margenstarkem Wachstum im B2B-Geschäft, sinkenden Logistikkosten und ambitionierten KI-Plänen überzeugte. Die Deutsche Bank legte 6,9 Prozent zu und profitierte von einer Umschichtung in zyklische Substanzwerte sowie steigenden Zinserwartungen im Euroraum.
Auf der Verliererseite stand Siemens Energy mit einem Abschlag von 8 Prozent. Belastend wirkten Sorgen über strengere Regulierungen im KI-Bereich sowie eine Rotation aus Technologieaktien. Infineon verlor 4,1 Prozent im Zuge der Schwäche des internationalen Halbleitersektors. Rheinmetall gab leicht um 0,1 Prozent nach, nachdem der Konzern seine Umsatz- und Margenziele für 2026 wegen Projektverzögerungen und später zufließender Munitionserlöse gesenkt hatte.
Im MDAX führte Aroundtown mit einem Plus von 6 Prozent die Gewinnerliste an. Unterstützt wurde der Immobilienwert von sinkenden Marktzinsen und einer verbesserten Branchenstimmung. CTS Eventim gewann 5,2 Prozent, während Nordex um 4,8 Prozent zulegte. Anleger setzen hier auf günstigere Rahmenbedingungen für erneuerbare Energien nach den US-Wahlen. Am Ende des Index verlor Aixtron 6,3 Prozent. Negative Branchensignale aus dem Maschinenbau belasteten die Aktie. Hochtief büßte 5 Prozent ein, TKMS gab 3,7 Prozent nach.
USA: Deutliche Gewinne nach Wahlsieg der Demokraten
Die US-Börsen reagierten mit kräftigen Kursaufschlägen auf den klaren Erfolg der Demokraten bei den Kongress-Zwischenwahlen. Die Republikaner verloren ihre Mehrheiten in beiden Kammern des Kongresses, während die Demokraten zusätzlich mehrere Gouverneursposten gewinnen konnten. Anleger werteten dies als Signal für mehr politische Kontrolle und geringere Unsicherheit.
Der Dow Jones sprang um 3 Prozent beziehungsweise 1.569 Punkte auf 53.356 Zähler. Der S&P 500 gewann 1,6 Prozent auf 7.689 Punkte. Der technologielastige Nasdaq 100 legte um 0,9 Prozent auf 28.437 Punkte zu und blieb damit hinter dem Gesamtmarkt zurück. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen sank um fünf Basispunkte auf 4,90 Prozent.
US-Einzelaktien
Im Dow Jones gehörte 3M mit einem Plus von 9,6 Prozent zu den stärksten Werten. Microsoft gewann 6,7 Prozent und profitierte von anhaltendem Interesse an Cloud-Technologien. Sherwin-Williams stieg um 6,6 Prozent auf den höchsten Stand seit mehreren Monaten. Auf der Verliererseite verloren Caterpillar 5,2 Prozent und Chevron 3,7 Prozent. Nvidia büßte 3,2 Prozent ein, da Anleger angesichts möglicher regulatorischer Eingriffe bei KI-Anwendungen vorsichtiger wurden.
Im Nasdaq 100 führte Moderna die Gewinnerliste mit einem Plus von 13,1 Prozent an. Applovin verteuerte sich nach überraschend starken Quartalszahlen um 10,7 Prozent. Booking Holdings gewann 9,8 Prozent im Vorfeld der Zahlenvorlage. Am Ende des Index sackte Datadog um 14,4 Prozent ab, nachdem der Ausblick die Erwartungen nicht erfüllen konnte. CoreWeave verlor 9,9 Prozent wegen zunehmender Zweifel an den Wachstumsperspektiven kleinerer KI-Cloud-Anbieter. Seagate Technology gab 8,1 Prozent nach.
Im frühen Handel präsentieren sich die US-Index-Futures uneinheitlich. Während der Dow-Jones-Future leicht zulegen kann, steht der Nasdaq-Future mit einem Minus von mehr als einem Prozent deutlich unter Druck.



